Die tz zeigt die Konfliktfelder

Jeder gegen jeden im deutschen Tennis

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Tommy Haas

München - Die deutschen Tennis-Herren kommen einfach nicht voran. Die seligen Becker-Stich-Zeiten sind längst passé, eine Ära der Triumphe, mit einigem Zoff unter den Protagonisten. Nur der Zoff hat überlebt. Die tz zeigt die Konfliktfelder.

Tommy Haas ist nicht nur der deutsche Top-Akteur bei den am Montag beginnenden BMW Open, Haas ist als 14. der Weltrangliste auch die Nummer eins der deutschen Szene. Mit 35 Jahren, nach zig Operationen und Verletzungspausen. Was für Tommys sportliche Klasse und seinen Ehrgeiz spricht – aber sicher nicht fürs deutsche Herren-Tennis. Neben Haas stehen nur noch Philipp Kohlschreiber (21.) und Florian Mayer (28.) unter den Top 50 der Welt, was auch DTB-Vize Charly Steeb, heuer erstmals Veranstalter am Aumeister, Sorgen bereitet. „Da fehlt die Dichte im Hintergrund, keiner aus unserer U 18 ist in den Top 100. Wir bräuchten mal wieder einen Top-Ten-Spieler.“ Doch die seligen Becker-Stich-Zeiten sind längst passé, eine Ära der Triumphe, mit einigem Zoff unter den Protagonisten. Nur der Zoff hat überlebt. Die tz zeigt die Konfliktfelder:

Daviscup-Team kontra Teamchef: Im Oktober 2012 schmiss Patrik Kühnen aufgrund der Machtkämpfe mit den Spielern nach neun Jahren entnervt hin, beklagte „fehlende Rückendeckung des DTB“. Vor allem im Clinch mit Kohlschreiber fehlte ihm die Unterstützung. Im September 2012 hatte er ihn nach heftigem Streit aus dem Team geworfen. Schon im April 2012 hatten die Stars Kühnen als Coach für den World-Team-Cup abgelehnt. Nun soll’s Carsten Arriens beim Abstiegsduell gegen Brasilien im September richten.

Haas kontra Kohl­schreiber: Seit dem Daviscup gegen Argentinien im Februar 2012 sind sich die beiden besten DTB-Profis nicht mehr grün. Haas warf Kohli, der sich kurzfristig krank gemeldet hatte, mangelnden Teamgeist vor. Aktueller Stand laut Kohlschreiber: „Wir sagen Hallo, aber jeder macht sein Ding.“

Basis kontra DTB-­Spitze: Die mächtigen Landesverbände fühlen sich „schlecht informiert“, seit der Bankmanager Karl-Georg Altenburg (49) vor eineinhalb Jahren das Präsidentenamt übernommen hat. Vor allem die Bestellung von Stephan Brune zum Hauptgeschäftsführer mit einem üppigen Jahresgehalt (über 200 000 Euro) sorgte für Aufregung. Brune wurde letzten November wieder gefeuert. Nach internen Querelen wurde auch Pressesprecher Oliver Quante kürzlich durch Jens-Peter Hecht (machte den Job schon zwischen 1984 und 2000) ersetzt.

Stich kontra DTB: Der Wimbledonsieger von 1991, Turnierveranstalter am Hamburger Rothenbaum, warf dem Verband im Streit ums gescheiterte Rasenturnier Konzeptlosigkeit vor. DTB-Boss Altenburg attestiert sich eine „gemischte Bilanz“. Deutschland Tennis-Ikone Boris Becker wird da schon deutlicher. Via Sportal.de wirft der dreifache Wimbledonsieger dem DTB „viele große Fehler“ vor. Becker: „Die Grube, in die das deutsche Tennis gefallen ist, ist riesengroß. Da kommt man nicht in einem oder zwei Jahren raus. Das dauert viel länger.“ Schöne Aussichten.

