Hut ab! DFB-Elf startklar für Südafrika…

Beim Abschlusstraining erlaubte sich DFB-Manager Oliver Bierhoff einen Scherz und setzte sich eine Pilone als lustiges Hütchen auf. Jogi Löw blieb cool.
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Beim Abschlusstraining erlaubte sich DFB-Manager Oliver Bierhoff einen Scherz und setzte sich eine Pilone als lustiges Hütchen auf. Jogi Löw blieb cool.

Deutschland ist Herbstmeister! Wie bitte? Sie haben richtig gelesen. Nach den beiden Spieltagen am vergangenen Samstag und Mittwoch macht die WM-Qualifikation Pause – bis 28. März 2009.

Über fünf Monate keine Ausscheidungsspiele für Südafrika. Löw & Co. können in dieser Zeit beruhigt auf die Tabelle der Gruppe 4 schauen. Die Bilanz nach vier Partien: drei Siege, darunter der überzeugende Erfolg gegen Hauptkonkurrent Russland und ein schwaches Unentschieden in Finnland. Zehn Punkte, 12:4 Tore. Für Löw „absolut zufriedenstellend“. Jogis Jungs nehmen Kurs auf die WM 2010: Hut ab! Deutschland startklar für Südafrika…

Deutschland gegen Wales: Jogis Jungs in der Einzelkritik

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„Mit den sechs Punkten aus dem Doppelspieltag sind wir absolut zufrieden“, frohlockte Joachim Löw nach dem Arbeitssieg, „wir sind Tabellenführer, das ist ein gutes Fundament. Darauf können wir im nächsten Jahr aufbauen“. Ein Testspiel gegen David Beckham mit seinen Engländern steht dieses Jahr noch an, ernst wird es erst wieder im Frühjahr gegen Liechtenstein und beim Rückspiel in Wales. Der umkämpfte Sieg von Mönchengladbach könnte in der Endabrechnung noch ganz wichtig sein für die Löw-Truppe. „Das war heute ein hartes Stück Arbeit“, gab Michael Ballack zu. Eben ganz das erwartete Spiel gegen die mauernden Insel-Kicker. Das Fazit der Times: „Tapfere Waliser Drachen von Deutschland erschlagen.“

Entschieden ist die Gruppe 4 trotz der beiden Erfolge noch lange nicht. Die Russen gewannen am Mittwoch überzeugend mit 3:0 gegen Finnland. Das Hiddink-Team steht mit vier Punkten Rückstand auf Rang zwei, hat aber auch ein Spiel weniger. Ein Endspiel gegen Russland soll unbedingt vermieden werden. Bayernstar Bastian Schweinsteiger geht auch nicht davon aus, dass es am 10. Oktober 2009 zum Showdown kommt: „Ich glaube nicht, dass die Gruppe im Spiel in Moskau entschieden wird.“ Die Einstellung seiner Spieler stimmt Löw mit Blick auf die Zukunft auf jeden Fall sehr optimistisch: „Das Feuer war zu spüren, jeder will zur WM. Sie haben gebrannt und auch die Turbulenzen um Kevin Kuranyi gut weggesteckt.“

Apropos Kuranyi: Mit seinem rigorosen Handeln hat Löw in den Tagen von Düsseldorf sein eigenes Profil gestärkt. Der Schalker wurde verbannt, die Mannschaft (siehe Frings) nach Leistung aufgestellt. Auch in Zukunft rechnet Löw mit weiteren „Härtefällen“ – er will den Konkurrenzkampf weiter anheizen, Drucksituationen aufbauen. Der Erfolg gibt Löw derzeit bei allen Maßnahmen Recht. Auch innerhalb des Teams fand bei der Länderspielreise ein Prozess statt. „Viele Dinge wurden geklärt, und das war auch ganz gut so“, sagt Michael Ballack – er arbeitet daran, dass er in der Nationalmannschaft wieder unantastbar ist.

Die WM-Quali ruht bis März. Dennoch steht dieses Jahr noch ein Klassiker an: Am 19. November trifft die DFB-Elf in Berlin auf England, danach ist Zeit für eine (größtenteils positive) Jahresbilanz. „In den nächsten Freundschaftsspielen gegen England und Norwegen (11. Februar in Düsseldorf, d. Red) habe ich die Möglichkeit, einige Spieler zu testen, die zuletzt nicht zum Zuge gekommen sind“, gibt sich Löw experimentierfreudig: „Da können und werden wir neue Erkenntnisse sammeln.“

Speziell in der Abwehr will Löw Alternativen sichten. „Jetzt ist die Zeit gekommen, um den Jungen eine Chance zu geben“, sagt der Bundestrainer: „Serdar Tasci ist ein kommender Mann, auch Christoph Metzelder ist noch nicht über das richtige Alter hinaus.“ Selbst im Tor könnte es Tests geben. So ist eventuell geplant, Tim Wiese gegen England eine Halbzeit spielen zu lassen. Das Ergebnis steht gegen England nicht im Vordergrund – verlieren will gegen den Rivalen trotzdem niemand.

T. Altschäffl, M. Volpe

Quelle: tz

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