Fußball und Werben verzögerten Einstieg

EHC-Fans empört: Sport1 zeigte die ersten sechs Spiel-Minuten nicht im TV

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Der EHC Red Bull München durfte gegen die Eisbären Berlin jubeln. 

Der EHC Red Bull München gewann mit 4:1 gegen die Eisbären Berlin. Doch die TV-Zuschauer mussten lange warten, bis sie ein Live-Bild sahen. Was war geschehen?

München - Als Keith Aucoin beim Powerplay den Puck durch die Defensivreihe der Eisbären Berlin schob und Yannic Seidenberg zum 1:0 traf, brodelte es im Olympia-Eisstadion. Vor ausverkauftem Haus zeigte der EHC Red Bull München eine disziplinierte und vor allem souveräne Leistung im Spiel drei der Finalserie. Doch nicht nur die Anhänger in Oberwiesenfeld, sondern auch die Fernseher-Zuschauer konnten den 4:1-Erfolg der Münchner gegen die Eisbären Berlin bei Sport1 sehen. Doch das komplette Spiel war ihnen nicht vergönnt - und das sorgte für großen Unmut. Was war passiert?

Die Fans vor den Fernsehgeräten freuten sich auf Spiel drei in der DEL-Playoffs. Mittwochabend um 19:30 Uhr (eigentlicher Start der Partie) schalteten die meisten Zuschauer bei Sport1 ein, doch sie bekamen nicht wie erhofft den Drop des Pucks zu sehen, sondern Werbung - und diese ganz schön lang. Während die PR-Spots über den Bildschirm flimmerten, ging es aber in München schon ordentlich rund. Zwischen 19:40 Uhr und 19:45 Uhr gab es dann endlich Live-Bilder aus dem Olympia-Eissportzentrum. Zu diesem Zeitpunkt waren schon fast sechs Minuten gespielt. Glück für alle TV-Zuschauer war, dass es noch 0:0 stand. Aber es blieb die Frage: Warum schaltete sich Sport1 erst so spät in die Übertragung ein (das Hauptsignal kommt vom kostenpflichtigen Streaming-Dienst TelekomSport)?

Eine der ersten brenzligen Szenen war dann die Strafzeit gegen James Sheppard. Dann kam das Powerplay der Münchner. Aucoin, Seidenberg, Bumm. Obwohl die Couch-Anhänger das Tor live verfolgen konnten, musste Sport1 auf Twitter einges an Kritik ertragen. 

„Verpass ich was oder läuft das Spiel seit 5 Minuten und ihr macht Werbung?“

Sport1 so: „komm, wir sagen denen, dass Eishockey direkt im Anschluss kommt, und dann...“ „Dann zeigen wir 10 Minuten Werbung!!!“ „Genau!!“

„Werbung und badischer Pokal wichtiger als Eishockey Finale um die Deutsche Meisterschaft! Keine weiteren Fragen!“

Die Empörung der Fans war durchaus berechtigt. Ein Sport-Event sollte von Beginn an zu sehen sein. Doch warum war das am Mittwoch nicht der Fall? Die Erklärung: Vor dem Eishockey-Match war das Fußball-Halbfinale im Badischen Pokal angesetzt. Der Karlsruher SC traf auf Waldhof Mannheim, gewann mit 4:0. „Wir bleiben natürlich beim ausgehenden Spiel, wenn wir mehrere Live-Übertragungen wie am Mittwoch zeigen: Fußball, Eishockey und Dart“, so ein Sprecher des Senders. Dazu kam, dass die Halbfinalpartie zwischen dem Dritt- und Viertligisten mit zehn minütiger Verspätung angepfiffen wurde. Bei Live-Übertragungen seien immer Verschiebungen möglich. Und Sport1 bleibt beim ausgehenden Spiel, „da sich am Ergebnis immer etwas ändern kann.“

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In der 70. Minute stand es bereits 3:0 für die Karlsruher. Das 4:0 fiel tatsächlich in der Nachspielzeit. Beim Fußball verpassten die Interessierten also keine Minute. Beim Eishockey konnte der Sportsender von Glück sprechen, dass Aucoins Geistesblitz mit der Live-Übertragung einher ging.

Ob und wie wichtig ein Halbfinale im Badischen Pokal verglichen mit dem Spiel einer Finalsrie der DEL ist, bleibt Geschmackssache. Jedoch sind die Playoffs für die Fans die #GeilsteZeit - so der Hashtag zum Finale - und diese „geile Zeit“ sollte auch voll ausgekostet werden. 

AnK

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