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US Open: Geschichte, Rekordsieger, Preisgelder – alle Infos

New York US Open, Herren, Einzel, 2. Runde, Djokovic (Serbien) gegen Londero (Argentinien).
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US Open in New York

Die US Open gehen auf das Jahr 1881 zurück und haben sich aus den US-Tennismeisterschaften entwickelt. Seit 1968 findet das Tennisturnier im Open-Modus statt und steht Amateuren und Profis aus allen Ländern offen.

  • Die US Open gehören zu den Tennisturnieren mit dem höchsten Preisgeld.
  • Es handelt sich in der Regel um das vierte Grand-Slam-Turnier des Jahres und findet im August oder September statt.
  • Der Austragungsort befindet sich seit 1978 in Flushing Meadows in New York.

New York – Für deutsche Tennisspieler sind die US Open ein Traum. Bisher gewann bei den Herren im Einzel jedoch lediglich Boris Becker dieses Tennisturnier im Jahr 1989. Michael Stich schaffte es 1994 ins Finale, musste sich dort allerdings Andre Agassi nach drei Sätzen geschlagen geben. Die Frauen waren erfolgreicher. Aber auch ohne deutsche Siege sind die US Open eines der interessantesten Turniere der Welt.

US Open – die Geschichte des Tennisturniers

Zum ersten Mal wird der Vorläufer der US Open 1881 als U.S. National Championships der Herren ausgetragen. Das Tennisturnier findet damals im „Newport Casino“ in Newport, Rhode Island statt. Das erste Tennisturnier für Damen folgt im Jahr 1887. Die Frauen tragen ihre Meisterschaft im „Philadelphia Cricket Club“ in Philadelphia aus.

Im Jahr 1915 erfolgt der Umzug nach New York, allerdings findet das Tennisturnier zuerst im Stadtteil Queens im „West Side Tennis Club“ in Forest Hills statt. Der Umzug in das legendäre Flushing Meadows erfolgt erst im Jahr 1978.

Bis einschließlich 1967 ist die Teilnahme an diesem Tennisturnier ausschließlich Amateuren vorbehalten. Erst 1968 beginnt die Open Era, die auch professionellen Spielern das Spielen erlaubt. Die US Open finden bis 1974 auf Rasen statt, danach folgen drei Jahre auf Sand. Seit 1978 bildet ein Beton-Kunststoffgemisch den Untergrund für das berühmte Tennisturnier.

US Open Rekordsieger

Während deutsche Spieler bei diesem Tennisturnier kaum punkten können, sind andere Athleten geradezu in Flushing Meadows „zu Hause“ und dominieren den Wettbewerb über mehrere Jahre. Zu den Rekordsiegern vor der Open Era gehören:

  • Richard Sears (ab 1881)
  • William Larned (ab 1901)
  • Bill Tilden (ab 1920)

Alle drei Spieler gewinnen die US Open in ihrer Karriere siebenmal, davon mehrere Jahre in Folge. Seit das Tennisturnier im Open-Modus ausgetragen wird, gibt es diese Rekordsieger:

  • Jimmy Connors
  • Pete Sampras
  • Roger Federer

Alle drei Spieler gewinnen das Tennisturnier fünfmal. Dabei vollbringt Roger Federer das Kunststück, alle Siege in aufeinander folgenden Jahren zu erringen, während Jimmy Connors auf Rasen, Sand und Beton das Spiel dominiert.

In der Vor-Open-Era stellen Richard Sears, James Dwight und Holcombe Ward die Rekordsieger im Doppel mit sechs Siegen. Die US Open seit 1968 überstrahlen die Zwillingsbrüder Bob und Mike Bryan, die fünf Titel im Doppel gewinnen. Mark Woodforde und Todd Woodbridge dagegen sind das einzige Spielerpaar, das jemals einen Doppeltitel in diesem Tennisturnier im Folgejahr verteidigen konnte.

US Open – Rekordsiegerinnen des Tennisturniers

Die jüngste Spielerin, die jemals bei den US Open ein Spiel gewinnen konnte, heißt Mary Joe Fernández. Sie besiegt im Tennisturnier 1985 im Alter von 14 Jahren und acht Tagen ihre Gegnerin Sara Gomer mit 6:1 und 6:4 in zwei Sätzen.

Die erfolgreichste Spielerin aller Zeiten ist die Amerikanerin Molla Mallory. Sie gewinnt das Tennisturnier in den Jahren von 1915 bis 1926 ganze achtmal. Seit die US Open im aktuellen Modus ausgetragen werden, setzen sich Chris Evert und Serena Williams mit sechs Titeln an die Spitze. Wobei Serena Williams 2020 die Chance hat, an Chris Evert vorbeizuziehen. Mit 102 Siegen hat Williams Evert bereits den Rekord mit den meisten Siegen in den US Open abgenommen.

