Verletzung schwerer als zunächst angenommen

Nowitzki fehlt für unbestimmte Zeit

Dirk Nowitzki fällt wegen einer Verletzung in den kommenden Wochen aus.
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Dirk Nowitzki fällt wegen einer Verletzung in den kommenden Wochen aus.

Dallas - Die Heimniederlage tat weh, die schwere Verletzung von Dirk Nowitzki war noch schmerzhafter und der große Schock kam am Montagabend.

Der deutsche Basketball-Star fällt wegen seiner Sprunggelenksverletzung bei den Dallas Mavericks auf unbestimmte Zeit aus. Der 29-Jährige steht somit seinem Team im Kampf um die Play-off-Teilnahme in der Nordamerikanischen Basketball-Liga NBA und eventuell sogar auch der deutschen Nationalmannschaft beim olympischen Qualifikationsturnier im Juli in Athen nicht zur Verfügung. Derzeit gibt es keine Angaben, wann der Würzburger, der eine Stützschiene trägt, wieder spielen kann.

Nowitzki hatte sich bei der 81:88-Niederlage gegen Meister San Antonio Spurs am Ostersonntag eine schwere Sprunggelenks-Stauchung und eine mittelschwere Blessur des Knies zugezogen. Nach ersten Vereinsangaben sollte er zwei Wochen fehlen, doch nach einer Kernspin-Tomographie am Montag wollten die Mediziner keine Zeitprognose mehr treffen. “Ich bin unglücklich aufgekommen, mein linkes Bein ist weggerutscht“, beschrieb Nowitzki die Szene.

“Es hätte viel schlimmer kommen können. Es hätte auch eine Verletzung sein können, die das Saison-Aus oder das Karriereende bedeutet hätte“, sagte Nowitzki. Am Dienstag wollten die Ärzte eine Reha-Plan bereitstellen. “Ich erhole mich normalerweise schnell. Ich weiß, dass ich keine 20 mehr bin, aber ich fühle mich jung und mein Körper fühlt sich jung. Also kann ich hoffentlich ziemlich schnell zurückkommen“, sagte der Dallas-Star, der mit Unterwasser-Übungen sein Comeback angehen will.

Im dritten Viertel hatte Nowitzki bei einem 54:56-Rückstand mit einem unglaublichen Block einen sicheren Korb von San Antonios Ime Udoka verhindert. Bei der Landung kam der 2,13 Meter-Riese jedoch schräg mit seinem linken Fuß auf und verdrehte sich dabei das Sprunggelenk. In seiner NBA-Karriere hatte Nowitzki bereits mehrfach Probleme mit den Sprunggelenken, fiel aber nie länger als sechs Spiele aus.

Im Hexenkessel des American Airlines Centers wurde es umgehend still. Die 20 411 Zuschauer schauten gebannt und voller Schrecken auf den am Boden liegenden Deutschen, der mit der linken Hand seinen linken Unterschenkel hielt und mit der rechten Hand seine Stirn. Wenige Meter entfernt fiel Mavericks-Besitzer Mark Cuban fassungslos in seinen Stuhl, vergrub sein Gesicht in beide Hände. Er konnte nicht mit ansehen, wie sein wichtigster Mann unter Mithilfe des Physiotherapeuten und des Vereins-Orthopäden aus der Halle humpelte.

Eine knappe Stunde später hielt Cuban beim Verlassen der Kabine zwei Finger in die Luft - sollte heißen, zwei Wochen Pause für Nowitzki, der bis zu seinem Ausscheiden 11 Punkte, 7 Rebounds und 4 Assists auf dem Konto hatte. Doch die vorläufige Erleichterung wich am Montag nach der neuen Diagnose.

Ohne Nowitzki drohen die Mavs alle Chancen auf die Playoffs zu verspielen. Die Niederlage gegen San Antonio war nach dem 100:102 gegen die Los Angeles Lakers und dem 90:94 gegen die Boston Celtics die dritte Heimpleite gegen ein Spitzenteam in Serie. Aus dem einst heimstärksten Team der Liga ist ein Wackelkandidat geworden. Und ohne Nowitzki werden den Mavs in den nächsten Partien 23,7 Punkte im Schnitt fehlen. “Jetzt müssen wir wirklich zusammenrücken“, meinte Devean George. “Wir haben niemanden, der so viele Punkte erzielen kann und im Schnitt auch noch zehn Rebounds holt“, glaubt Jerry Stackhouse, mit 19 Punkten Topscorer gegen die Spurs.

Jetzt werde sich zeigen, wo die Mannschaft steht und ob sie dieser Herausforderung gewachsen ist. Man habe bislang einmal ohne Nowitzki gespielt - “und das war ziemlich schlecht gewesen“, erinnerte Jason Kidd an die 98:113-Heimpleite am 6. März gegen Houston. Ein wenig Optimismus verbreitete dagegen Jason Terry: “Dirk ist zwar verletzt, aber er ist auch zuversichtlich, dass er bald zurückkommen wird. Bis dahin müssen wir vor allem in der Offensive besser werden.“ Bei noch zwölf ausstehenden Partien braucht Dallas jeden Sieg.

Als Siebter der Western Conference hat das Team (44 Siege/26 Niederlagen) nur zwei Siege mehr als die Neuntplatzierten Denver Nuggets (42/28) auf dem ersten Nicht-Playoff-Platz. Und das Programm mit sieben Spielen in den nächsten zwei Wochen ist äußerst schwer. Zum einen sind fünf Partien auswärts, zum anderen geht es gleich fünfmal gegen potenzielle Playoff-Kandidaten. “Wenn wir die Hälfte der restlichen Spiele gewinnen, sind wir in der K.o.-Runde“, meinte Trainer Avery Johnson. Und Devean George ergänzte kämpferisch: “Ein vorzeitiges Saisonende kommt für uns nicht in Frage.“

Quelle: DPA

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