TV-Kritik: Ist Premiere bald zum Prüllern?

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Prüllerts bald bei Premiere?

Fantastisches TV-Sportwochenende – mit Jogi-Länderspiel und mit Norbert Haugs McLaren-Mercedes, die trotz Platz drei so langsam sind, dass viele schon vom „Liechtenstein auf Rädern“ reden.

Mit dem Gerücht der Woche: Kommentiert Heinz Prüller bald für Premiere? Und mit dem Sport-Satz der Woche: „I am an idiot“ – gesprochen leider nicht zu Recht von Poschi Poschmann im Sportstudio nach dem fadesten Philipp-Lahm-Interview der Welt, sondern von Basti Vettel nach einem Vorfahrtsproblem.

Aber der Reihe nach: Das Länderspiel im ZDF war mäßig wie befürchtet, aber lehrreich. Dank Kommentator Béla Réthy, der ja hauptberuflich als Statistisches Bundesamt arbeitet. Es ist nämlich so: Réthy ist bekanntlich der König der Zettel, die er in rauen Mengen ins Stadion schleppt und dann daraus vorliest.

Die Grid Girls der Formel 1

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Heißa, was haben wir nicht alles von Zettel-Béla erfahren, dem besten Freund von Zettel-Ewald! Vor allem über die Berufe der Liechtensteiner Spieler: „Yves Oehri mit ein paar technischen Problemen, obwohl er Elektrokabelleger ist!“ Aber auch Landeskundliches: „Demnächst spielt hier im Zentralstadion die australische Viererkette AC/DC.“ Herrje, am Freitag in München waren’s doch noch fünf – ist mittlerweile einer an Altersschwäche verstorben?

Der Australien-Grand-Prix lief dann im tz-Kritiker-Hochhaus gleich auf drei Bildschirmen. Auf RTL interviewte der Boxenluderer Kai Ebel endlich wieder seinen Schumi, den er anhimmelte wie die Sissi den Franz. Das verarmte Premiere kann zwar Moderator Peter Lauterbach nicht mehr nach Australien schicken – dafür schaut das neue Studio in München bildschön aus, sogar, wenn Keke Rosberg drinsitzt. Kommentator Jacques Schulz kämpfte sich stolperfrei durch das neue Modewort „Energierückgewinnungssystemunterschiede“ und bekommt vielleicht Verstärkung.

Es ist nämlich so: Der österreichische Vierrad-Heilige Heinz Prüller durfte erstmals nach dem Krieg nicht mehr im ORF kommentieren – vom faden Ersatz Ernst Hausleitner erfuhr man nicht einmal, ob Jarno Trullis Tante mütterlicherseits eine Trafik in Mailand besitzt oder ob Mika Häkkinens Schildkröte Caroline mal vom Balkon gefallen ist. Aber das kann sich ändern: Laut Wiener Kurier will Premiere den Heinz (braucht keine Zettel, hat alles im Prüllerkopf drin) angeblich engagieren, als Experte oder mit einer eigenen Ton-Option. Dann müsste Prüller doch nicht das angekündigte Musical über seinen Ex-Hund Grimaldi schreiben. Und es könnte sich ausgehen mit weiteren fantastischen TV-Sportwochenenden.

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