2010 kein Sechstage-Rennen im Olympiapark / Renz-Rettungsplan

Sixdays? „Totes Pferd“

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Die Münchner Sixdays galten als inoffizielle WM der Sechstage-Fahrer

München - Das war’s dann erstmal. Heuer kein Sechstage-Rennen in der Olympiahalle! Das hat Olympiapark-Chef Ralph Huber am Donnerstag bekanntgegeben.

Grund: Nach dem Zuschauerschwund der vergangenen Jahre ist das finanzielle Risiko zu groß geworden. Huber: „Mit Sicherheit ist das kein gutes Zeichen, aber es blieb uns keine andere Wahl. Das tut weh. Aber irgendwann muss man ein totes Pferd verlassen.“

Als Ersatz sind lebendige Pferde vorgesehen. Das Reit-Turnier Munich Indoors, das bisher Anfang Dezember stattfand, soll nämlich auf den November-Termin des Sechstage-Rennens vorrutschen. Im Dezember wird damit Platz frei – zum Beispiel für Konzerte. Insgesamt „rund 300 000 Euro“ könne man auf diese Weise erlösen, schätzt Huber.

Sechstage-Veranstalter war in den vergangenen Jahren ohnehin nicht der Olympiapark gewesen, sondern Klaus Cyron mit seiner Agentur S & K. Der rechnete nach dem 2009er-Rennen (minus 8500 Zuschauer) seine Verluste durch – und kam zu dem Schluss: „Wir werden unseren Vertrag nicht verlängern. Wir stehen 2010 nicht mehr als Veranstalter zur Verfügung. Wir haben in alle möglichen Richtungen gearbeitet, viel ausprobiert und viel verändert – aber der Erfolg ist leider nicht gekommen.“ Woran das liegen kann? Cyron: „Das Veranstaltungskonzept ist einfach überholt, nicht mehr zeitgemäß. Die Fahrer waren an den sechs Tagen rund 42 Stunden lang auf der Bahn… Selbst ein Marathon ist kürzer. Wenn man das mal auf den Fußball überträgt: Wer würde am Donnerstagabend zum Anstoß kommen, wenn’s das Ergebnis erst am Dienstag gibt?“ Vermutlich nicht viele Leute…

Der Olympiapark selber hat einen Rettungsversuch unternommen. Boss Huber: „Wir haben Gespräche geführt, aber keine Agentur gefunden, die einspringen will. Und wir wollen das Risiko auch nicht selber tragen.“ Schon allein deswegen nicht, weil’s da am Ende auch um Steuergelder geht… In der Konsequenz heißt das: Der Olympiapark gibt seine Sixdays-Lizenz an den Verband zurück.

Huber: „Wir geben unseren Termin frei. Jetzt kann jeder andere Veranstalter und jede andere Stadt aufspringen.“

Damit kommt Sigi Renz ins Spiel. Der war bisher als Rennleiter aktiv – und denkt jetzt darüber nach, wie er das Münchner Sechstage-Rennen doch noch retten kann. Renz zur tz: „Ich werde es probieren.“ In ein paar Wochen wird er sich mit dem gut vernetzten Radprofi Christian Grasmann zusammensetzen – dann wollen sie gemeinsam Sponsoren suchen. Renz: „Ich werde versuchen, den Termin im November einigermaßen zu halten oder vielleicht um eine Woche vorzuziehen.“ Die Olympiahalle steht für Renz als Veranstaltungsort nicht zur Debatte. Erstens, weil sie ihm zu groß ist – und zweitens, weil er mit der Verpflegung nicht zufrieden ist. Renz: „Es scheitert auch an Arena One. Was die im vergangenen Jahr abgeliefert haben, war unter aller Kanone.“

Uli Heichele

Quelle: tz

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