Nur „Bomber“ Gerd Müller hat eine bessere Quote

Torgigant Gomez: Willensstark, eiskalt, treffsicher

Mario Gomez - auf den Spuren des "Bombers" Gerd Müller.
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Mario Gomez - auf den Spuren des "Bombers" Gerd Müller.

Stuttgart - Wenigstens raubt er nur den Verteidigern den Schlaf… „Nein, ich habe keine schlaflosen Nächte“, lächelte Jogi Löw bei der Frage nach Mario Gomez und dem Torjäger-Überschuss im DFB-Team, „ich freue mich umso mehr auf die EM“.

Kein Wunder: Der VfB-Goalgetter lässt die deutschen Hoffnungen wieder in die Höhe schnellen. „Mario hat ein super Spiel gemacht“, lobt Kapitän Michael Ballack – und geht sogar noch weiter: „Er macht viel Hoffnung für die EM. Das ist das, was international den Unterschied ausmacht. Wenn man gute Stürmer hat, kann man auch auswärts ganz anders auftreten.“ Der Schwabe als Schlüssel zum Titel? Seine Bilanz spricht dafür: Torgigant Gomez: Nur Gerd Müller hat eine bessere Quote!

In seinen neun Länderspielen traf der Halbspanier schon sechsmal – macht eine bärenstarke Quote von 0,66. Damit liegt er vor Klose (0,51), Podolski (0,54) und Kuranyi (0,41). Nur Müller bleibt nach wie vor mit seinem Wahnsinns-Schnitt von 1,1 Toren pro Länderspiel unerreicht.

Gomez hinter Müller – die logische Konsequenz: Alle schwärmen vom 22-Jährigen. Doch der bleibt wie immer bescheiden. Das hört sich dann so an: „Nicht nur dieses Spiel ist ausschlaggebend für die EM. Ich werde versuchen, weiterhin so zu spielen und in der Bundesliga Gas zu geben, damit ich gut vorbereitet für die EM bin.“ Und weiter: „Ich werde jetzt nicht irgendetwas verlangen, es sind noch zwei Monate bis zur EM. Ich habe keine Ahnung, ob ich einen Stammplatz habe. Das entscheidet der Trainer.“ Große Erfolgsgeheimnisse verrät der Torjäger nicht. „Im Fußball hängt viel vom Willen ab – und manchmal musst du halt ein bisschen mehr Wille haben…“

Tore statt Worte – für Löw gibt’s jetzt „ein Luxusproblem“, wie Bastian Schweinsteiger es nennt: Klose ist bei ihm gesetzt, Gomez muss in dieser Form einfach spielen. Aber auch Kevin Kuranyi (eine Vorlage) und Lukas Podolski (Tor und Vorlage) konnten bei ihren Kurzeinsätzen überzeugen. Für Poldi gab’s vom Bundestrainer sogar ein Extralob: „Lukas versprüht einen großen Tatendrang und Torhunger.“ Und Selbstvertrauen! Denn Poldi selbst sagt: „Ich war nie weg!“ So hat Löw jetzt „die Qual der Wahl“, freut sich Oliver Bierhoff.

Droht deswegen Zoff unter den Konkurrenten? Im Gegenteil! Einer lobt den anderen. „Es ist wichtig, dass jeder sein Können abruft. Jeder wollte sich noch einmal präsentieren“, sagt Miro Klose salomonisch.Auch Podolski will keine verbale Angriffs-Attacke starten: „Ich kenne Mario schon seit der Jugend. Es freut mich, dass er hier ist und wir zusammen spielen. Konkurrenzkampf im Sturm ist schön. Es werden bei der EM wahrscheinlich wir vier Stürmer sein.“ Selbst der verdrängte Kuranyi schnurrt sanft: „Mario hat schon in der Bundesliga gezeigt, dass er ein Topstürmer ist. Das ist sehr sehr wichtig für die Nationalmannschaft. Es ist gut, dass jetzt der Konkurrenzkampf im Sturm da ist.“

Gomez fasst es passend zusammen: „Wir Stürmer verstehen uns prima.“ Ein Glück, dass sie auf dem Platz nicht so zahm sind…

Quelle: tz

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