Schmutzige WM: Morddrohungen nach Aufstand gegen Russen-Doper

Russischer Biathlet bei der WM: „Wir sind fassungslos über die Dreistigkeit“
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Russischer Biathlet bei der WM: „Wir sind fassungslos über die Dreistigkeit“

Pyeongchang - Es sollte ein Fest des Biathlon-Sports werden, jetzt droht das totale Fiasko.

Nach dem größten Dopingskandal der Biathlon-Geschichte wächst bei der WM in Pyeongchang der Druck auf das russische Team. „Wir können nicht verstehen, wie locker die hier mit ihrer Situation umgehen, und sind fassungslos über die Dreistigkeit“, sagte Magdalena Neuner stellvertretend für die entrüstete Skijäger-Szene.

So schön und so erfolgreich: Magdalena Neuner

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Weltverbands-Boss Anders Besseberg beklagt „eine durch den russischen Dopingfall ausgelöste große Splittung der Biathlon-Familie und Fronten, die gegeneinander kämpfen“. Die Schweden sprachen nach Morddrohungen aus Russland auf der Sitzung der Mannschaftsleiter öffentlich über den Boykott des Weltcup-Finales in Chanty Mansijsk. Nach mehreren fragwürdigen Auftritten ihrer Sportler versprach wenigstens die Sportdirektorin der russischen Biathleten, Jelena Anikina, „harte Strafen.“

Nachdem die zweifache Broze-Gewinnerin Olga Saizewa offiziell jeden kritischen Kommentar zum erwiesenen Dopingvergehen ihrer Teamgefährten Albina Achatowa, Jelena Jurjewa und Dimitri Jaroschenko abgelehnt hatte, war bereits Kati Wilhelm in Rage geraten und hatte fehlendes Unrechtsbewusstsein im russischen Team beklagt. Neuner sagt entsetzt: „Die Russen sind extrem gut gelaunt. Das ist krass und enttäuschend, wie die mit dem Thema umgehen. Wir haben ein Problem damit und gehen den Russinnen aus dem Weg.“

Der in Pyeongchang bekannt gewordene sechste positive Test, verstärkte den Verdacht des systematischen Dopings in der russischen Mannschaft. „Wir werden herausfinden, ob das nur die Spitze des Eisbergs ist. Ich bin überzeugt davon, wenn es noch mehr Doping im Biathlon gibt, werden wir es entdecken“, sagte Besseberg. Wolfgang Pichler ist „überzeugt davon, dass 90 Prozent der Biathleten sauber sind“. Der deutsche Trainer der Schweden forderte nach Morddrohungen gegen seine Team-Mitglieder Mathias Nielsson und Björn Ferry Sicherheits-Garantien der russischen Regierung für seine Mannschaft beim Weltcup-Finale in Chanty Mansijsk Ende März.

„Wir können uns nicht vorstellen, zu einem Weltcup zu fahren, bei dem wir Angst um unser Leben haben müssen. Die Russen wollen schließlich Olympia 2014 ausrichten. Die müssen für unsere Sicherheit garantieren“, sagte Pichler: „Die Russen haben gedopt, und wir haben den Ärger. Das kann doch nicht wahr sein.“

Mathias Nielsson hatte in seinem Internet-Blog die russischen Doper als „Idioten“ bezeichnet und war ebenso massiv aus Russland bedroht worden wie die französischen Brüder Simon und Martin Fourcade.Einen WM-Abzug der restlichen Mannschaft (Anikina: „Nur Gott kann wissen, ob noch mehr Doping im Team ist.“) oder wenigstens der selbst von Jurjewa verdächtigten Teamärzte lehnt die Sportdirektorin des russischen Verbandes ab. Dabei ist in Pyeongchang ausgerechnet der Ehemann der erwischten Achatowa, Andrej Dimitrijew, als Arzt der Männermannschaft im Einsatz…

Quelle: tz

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