Vollgas-Fahrt im BMW-Werk – „…dann machte es bumm“

Nick: Mein Mauerfall

Ohrenbetäubender Motorenlärm, in der Luft liegen verbrannter Gummi und Benzin. Tausende Zuschauer, alle wollen das Formel-1-Auto sehen, hören, riechen.

Nein, wir sind nicht irgendwo an einer Rennstrecke – wir sind mitten in München. Im BMW-Stammwerk am Olympiapark. Hier, im Schatten des Vierzylinder-Hochhauses, drehte Nick Heidfeld gestern ein paar Runden im BMW-Sauber-Boliden. Ein Riesenspektakel für die BMW-Mitarbeiter. Die Botschaft: Ihr gehört alle dazu, unser Erfolg in der Formel 1 ist auch euer Erfolg, wir sind ein Unternehmen. Ein Unternehmen, das ans Limit geht – manchmal auch ungewollt… So wie gestern, als Heidfeld nach einem rasanten Fahrmanöver in eine Begrenzungsmauer fuhr und dabei den Frontflügel verlor.

Nicks Mauerfall…

Und so ist er passiert: Heidfeld hat auf der engen, abgesperrten Strecke auf dem Werksgelände gerade ein paar Drehungen auf der Stelle hingelegt, die Zuschauer johlen. Quick Nick schon wieder auf dem Gas – aber diesmal stimmt der Winkel nicht, die Mauer kommt immer näher. Heidfeld: „Bis eine Zehntelsekunde vorher dachte ich: Es klappt, es klappt… Und dann hat’s bumm gemacht.“ Wa­rum? Nick: „Normalerweise hätte ich in so einer Situation Bremse und Kupplung getreten und wäre zum Stehen gekommen. Aber bei einem Formel-1-Auto ist die Kupplung am Lenkrad, ich bin da in dem Moment nicht drangekommen. Die Vorderräder haben vom Bremsen blockiert, die Hinterräder haben weitergeschoben, deswegen bin ich in die Mauer gefahren.“

Der Frontspoiler abgeflogen, die Aufhängung hat auch was abbekommen, aber sonst ist zum Glück nix passiert. Heidfeld nahm’s mit seinem typisch trockenen Humor: „Statistisch gesehen musste mal wieder ein Unfall her. Da dachte ich: Mach ich das lieber jetzt als am Wochenende auf der Strecke.“ Guter Plan eigentlich. Denn: Der Große Preis von Spanien am Sonntag (14 Uhr live bei RTL und Premiere) ist eines der wichtigsten Rennen der Saison. Die Strecke in Barcelona gilt als Gradmesser: Wer hier gut ist, wird normalerweise auch bei allen anderen GPs vorn mitmischen. Alle Teams treten hier mit weiterentwickelten Autos an. Nach der dreiwöchigen Pause weiß deshalb keiner so genau, wo er steht. BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen sagt: „Es kann durchaus sein, dass es innerhalb der Gruppen, etwa der Spitzengruppe, Verschiebungen der Kräfteverhältnisse gibt.“ BMW führt zwar im Moment die Konstrukteurswertung an, allerdings halten viele Experten das Auto von Ferrari (noch) für besser. So war jedenfalls der Stand beim letzten Rennen in Bahrain.

Heidfeld: „McLaren haben wir schon ein paar Mal hinter uns gelassen. Ferrari ist aber noch schneller als wir, wenn’s bei ihnen problemlos läuft. Da muss entweder bei denen was schiefgehen – oder wir müssen noch ein paar Entwicklungsschritte machen…“

BMW will heuer seinen ersten Formel-1-Sieg der neuen Ära einfahren – Theis­sen ist sich sicher, dass sein Team in der Spitze mitfahren kann. Auch an diesem Wochenende wieder: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir auch in Barcelona das zeigen können, was wir bisher gezeigt haben.“

Nick Heidfeld kurvt übers Münchner BMW-Gelände

Fotostrecke

Quelle: tz

Auch interessant:

Meistgelesen

Kerber „ohne Erwartungen“ nach Wimbledon - Aus in Berlin
Mehr Sport
Kerber „ohne Erwartungen“ nach Wimbledon - Aus in Berlin
Kerber „ohne Erwartungen“ nach Wimbledon - Aus in Berlin
Tschechin Barbora Krejcikova gewinnt French Open in Paris
Mehr Sport
Tschechin Barbora Krejcikova gewinnt French Open in Paris
Tschechin Barbora Krejcikova gewinnt French Open in Paris

Kommentare