Malaysia: Mega-Hitze & das Rätsel um Red Bull!

Wie gefährlich wird dieses Rennen?

Die tz erklärt, warum der Große Preis von Malaysia ein megagefährliches Rennen werden könnte.
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Die tz erklärt, warum der Große Preis von Malaysia ein megagefährliches Rennen werden könnte.

Malaysia - Die Hitze ist extrem – aber den Zuschauern läuft trotzdem eine Gänsehaut den Rücken runter…

Am Sonntag in der Früh um acht (live bei RTL und Premiere) wird der Große Preis von Malaysia gestartet, und es könnte ein megagefährliches Rennen werden. Die tz erklärt, warum.

Brennpunkt 1: das Red-Bull-Auto. Im ersten freien Training hatte David Coulthard einen schweren Unfall, weil die Radaufhängung seines Autos brach. Der Schotte verletzte sich dabei zum Glück nicht. Bleibt aber trotzdem die Frage, ob das Auto ein Sicherheitsrisiko für alle ist. Nicht auszudenken, was passieren könnte, wenn es wegen eines solchen Aufhängungsschadens im Rennen einen Massen-Crash geben sollte…

Die Rennkommissare des Weltverbands FIA ließen deswegen die Red-Bull-Verantwortlichen antreten. Sie mussten den Unfall aus ihrer Sicht erklären. Denn: Laut Artikel 2.3 des technischen Reglements können die Kommissare ein Team vom Rennen ausschließen, wenn sie sein Auto für gefährlich halten. Red-Bull-Boss Christian Horner geht allerdings fest davon aus, dass sein Team am Wochenende mitfahren darf. Die Rennkommissare seien mit der Erklärung zufrieden gewesen – „so zufrieden wie Rennkommissare eben sein können.“ Was war passiert? In der siebten Runde des freien Trainings kam Coulthard kurz von der Piste ab, sein Red Bull fuhr geradeaus über einen Randstein – eigentlich ganz normal.

Doch beim Berühren des Randsteins brach die Vorderradaufhängung wie ein Streichholz. Der Schotte blieb kurz benommen im Auto sitzen, an der Box hielt sich Chefdesigner Adrian Newey fassungslos die Hände vors Gesicht. Es war schon der zweite Vorfall dieser Art. Bereits bei der Kollision in Australien mit Ferrari-Pilot Felipe Massa brach die Aufhängung von Coulthards Auto – auf der Seite, die vom Ferrari gar nicht berührt wurde… Objektive Beobachter wie BMW-Technikchef Willy Rampf wunderten sich: „Es sah zumindest ungewöhnlich aus.“ Insider vermuten, dass es Designer Newey mit seiner Leichtbauweise übertrieben hat. Schon bei McLaren hatte er mit dem Bau des MP/4-18 Probleme. Das Auto fand nie den Weg auf die Rennstrecke, weil es bei jeder Testfahrt im Jahr 2002 Defekte hagelte. Insider spekulieren jetzt, dass Newey bei Red Bull beweisen will, dass sein damaliges Konzept doch das richtige war.

Brennpunkt 2: das extreme Klima. Fürs Rennen sind 33 Grad vorhergesagt, dazu hohe Luftfeuchtigkeit. Möglicherweise sogar ein Tropengewitter. BMW-Pilot Nick Heidfeld befürchtet: „Wenn es richtig runterkommt, könnte es unfahrbar sein.“ Weil die Autos seit dieser Saison keine Traktionskontrolle mehr haben dürfen, sind sie auf nasser Strecke wahnsinnig schwer zu beherrschen. Sintflutartiger Tropenregen würde ein komplettes Chaos auslösen. Honda-Fahrer Jenson Button: „Hier wäre die Hölle los.“ Immerhin: „Ich habe gehört, dass sie einige gute Auslaufzonen gebaut haben. Das ist gut, denn die werden wir auch brauchen…“

Und selbst wenn’s nicht regnen sollte, wird’s schlimm genug. Das Problem bei dieser Hitze ist der Flüssigkeitsverlust durchs Schwitzen, bis zu 3,5 Liter während des Rennens. McLaren-Mercedes-Teamarzt Aki Hintsa sagte der tz: „Das könnte kritisch werden, denn das sind über zwei Prozent der Körperflüssigkeit. Und in diesem Fall kann schnell die Konzentration nachlassen.“ Fahrfehler sind vorprogrammiert. Drei Prozent Wasserverlust führen bereits zu zehn Prozent Leistungsverlust der Muskeln. Einfachstes Gegenmittel: Trinken. Hintsa: „Der Fahrer muss mit Flüssigkeit richtig überladen sein.“ Wasser alleine reicht dabei nicht. Um den Verlust an Mineralien während des Rennens bei großer Hitze auszugleichen, wird eine Flüssigkeit mit Elektrolyten verwendet. Dieses Getränk wird auch in einer Trinkflasche (1,5 Liter) im Auto mitgeführt.

Fällt dieses System aus, hat der Pilot ein Problem. Vor zwei Jahren war zum Beispiel Fernando Alonsos Strohhalm verstopft, der Spanier konnte nicht trinken. Er erinnert sich: „Ich war am Ende des Rennens völlig fertig und musste mich auf dem Podium erst mal fünf Minuten setzen.“

Ralf Bach

Quelle: tz

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