CAS-Urteil

„Sauerstoff-Affäre“: Stefan Luitz darf Weltcup-Sieg behalten

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Stefan Luitz darf doch noch jubeln. Der internationale Sportgerichtshof CAS entschied in der „Sauerstoff-Affäre“ zugunsten des Deutschen.

Mit seinem Sieg im Riesenslalom von Beaver Creek hat Stefan Luitz die ganze Ski-Welt überrascht. Doch dann wurde ihm der Sieg plötzlich aberkannt. Dagegen ging der 26-Jährige nun vor - mit Erfolg.

Update vom 15. März 2019: Skirennfahrer Stefan Luitz hat mit seiner Berufung vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS Erfolg gehabt und bekommt seinen ersten Weltcup-Sieg zurück. Diese Entscheidung des Gerichts mit Sitz in Lausanne teilte Luitz' Anwältin Anne Jakob der Deutschen Presse-Agentur am Freitag mit. Der 26-Jährige ist damit bald auch offiziell wieder einer von 14 deutschen Männern, die ein Rennen im alpinen Ski-Weltcup gewinnen konnten.

Welche Konsequenzen die CAS-Entscheidung für das Reglement des Skiweltverbands FIS hat, war zunächst unklar. „Wenn die FIS die Regeln jetzt nicht anpasst, handelt sie grob fahrlässig“, sagte Jakob. Theoretisch könnte der Schiedsspruch noch vor dem Schweizer Bundesgericht, einem staatlichen Gericht, auf Verfahrensfragen überprüft werden.

Luitz, dessen Saison nach einer Knieverletzung und einer Operation an der Schulter bereits beendet ist und der beim Weltcup-Finale in Andorra am Samstag nicht antritt, hatte bei seinem Sieg in Beaver Creek Anfang Dezember in einem Aufenthaltsbereich an der Rennstrecke Sauerstoff durch eine Maske eingeatmet und damit gegen das Reglement des Skiweltverbandes verstoßen. Die FIS disqualifizierte ihn nachträglich wegen eines Regelverstoßes und folgte damit einer Formulierung im Anti-Doping-Reglement.

Luitz wehrte sich gegen die Strafe und begründete dies unter anderem damit, dass Sauerstoffzufuhr von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA explizit erlaubt ist und es damit einen Widerspruch zwischen FIS- und WADA-Richtlinien gibt. Der Verstoß gegen die FIS-Regeln sei ihm auch deshalb nicht bewusst gewesen.

Skirennläufer Luitz geht gegen Disqualifikation vor

Update vom 28. Dezember 2018: Der Allgäuer teilte dem Ski-Weltverband FIS am Freitag mit, dass er eine nachträgliche Disqualifikation für den Riesenslalom am 2. Dezember in Beaver Creek/USA wegen der leidigen "Sauerstoff-Affäre" nicht akzeptiere. "Ich habe mir das in aller Ruhe überlegt und möchte gegen die Disqualifikation vorgehen, da ich diese für ungerecht halte", sagte Luitz.

Luitz hatte in Beaver Creek durch die Nutzung von Sauerstoff direkt an der Rennstrecke gegen das Anti-Doping-Reglement der FIS verstoßen. Auf Anraten ihres Anti-Doping-Panels kündigte die FIS knapp zwei Wochen später an, Luitz rückwirkend zu disqualifizieren. Der Einspruch von Luitz setzt nun ein Verfahren in Gang, in dessen Verlauf es zu einer Anhörung kommen dürfte. Ein Zeitplan ist noch nicht bekannt.

"Wir stehen hinter Stefan", betonte DSV-Sprecher Ralph Eder am Freitag. Der Deutsche Skiverband hat den Verstoß mehrfach eingeräumt und betont, er sei sich des Verbots von Sauerstoff durch die FIS an einer Rennstrecke nicht bewusst gewesen. Eine Nutzung im Training verbietet die FIS dagegen nicht. Auch die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA erlaubt die Sauerstoffeinnahme.

SID

Verlust des Weltcupsieges droht - jetzt spricht Stefan Luitz über den Vorfall

Update vom 8. Dezember 2018: Skirennfahrer Stefan Luitz hat sich erstmals nach Bekanntwerden seines Verstoßes gegen die Anti-Doping-Regeln des Skiweltverbands öffentlich geäußert. „Es ist sehr ärgerlich. Vor allem, dass es vor dem nächsten Rennen zu so einer Situation kommt“, sagte der 26-Jährige in einem am Samstag ausgestrahlten Beitrag der ARD vor dem Riesenslalom in Val d'Isère. Auf die Frage, ob nun ein Schatten auf seinem ersten Weltcup-Sieg liege, antwortete Luitz: „Ein bisschen, muss ich sagen. Deswegen ist es noch mehr Anreiz, das nochmal zu zeigen.“

Luitz hatte vergangene Woche in Beaver Creek das erste Mal in seiner Karriere ein Weltcup-Rennen gewonnen. Zwischen den beiden Durchgängen beim Riesenslalom atmete er im Aufenthaltsbereich der Fahrer Sauerstoff durch eine Maske. Damit brach er eine Regel des Skiweltverbands FIS, die das Einatmen von Sauerstoff an einer Wettkampfstätte verbietet. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA erlaubt diese Methode hingegen explizit. Die Unterschiede zwischen WADA- und FIS-Regeln waren dem Deutschen Skiverband eigenen Angaben zufolge nicht bekannt.

Ob und wie Luitz bestraft wird, ist noch nicht entschieden. Die FIS bestätigte bislang nur eine Untersuchung des Falls. Im Reglement steht, dass auf einen Verstoß eine Disqualifikation folgt. Am Riesenslalom in Val d'Isère nahm Luitz am Samstag teil.

Nach bravouröser Fahrt in Beaver Creek - Luitz droht Verlust des Weltcupsieges

Val d‘Isere - Stefan Luitz droht wegen eines Regelverstoßes die nachträgliche Disqualifikation für den Riesenslalom in Beaver Creek und damit auch der Verlust seines ersten Weltcupsieges. Der 26 Jahre alte Skirennfahrer hatte zwischen den beiden Durchgängen am vergangenen Sonntag Sauerstoff durch eine Maske eingeatmet und damit gegen das Reglement des Skiweltverbandes FIS verstoßen. Die FIS bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Freitag eine Untersuchung, machte zu möglichen Konsequenzen aber keine Angaben.

In den Anti-Doping-Regeln der FIS mit Stand Juli 2016 steht auf Seite 13, dass ein Verstoß gegen diese Regeln automatisch eine Disqualifikation zur Folge hat. Allerdings erlaubt die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA in ihrer Liste der verbotenen Substanzen und Methoden aus diesem Jahr das Einatmen von Sauerstoff. Ob die FIS deswegen nicht auch nur eine Verwarnung aussprechen kann, ist nach dpa-Informationen ebenso unklar wie der Zeitpunkt der Entscheidung.

Alpinchef Maier gibt Fehler zu

„Wir haben einen Fehler gemacht, da stehen wir auch dazu. Weil wir nicht wussten, dass die FIS ihr Reglement an den internationalen WADA-Code nicht angepasst hat“, sagte der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier der Deutschen Presse-Agentur. „Wir aktzeptieren, wenn man sagt, wir haben einen Regelverstoß gemacht. Aber nicht, dass wir gedopt haben. Wir betrügen nicht.“

Luitz ist seit Donnerstag in Val d'Isère. Dort steht am Samstag (10.00/13.00 Uhr) ein Riesenslalom auf dem Programm, bei dem auch Felix Neureuther sein Comeback im Weltcup geben möchte.

dpa

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