Margaret Osborne DuPont ist gleich eine doppelte Rekordsiegerin. Die Spielerin aus den 1940er und 50er Jahren sichert sich 13 Doppeltitel, von denen sie zehn in Folge erringen kann. Seit der Open Era des Tennisturniers ist Martina Navrátilová die erfolgreichste Doppelspielerin. Sie sicherte sich nicht nur vier Einzeltitel, im Doppel triumphierte sie gleich neunmal. Virginia Ruano Pascual und Paola Suárez sind Rekordspielerinnen, wenn es um Doppelsiege in Folge geht. Sie holen sich den Titel dreimal hintereinander.

US Open Tennisturnier: Preisgelder in Millionenhöhe

Als die US Open 1968 erstmalig den Profis offen stehen, fällt das Preisgeld noch bescheiden aus. „Nur“ 26.150 US-Dollar schüttet der Veranstalter insgesamt aus. 20 Jahre später ist die Gesamtgewinnsumme rasant angewachsen und beträgt 2.612.126 US-Dollar. Im Jahr 2017 erreicht das Preisgeld erstmalig die Grenze von fünf Millionen Dollar. Damit werden die US Open zum höchstdotierten Grand-Slam-Tennisturnier der Welt. Allein das Preisgeld für die Sieger im Damen- und Herren-Einzel beträgt in diesem Jahr 3,7 Millionen US-Dollar. Die US Open sind also auch gewinntechnisch ein Tennisturnier der Superlative. Von 2013 bis 2018 erhöht sich das Preisgeld um 57 Prozent. Im Jahr 2020 sind insgesamt 53,4 Millionen US-Dollar zu holen. Damit fallen die Prämien coronabedingt etwas niedriger aus als im Vorjahr, als insgesamt 57,24 Millionen im Pot sind. Bereits das Antreten im Einzel belohnen die Veranstalter mit 61.000 US-Dollar. Die Gewinner des Damen- und des Herren-Einzels dürfen 3 Millionen mit nach Hause nehmen, der Zweitplatzierte kann sich über die Hälfte freuen.

Die Sponsoren der US Open

Ein so großes und kostspieliges Tennisturnier wie die US Open kommt nicht ohne großzügige Spender aus. Zu den Geldgebern gehören unter anderem folgende Unternehmen:

  • Wilson: Der Sportartikelhersteller liefert seit über 40 Jahren die offiziellen Wilson US Open Tennisbälle.
  • Emirates: Die Fluglinie unterstützt das Tennisturnier.
  • American Express: Das Kreditkartenunternehmen ist seit 1994 offizieller Partner der US Open.
  • Mercedes-Benz: Seit 1996 unterstützt das Unternehmen das Tennisturnier und stellt die Wagen für die Veranstaltung.
  • IBM: Das IT-Unternehmen sorgt seit 29 Jahren für die technische Infrastruktur.

Zusätzlich stellen viele weitere Unternehmen Geld, Waren und Dienstleistungen zur Verfügung. Dazu gehören evian, CHASE, J. P. Morgan, ROLEX, The New York Times und viele andere.

US Open – die Übertragung des Tennisturniers

Der Rundfunkpartner in den Vereinigten Staaten ist der US-amerikanische Fernsehsender ESPN, der ähnlich wie Eurosport ausschließlich Sportveranstaltungen überträgt. Die Zuschauer in Deutschland können das Tennisturnier im Jahr 2020 im Free TV auf Eurosport live verfolgen. Wer nahezu alle Spiele sehen möchte, benötigt ein kostenpflichtiges Abonnement für den Eurosport Player. Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen findet keine Übertragung statt.

Die Ergebnisse der US Open

Das Tennisturnier erfreut sich seit seiner ersten Auflage in den USA großer Beliebtheit und die Ergebnisse sind seit 1881 dokumentiert. In der folgenden Tabelle sind alle mehrfachen Siegerinnen und Sieger im Einzel seit Beginn der Open Era übersichtlich dargestellt.

Name der SpielerinAnzahl der SiegeName des SpielersAnzahl der Siege
Chris Evert6Jimmy Connors5
Serena Williams6Pete Sampras5
Steffi Graf5Roger Federer5
Martina Navrátilová4John McEnroe4
Kim Clijsters3Rafael Nadal4
Billie Jean King3Ivan Lendl3
Tracy Austin2Novak Djokovic3
Justine Henin2Andre Agassi2
Monica Seles2Stefan Edberg2
Venus Williams2Patrick Rafter2

Was bedeutet der Zusatz Grand Slam bei den US Open?

Grand Slam ist ein englischer Begriff, der übersetzt „großer Schlag“ bedeutet. Eigentlich stammt diese Bezeichnung aus dem Kartenspiel Bridge, wenn eine Spielpartei alle Stiche gewinnt. Der Journalist John Kieran überträgt diese Bezeichnung im Jahr 1933 auf den Tennissport. Ein Grand Slam gelingt, wenn ein Spieler die vier höchstdotierten und mit den meisten Weltranglistenpunkten versehenen Tennisturniere der Welt in Folge gewinnt. Das sind die Grand Slam Turniere Wimbledon, Australian Open, French Open und die US Open.

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