Die tz stellt die neuen Trainer vor

Kann er Schmitt & Co. aufrichten?

Bereit zum Abheben? Zwei fixe Köpfe voll mit neuen Ideen stehen ab April für den Neuanfang bei den deutschen Skispringern.

Bundestrainer Peter Rohwein geht nach Jahren der Krise, dafür kommen Coach Werner Schuster (38), der zuletzt die Schweizer betreute, und Horst Hüttel, bisher technischer Leiter der deutschen Nordischen Kombinierten. Wer sind diese beiden? Was genau sollen sie machen? Und vor allem: Werden sie es schaffen, die gerupften Schmitt & Co. wieder aufzurichten? Die tz stellt das neue Führungs-Duo vor:

Horst Hüttel kommt aus Wunsiedel. Er soll praktisch der Manager des Umbaus werden. Seine Anerkennung musste er sich zunächst allerdings schwer erkämpfen. Hermann Weinbuch, Bundestrainer der Kombinierer, erinnert sich: „Wir kennen uns als Springer-Athleten und von der Christophorus-Schule. Als ich Horst zu meinem Co-Trainer machte, erntete ich viel Kritik. Im Skiverband hielt man nichts von Hotte. Für viele Leute im DSV, auch Thomas Pfüller, waren seine Ideen zu revolutionär, zu progressiv. Aber ich habe mich durchgesetzt. Jetzt machte ihn Thomas Pfüller zum Chef in Doppelfunktion. Hüttel soll sich auch weiterhin um uns Kombinierer kümmern, aber da es bei den Springern schwer brennt und schnell gehen soll, wird er wohl nur noch 30 Prozent für mich arbeiten. Ich fürchte, da bricht bei uns viel Basisarbeit ab.“

Wo liegen Hüttels große Stärken? Weinbuch sagt: „Sein Plus für die Spezialspringer ist: Er kennt alle Talente, schon im Kindesalter. Er ist sehr kommunikativ, kann überzeugen. Ich glaube, er hat schon viele neue Pläne in der Schublade. Die Verpflichtung Werner Schusters erfolgte auch auf Hüttels Wunsch hin. Die zwei kennen sich aus ihren Zeiten im Alpen- und Europacup.“Werner Schuster, der neue Trainer, stammt aus dem Kleinwalsertal und hat früher mit den Deutschen in Oberstdorf trainiert. „Wegen der Nähe zu Oberstdorf ist er im deutschen Springer-Lager kein Fremdkörper“, sagt Austria-Chef und Gold-Macher Toni Innauer, dem an Schuster imponiert, dass er trotz Sport die Schule und das Studium in normaler Zeit absolvierte: „Das ist selten. Werner ist als Trainer von der Basis weg auf höchstem Niveau optimal ausgebildet. Er hat mir viel bei der Nachwuchs-Suche geholfen.“

Schuster betreute im Ski-Internat Stams auch den Überflieger Gregor Schlierenzauer und Innauers Sohn Mario. Innauer charakterisiert Schuster als geradlinig, anspruchsvoll, neugierig. „Er hat seinen eigenen Kopf, das werdet ihr schon noch merken. Aber das muss nicht immer schaden. Werner ist ein guter Griff. Wo er wahrscheinlich noch lernen muss: Er ist in Deutschland nicht nur der Chef der Athleten, er hat es auch mit anderen Funktionären und Medien zu tun wie in der beschaulichen Schweiz…“

Angela Gebhardt

Quelle: tz

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