Im Stangenwald

72 Tore! Wie sich Hirscher, Dopfer & Co. den Slalomkurs einprägen

Olympia: Einkleidung deutsche Olympia-Mannschaft für Pyeongchang
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Kopf-Sport: Fritz Dopfer & Co. im ­Stangenwald

Bis zu 72 Tore, Traversen, Vertikale und Geländeübergänge – wie soll man sich das eigentlich alles nach nur einer kurzen Besichtigung merken?

Pyeongchang - Was für den Gelegenheitsskifahrer unmöglich scheint, ist für Marcel Hirscher, Fritz Dopfer & Co. kein Problem. 

Am Donnerstag steigt der Männerslalom (2.15 und 5.45 Uhr MEZ), und dann müssen die Slalom-Artisten wieder den schnellsten Weg durch den Stangenwald finden. Der klare Favorit ist natürlich Ösi-Superstar Hirscher – aber am Hang bei der Vorbereitung ist er einer von vielen. Auch er muss sich alles einprägen – dabei gibt es verschiedene Wege. Die tz hat sich von Deutschlands Ski-Assen erklären lassen, wie sie sich den Durchblick bewahren.

Fritz Dopfer im Stangenwald

„Ich merke mir spezielle Torkombinationen, Geländeübergänge und Rhythmusänderungen“, sagt Fritz Dopfer. „Aber ich bin keiner, der die Stangen durchzählt. Mir geht es primär um die technische Vorstellung, wie ich Skifahren will, die Torkombinationen sind eher sekundär. Die wichtigsten Passagen speichert man schnell ab, man hat 45 Minuten Zeit zur Besichtigung. Ich nehme davon ungefähr 20 bis 25 Minuten in Anspruch und liege damit im mittleren Bereich.“

Stefan Luitz fährt blind den Kurs

Stefan Luitz, der leider verletzt fehlt, geht detaillierter zu Werke: „Ich weiß jedes Tor im Lauf. Ich merke mir beispielsweise: drei Tore, dann Haarnadel. Vier Tore, Welle. Vier Tore, Vertikale. Drei Tore, dann ein Zieher. Das gehe ich so lange durch, bis ich nicht mehr mitzählen muss, sondern es so im Kopf habe, dass ich blind durch den Kurs fahren kann. Bei der Besichtigung war ich früher immer sehr schnell, aber in den vergangenen Jahren habe ich mir angewöhnt, den Kurs exakt einzuprägen.“

So macht es Lena Dürr

Lena Dürr wiederum hat eine dritte Variante: „Ich zähle von eins bis 60 oder 72 durch. Ich weiß jede Richtungsänderung und dass am Tor fünf beispielsweise eine Haarnadel kommt. Für die Besichtigung brauche ich etwa eine Viertelstunde. Im zweiten Durchgang meist etwas kürzer, weil man den Hang kennt.“

Und dann gibt es noch die Variante für die intuitiven Skifahrer – Christina Geiger ist eine davon: „Ich merke mir markante Passagen und zähle nicht jedes Tor. Wenn ich fünf Minuten brauche, ist es schon viel. Je länger ich brauche, desto mehr verkopfe ich deswegen. Ich kann mir das gut einprägen und weiß den Lauf dann relativ auswendig, kann mir das gut einprägen. Vor meinem Start schaue ich mir eine oder zwei Läuferinnen an, aber nicht mehr, das lenkt mich sonst ab.“

In der kommenden Nacht gilt es also: Wer hat den Durchblick bei Vollgas?

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Mathias Müller

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