Was wird da bei der EM 2021 gesungen?

Portugals Hymne: Ein „Waffen“-Gesang - Und Cristiano Ronaldo steht immer schief

Cristiano Ronaldo (r.) bei der portugiesischen Nationalhymne.
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Cristiano Ronaldo (r.) bei der portugiesischen Nationalhymne.

Die Nationalhymne gehört zu jedem Länderspiel. Auch Superstar Cristiano Ronaldo singt mit seinen Teamkollegen die „A Portuguesa“ - doch worum geht es und warum steht er immer schief?

München - Oft sind es die emotionalsten Momente des Spiels. Das Singen der Nationalhymne sorgt für Gänsehaut, auch an den Spielern geht sie nicht spurlos vorbei. So singen sie den Text inbrünstig mit oder lassen sie einfach auf sich wirken. Auch die portugiesische Nationalmannschaft intoniert ihre Hymne bei der Europameisterschaft 2021. Die „A Portuguesa“ spart bei ihrem Inhalt nicht mit Pathos.

Der Text der „A Portuguesa“ - der portugiesischen Nationalhymne

  • Heróis do mar, nobre povo,Nação valente e imortal,
    Levantai hoje de novo
    O esplendor de Portugal!
    Entre as brumas da memória,
    Ó Pátria, sente-se a voz
    Dos teus egrégios avós,
    Que há-de guiar-te à vitória!
  • Às armas, às armas! Sobre a terra, sobre o mar,
    Às armas, às armas!
    Pela Pátria lutar!
    Contra os canhões marchar, marchar!
  • Zu deutsch:
  • Helden der See, edles Volk,
    Tapfere und unsterbliche Nation,
    Erhebet heute von neuem,
    Die Pracht von Portugal!
    Aus den Nebeln der Erinnerung,
    O Vaterland, fühlt man die Stimme
    Deiner ehrwürdigen Ahnen,
    Die Dich zum Siege führen wird!
  • Zu den Waffen, zu den Waffen!
    Über Land, über See,
    Zu den Waffen, zu den Waffen!
    Für das Vaterland kämpfen!
    Gegen die Kanonen marschieren, marschieren!

Komponist der portugiesischen Nationalhymne hatte deutsche Wurzeln

1890 verfasste Henrique Lopes de Mendonça den Text für die Nationalhymne, Komponist Alfredo Keil komponierte die Meldodie. Das Besondere: Der Dichter und der Komponist trafen sich persönlich, um den Text an die Melodie anzupassen. Eine Seltenheit bei Nationalhymen, da meist Melodie und Text zeitversetzt entstanden.

Musikalisch erinnert die portugiesische Nationalhymne an den „Fado“, die Nationalmelodik Portugals. Der schwermütige, melancholische Rahmen mischt sich mit dem revolutionären Geist des Textes. Es schadet daher nicht, die Nationalhymne in den geschichtlichen Kontext einzuordnen: Die „A Portuguesa“ entsteht Ende des 19. Jahrhunderts. Eine Zeit, in der in Portugal eine starke nationalistische Gesinnung vorherrschte. Entsprechend angriffslustig wirken manche Textpassagen.

Cristiano Ronaldo steht bei der Portugal-Hymne immer schief da

Die „A Portuguesa“ löste die bisherige Hymne („Hymno da Carta“) im Jahr 1911 ab. Komponist Alfredo Keil erlebte dies nicht mehr. Der Sohn eines deutschen Schneiders und einer Elsässerin verstarb im Jahr 1907. Dank seiner Melodie für die Nationalhymne wirkt sein Schaffen bis heute nach. Die erste Strophe und der Refrain gelten als die offizielle Hymne Portugals.

Wenn die Melodie ertönt, sieht man Cristiano Ronaldo dabei immer etwas versetzt zu seinen Mitspielern stehen. Warum? Ganz einfach: Der Weltstar empfindet es nach wie vor als große Ehre, sein Land auf den Platz zu führen. Deshalb positioniert er sich immer so, um frontal auf die portugiesische Fahne schauen zu können.

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