So sieht der EM-Kader aus - der tz-EM-Check

Jogis Liste - nur zwei Plätze sind frei

Bundestrainer Joachim Löw hat nach dem deutlichen Sieg in der Schweiz allen Grund, zufrieden zu sein.
+
Bundestrainer Joachim Löw hat nach dem deutlichen Sieg in der Schweiz allen Grund, zufrieden zu sein.

Basel - Dieser Abend schmeckte Jogi Löw. Nach dem 4:0 über die Schweiz freuten sich die Geschmacksnerven über weißen Fisch mit Garnelenkruste, Schinkennudeln und Creme Brulée.

Aber auch der letzte Test vor der EM-Kader-Nominierung am 16. Mai war für den Bundestrainer ein Leckerbissen. Das schlechte Bild der letzten Monate wurde korrigiert, EM-Panik verhindert. „Wir haben auf unsere offenen Fragen jetzt Antworten gefunden“, freut sich Löw – und denkt bereits weiter: „Wir müssen unser Spiel weiter optimieren. Wir haben schon noch Nachholbedarf. Die Spieler müssen in den nächsten acht Wochen alles nur Mögliche machen.“ Bis dahin können sich die Kandidaten noch einmal beweisen. Den wichtigsten Jogi-Check haben sie aber bereits erfolgreich absolviert – denn Löw sagt über den Test gegen die Schweiz: „Das war heute ein Qualifikationsspiel für einige Spieler.“ Die Schweiz-Bezwinger haben also einen Bonus. Für den EM-Kader gibt es kaum noch freie Planstellen.

Löws Liste: Nur zwei Plätze sind frei! Die Rechnung sieht so aus: Die 16 Spieler vom Mittwoch haben ihr Ticket sicher. Sieht auch Kevin Kuranyi so: „Ich gehe davon aus, dass die Spieler, die hier dabei waren, bei der EM dabei sind.“ Dazu die verletzten Metzelder und Frings sowie der nicht eingesetzte Bernd Schneider. Auch an den drei Torhütern wird sich wohl nichts mehr ändern. Macht 21 vergebene Plätze, 23 dürfen zur EM. Wer darf sich noch Hoffnung machen? Wie sieht es auf den einzelnen Positionen aus? Der tz-EM-Check:

Tor: Lehmann hat seinen Platz gefestigt, eine Einsatzgarantie will ihm Löw jedoch noch nicht geben (siehe nebenstehender Artikel). Und auch wenn Löw immer wieder von Adler und Neuer spricht und erklärt, dass „wir uns in den nächsten Wochen alle Zeit nehmen, um nach besten Wissen und Gewissen zu entscheiden“, wird es wohl nicht mehr zu Veränderungen kommen. Hildebrand hat sich mit starken Leistungen in Valencia als Nummer 2 etabliert, beim ruhigen Enke schätzt das Trainerteam die Loyalität – er muckt nicht auf.

Abwehr: Lahm, Jansen, Fritz und Friedrich haben ihre Plätze auf den Außenpositionen sicher. Im Zentrum ruhen die Hoffnungen auf dem Duo Mertesacker/Metzelder – wenn der Real-Verteidiger rechtzeitig fit wird. Westermann ist in der Innenverteidigung die Alternative, genauso kann dort Arne Friedrich aushelfen. Sie haben ihre Plätze sicher. Huth ist durch seine verletzungsbedingte Abreise aus dem Rennen, Manuel Friedrich spielt in den Planungen momentan keine Rolle. Hoffnung gibt es noch für Gonzalo Castro.

Mittelfeld: Sicher bei der EM: Ballack, Hitzlsperger, Schweinsteiger, Schneider, Frings und auch Rolfes und Trochowski, die sich ins Team gekämpft haben. Schlecht sieht es für den formschwachen Tim Borowski aus. Sami Khedira vom VfB Stuttgart sollte dagegen nach seinem starken Auftritt bei der U21 noch nicht endgültig den Sommer-Urlaub buchen.

Sturm: Klose, Gomez, Podolski und Kuranyi sind gesetzt. Löw will aber fünf Angreifer mitnehmen, Poldi kann auch im Mittelfeld agieren. Um den letzten Platz kämpfen Neuville, Kießling, Hanke und Helmes. Ein offenes Rennen. Vorteil Neuville: Seine Erfahrung und die Verdienste für die DFB-Auswahl.

Wer schnappt sich die letzten Plätze? Sicher ist: Eine Stelle im Sturm ist offen – beim letzten Kandidaten werden Löw & Co. wohl wieder alle überraschen…

ta

Quelle: tz

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Kommentare