Biathlon-Weltcup in Pyeongchang

"Hat total weh getan": Neuner siegt

Magdalena Neuner feierte in Pyeongchang den zehnten Weltcupsieg ihrer Laufbahn.
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Magdalena Neuner feierte in Pyeongchang den zehnten Weltcupsieg ihrer Laufbahn.

Pyeongchang - "Laufwunder" Magdalena Neuner hat im südkoreanischen Pyeongchang die Serie der Podestplätze der deutschen Biathletinnen fortgesetzt.

Die 21 Jahre alte Wallgauerin verwies am Donnerstag beim Sprint über 7,5 Kilometer trotz zweier Strafrunden die Französin Sandrine Bailly, die nur eine der zehn Scheiben verfehlt hatte, um 14,3 Sekunden auf den zweiten Platz. Dritte wurde mit 22,3 Sekunden Rückstand die fehlerfrei schießende Italienerin Michela Ponza. “Das war weit anstrengender als es vielleicht ausgesehen haben mag, hat total wehgetan. Umso glücklicher bin ich über den Sieg“, sagte Neuner nach ihrem dritten Saisonerfolg und dem zehnten Weltcupsieg ihrer Laufbahn.

Im Gesamtweltcup behauptete Andrea Henkel (Großbreitenbach), die zwar Viertschnellste in der Loipe war, aber dreimal in die Strafrunde musste, als 17. das Gelbe Trikot mit 590 Punkten und nur noch zwei Zählern vor Bailly. Neuner, die auch die Führung im Sprint-Weltcup übernahm, verbesserte sich mit 574 Punkten auf Rang drei vor Kati Wilhelm (544). Die Athletin aus Zella-Mehlis leistete sich bei schwer einzuschätzendem Wind wie Henkel drei “Fahrkarten“ und landete auf Platz 18. Zweitbeste Deutsche beim Flutlichtrennen auf den WM- Strecken des kommenden Jahres war die makellos schießende Sabrina Buchholz (Oberhof) als Zwölfte.

“Lena“ Neuner setzte von Beginn an die Bestzeiten, führte auch nach beiden Schießeinlagen das Klassement an und baute den Vorsprung auf der schweren 2,5 Kilometer langen Schlussrunde dank ihrer Kraft und der hervorragenden Lauftechnik noch weiter aus. “Das heißt aber nicht, dass es mir leicht gefallen ist. Die Strecke ist total anstrengend. Die Anstiege sind brutal schwer. Es gibt kaum Abschnitte, auf denen man gerade laufen kann. Sogar die Abfahrten bieten keine Erholung, fordern vollste Konzentration“, sagte die sechsmalige Weltmeisterin. “Die Strecke tut brutal weh. Da muss man über seine Leistungsgrenzen gehen können. Dazu belastete der Wind auf der Gegengerade der Strafrunde zusätzlich. Ich hatte das Gefühl, dass ich stehe“, beschrieb sie ihren Lauf.

Von Bundestrainer Uwe Müssiggang erntete sie vor allem ein dickes Lob für ihre Schießeinlagen. “Das war heute trotz der zwei Fehler ein wirklich gutes Schießen. Die Art und Weise hat mir gefallen. Das waren trotz des Windes gezielte Schüsse“, sagte Müssiggang. In das Lob schloss er auch Sabrina Buchholz ein. “Läuferisch ist sie in einer anderen Liga als 'Lena'. Doch besser kann man es am Schießstand nicht machen.“ Nicht am Start waren wegen der Nachwirkungen einer leichten Erkältung Martina Glagow (Mittenwald) und Simone Denkinger (Gosheim).

Quelle: DPA

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