Das zweite Mal überhaupt gibt es Spiel sieben

Berlin überrumpelt EHC - jetzt kommt es zum Showdown in München

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Münchens Jonathan Matsumoto sieht zu wie der Berliner Thomas Oppenheimer den Puck führt.

EHC-Schock! Die Red Bulls verlieren das sechste Finalspiel mit 3:5 und lassen Berlin wieder hoffen. Jetzt kommt’s in Spiel 7 zum Showdown in München.

Statt des Triple-Traums droht dem EHC das böse Erwachen! In Spiel sechs der Final-Playoffs gegen die Eisbären Berlin lassen die Münchner ihre bisherige Kaltschnäuzigkeit vermissen, agieren insgesamt zu schlafmützig und verschenken mit dem 3:5 (1:1, 1:0, 3:2) auch ihren zweiten Matchpuck – jetzt kommt es zum ultimativen Showdown.

Fast sieben Minuten dauerte es bis zum ersten EHC-Torschuss

Getrieben vom lautstarken Publikum kamen die Berliner mit unglaublichem Feuer auf’s Eis – EHC-Goalie Danny aus den Birken war früh gefordert, nach nur vier Minuten aber bereits geschlagen: Eisbären-Verteidiger Jonas Müller zog die Aufmerksamkeit der gesamten EHC-Defensive auf sich und hatte dann das Auge für Louis-Marc Aubry, der Spiel sechs mit einem Lupfer über aus den Birken eröffnete – Traumstart für die Eisbären, die den Schwung aus dem hochemotionalen Spiel fünf mitgenommen hatten und den EHC einmal mehr in der Anfangsphase kalt erwischten.

Fast sieben Minuten dauerte es, bis der EHC zum ersten Torschuss kam – dafür landete schon der vierte im Tor, als Konrad Abeltshauser freistehend links unten einschob (8.). EHC-Star Patrick Hager analysierte: „Wir wollten besser starten, haben dann aber die richtige Antwort geben.“ Kollege Steven Pinizzotto ergänzte: „Das macht Spaß! Jeder kämpft hier um sein Leben, aber diese Intensität gehört einfach dazu.“

Der Münchener Frank Mauer (28) kämpft mit Berlins Michael Dupont (25) um den Puck.

Wer dachte, der EHC hätte aus dem Kaltstart zu Spielbeginn gelernt, sah sich getäuscht, denn wieder fiel der frühe Rückstand – wenn auch äußerst unglücklich: Nicholas Petersen setzte sich über links durch und brachte dann den Puck scharf vors Tor. Dort rutschte EHC-Linksaußen Jason Jaffray weg und bugsierte den Puck mit seinem linken Schienbein in die eigenen Maschen (23.).

Es folgten viele Strafraumszenen, harte Zweikämpfe und eine enorme Drangphase der Münchner, die mehrmals den Ausgleich auf der Kelle hatten – zu Unvermögen im Abschluss kam dann noch Schiri-Pech, als ein Baxmann-Check gegen den Kopf von Jaffray ungeahndet blieb – Jaffray musste blutend vom Eis.

Die Eisbären schocken den EHC früh im Schlussdrittel - danach ist nur noch Ergebniskosmetik drin 

Vor dem letzten Drittel war also Dampf im Spiel. Und als wären zwei Mal nicht schon genug gewesen, schockten die Eisbären den EHC auch im Schlussdrittel früh – diesmal sogar doppelt: Erst staubte MacQueen einen seitlich abgewehrten Abpraller nach nur 12 Sekunden zum 3:1 ab, dann legte Fischbuch per Alleingang nach (45.) – das Spiel war entschieden, die Münchner Christensen (58.) und Hager (59.) und Berlins Wissmann (Empty Net, 58.) sorgten nur noch für Ergebnis-Makulatur. Aucoin war nach dem Spiel entsprechend bedient: „Wir waren zu oft auf der Strafbank. Wir müssen jetzt zu unserem Spiel zurückfinden und mehr dagegen halten!“

Damit kommt es am Donnerstag (19:30 Uhr) tatsächlich zum kaum noch für möglich gehaltenen Spiel sieben – erst zum zweiten Mal überhaupt in einem DEL-Finale.

Max Kramer, Flo Weiß

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