Striezel Struck schreibt in der tz: Kovalainen muss der FIA und den Autobauern danken

Warum Kovalainen überlebte

Völlig demoliert: Der zerstörte Silberpfeil von Heikki Kovalainen wird von den Streckenposten geborgen, nachdem er mit über 200 km/h in die Reifenstapel gerast war – der Pilot überstand den Crash unverletzt und wurde nur zur Überwachung bis Montag in der Klinik behalten.
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Völlig demoliert: Der zerstörte Silberpfeil von Heikki Kovalainen wird von den Streckenposten geborgen, nachdem er mit über 200 km/h in die Reifenstapel gerast war – der Pilot überstand den Crash unverletzt und wurde nur zur Überwachung bis Montag in der Klinik behalten.

Barcelona - Was für ein Horrorunfall von Heikki Kovalainen – und was für ein Glück, dass nichts passiert ist. Aber was heißt Glück?

Der Dank hierfür geht an die Autobauer und die FIA, die zusammen dafür gesorgt haben, dass Piloten selbst schwere Unfälle jenseits von 200 Stundenkilometern nicht nur überleben können, sondern sogar nahezu unverletzt überstehen können.

Gerade, wenn das Unerwartete passiert und du als Fahrer nur noch Passagier bist, musst du dich auf dein Auto verlassen können. Genau das ist Kovalainen passiert. Der Finne erlitt einen Reifenschaden kurz vor Kurve neun, einer der schnellsten Ecken in Barcelona überhaupt. Sie wird mit einer Geschwindigkeit von gut 230 Stundenkilometern durchfahren. Wahrscheinlich hat sich ein Fremdkörper zwischen Bremsscheibe, Reifen und Felge eingeschlichen, der zum Unfall führte. Da hast du als Pilot gar keine Chance mehr zu reagieren und kannst dich nur noch auf den Aufprall vorbereiten. Dann heißt es nur noch: Hände schnell weg vom Lenkrad und hoffen. Der ganze Unfall erinnerte an den Crash, den Lewis Hamilton vergangenes Jahr am Nürburgring hatte. Die Sicherheitszelle des McLaren hat damals wie heute beide vor Schlimmerem bewahrt.

Rein sportlich ziehe ich wieder mal meinen Hut vor Ferrari und hier im Speziellen vor Kimi Räikkönen. Der Finne fuhr wie ein Uhrwerk und sein Sieg schien mir nie gefährdet. Ferrari hat bewiesen, dass sie nach wie vor die Messlatte sind. Ich glaube sogar, dass sie noch schneller hätten fahren können – wenn sie mehr gefordert worden wären. Von der Strecke in Barcelona sagt man ja: Wer hier schnell ist, ist überall vorn. Das heißt: Ferrari hat die Nase vorn, ganz klar, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die neue Fahrzeugnase mit dem Loch hat sie definitiv schneller gemacht.

Mercedes und BMW sind gemeinsam dahinter. Der Speed der beiden ist ähnlich. In Barcelona gewann Hamilton den Start gegen Kubica und wurde deshalb Dritter. Ich bin sicher, wäre Kubica in der ersten Kurve vor Hamilton geblieben, er wäre es auch im Ziel gewesen.

Am meisten verbessert hat sich Renault – trotz des Motorschadens im Rennen. Es ist unglaublich, wie viel Zeit Fernando Alonso und sein Team seit dem letzten Rennen in Bahrain gefunden haben. Der dritte Startplatz wäre sonst nicht möglich gewesen – denn so viel leichter war er im Training nicht unterwegs, dass man von einem reinen Showergebnis hätte sprechen können. Ich kann mir das so erklären: Der Renault hatte so viele Fehler im System, dass die Franzosen einige Zeit gebraucht haben, um diese abzustellen. Alonso, obwohl erst 26, ist schon ein alter Hase in diesen Dingen und deshalb sicher genau der richtige, um ein Auto kontinuierlich zu verbessern.

So gut Alonso wieder mal als Fahrer war und wahrscheinlich als Entwickler – er ist und bleibt ein genialer Flegel, ich muss es leider sagen. Als vor dem Rennen die Nationalhymne gespielt wurde, ist er weder aufgestanden, noch hat er seine Mütze abgenommen. Das hat keinen Stil und ist respekt

Quelle: tz

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