Daher muss sich DTB-Vize Steeb mit den Damen trösten. Die kommen laut Becker „seit Jahren sehr sympathisch rüber“, machen „tolle Werbung für das deutsche Tennis“. Und haben mit Kerber (6.), Barthel (28.), Görges (30.) und Lisicki (47.) momentan vier unter den Top 50. Steeb: „Da ist auch guter Nachwuchs vorhanden. Da mache ich mir in den nächsten Jahren keine Sorgen.“ Immerhin.

Turnierplan: Am Montag ab 11 Uhr

Am Montag öffnet die Anlage um 10 Uhr, die Partien der ­ersten Runde starten dann um 11 Uhr. Am Dienstag ist ­Ladies Day, das heißt die ersten 100 Besucherinnen werden von Turnierdirektor Patrik Kühnen mit Champagner empfangen.

Frank Gothe

So stöhn ist das Damen-Tennis! Wir zeigen die lautesten Spielerinnen

So stöhn ist das Damentennis!
Seien Sie froh, dass diese Fotostrecke keinen Ton hat - aber dafür ganz viel Foto: So stöhn ist das Damentennis! © Getty
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Hier sehen Sie die Queen des lauten Schreis: Maria Scharapowa. © Getty
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Die schöne Russin bringt es auf unfassbare 101 Dezibel. Das entspricht einer lauten Motorsäge und liegt knapp unter der Schmerzgrenze - für manche ihrer Gegnerinnen auch deutlich darüber. © Getty
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Bei so viel Geschrei geraten die spielerischen Fähigkeiten Scharapowas fast in den Hintergrund. © Getty
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Doch sie ist bei weitem nicht die einzige Spielerin, die grunzt, schreit oder stöhnt. © Getty
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Dinara Safina, die Schwester von Marat Safin, unterstrich ihre Schläge oft mit einem Ä-Ton. © Getty
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Ääääääääh! © Getty
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Auch Elena Dementieva gab gern Laute von sich, die vor allem männliche Fans grübeln ließen © Getty
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Obacht, gleich kommt's! © Getty
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Die Sache mit dem Stöhnen hat übrigens nicht zwangsläufig etwas mit Extrakraft zu tun. © Getty
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Denn auch bei wahren Kraftpaketen wie den Williams-Schwestern, hier Venus, geht es lautstark zur Sache © Getty
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Serena steht ihrer Schwester auch da in nichts nach. © Getty
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Duelle unter den Schwestern sind ein wahrer Ohrenschmaus. © Getty
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... vor ihren Siegen gibt sie lautstark alles! © Getty
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Auch Victoria Azarenka konnte glatt als Sirene durchgehen. © Getty
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Das hier war allerdings ein Jubelschrei. © Getty
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Michelle Larcher de Brito schlug sie alle! Zwar nicht im Tennis, sondern im Schreien. © Getty
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Mit 109 Dezibel war sie die lauteste Spielerin von allen. © Getty
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Und wer hat's erfunden? Hier sehen Sie die Mutter des Stöhnens, Monica Seles. © Getty
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Schon in ihren Duellen mit Steffi Graf ging sie deutschen Zuschauern damals gehörig auf den Zeiger. © Getty
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Kommen wir zu den tieferen Tonlagen. © Getty
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Francesca Schiavones Urschreie waren deutlich tiefer als die der Konkurrenz. © Getty
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Und jetzt kommen wir zu den ganz tiefen Tönen. Denn wer denkt, dass nur Frauen stöhnen, liegt falsch. © Getty
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Die weltbesten Männer tun's auch, zum Beispiel Novak Djokovic. © Getty
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Oder Rafael Nadal, der seine Schläge ebenfalls akustisch untermalt © Getty
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Genau so! Roger Federer ist übrigens mucksmäuschenstill. © Getty
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Auch bei den Männern gibt es zwei Ur-Stöhner. © Getty
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Jimmy Connors ... © Getty
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... und Andre Agassi.  © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Bei ihm beschwerten sich die Gegner Ende der 80er-Jahre als Erstes, aber noch immer gibt es keine Lautstärkeregeln. Und so bleibt das Gestöhne ein Teil des Tennis! Nur auf den Tribünen gilt weiterhin: Quiet, please! © Getty

Quelle: tz

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