Österreich weint – und Hicke macht weiter

Österreich trägt Trauer - auch Trainer Josef Hickersberger.
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Österreich trägt Trauer - auch Trainer Josef Hickersberger.

Wien - Der Kurier titelte es kurz und knapp auf den Punkt: „Game over. Ballacks Blattschuss trifft mitten ins Herz.“ Ins rot-weiß-rote, das sich so sehr nach einem „Wunder von Wien“, nach einem zweiten Cordoba gesehnt hatte.

Der Traum ist geplatzt. Wehmütig nahm auch der zweite Gastgeber nach der Schweiz Abschied von der Euro. Ohne Sieg, mit nur einem erzielten Tor, aber nicht mit Schimpf und Schande.

„Es war zwar bitter, aber wir müssen uns keineswegs genieren“, sagte ÖFB-Generalsekretär Alfred Ludwig und fügte hinzu: „Eins, was wir uns erträumt haben, hat sich aber bewahrheitet: Dass wir zu den Fittesten gehören.“

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Trotzdem befindet sich Österreich im „Tal der Tränen“, wie die Kronenzeitung schrieb. Und Hans Krankl stellte kurz und bündig fest: „Cordoba gibt es halt nur einmal.“ Auch Teamchef Josef Hickersberger zog ein ernüchterndes Fazit. „Man muss schon konstatieren, dass die Zukunft des österreichischen Fußballs besser sein müsste als die Gegenwart“, sagte er, „das Viertelfinale war unser Ziel. Ich habe dieses Ziel mitgetragen, und ein Teamchef muss sich daran messen lassen.“

Hört sich eigentlich nach Abschied an, aber den wird’s ziemlich sicher nicht geben. Auch wenn sich Hicke am Montagabend noch ein bisschen zierte: „Eigentlich will ich nicht mehr im Opa-Alter Nationaltrainer sein.“ Hickersberger, der kürzlich 60 wurde: „Ich weiß nicht, ob ich noch jung genug bin.“ Um’s Geld ginge es nicht, sagte er: „Das hat nichts mit Feilschen oder Pokern zu tun. Beim ÖFB kann ich sowieso nicht reich werden.“ In Armut verkommen lassen werden ihn die Herren vom Verband aber auch nicht. Sie wollen mit ihrem Hicke weitermachen. Generalsekretär Ludwig: „Wenn er will, kann er bleiben.“ Und Hickersberger sagte schließlich am Dienstag, dass er will. Auf einer Pressekonferenz erklärte er: „Ich möchte hiermit kundtun, dass ich weitermachen will.“ ,Die endgültige Entscheidung wird nach einer Sitzung des ÖFB-Präsidiums am 24. Juni fallen,

Auch die Spieler machten sich für ihren Trainer stark. „Im Namen der Mannschaft sage ich, dass es super wäre, wenn er weitermachen würde“, erklärte Kapitän Andreas Ivanschitz. Hickersberger wird seinen Spielern den Gefallen tun, auch wenn er es mit den Journalisten nicht immer einfach hatte: „Es gab nämlich auch Spiele, bei denen man mir am liebsten das Kamel vors Stadion gestellt hätte, damit ich in die Wüste reite…“

Quelle: tz

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