Die Gründung ist lang her

Harlem Globetrotters in München: Das ist die Geschichte hinter der Basketball-Showtruppe

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Moose Weekes

Die Harlem Globetrotters kommen am 28. März nach München. Die Zuschauer erwartet eine Show voller Spaß. Doch die Entstehung der Showtruppe hat einen ernsten Hintergrund.

München - Wenn die Harlem Globetrotters am 28. März in der Olympiahalle gastieren, ist eine Show voller Dunks, Tricks und Spaß vorprogrammiert. Die Basketball-Stars begeistern auf der gesamten Welt und werden überall gefeiert. „Es ist schwer, da ein bestimmtes Publikum, eine bestimmte Nation herauszunehmen. Die Stimmung ist einfach immer großartig“, sagt Globetrotter Moose Weekes im Gespräch mit der tz.

Das war nicht immer so. Die Geburt der Harlem Globetrotters hat einen ernsten Hintergrund: Alles begann im Jahr 1926. Zu diesem Zeitpunkt war es afroamerikanischen Spielern untersagt, in den amerikanischen Profiligen zu spielen. Abe Saperstein, ein US-amerikanischer Unternehmer mit polnischen Wurzeln, wollte das ändern. Er gründete in Chicago ein Team – damals noch unter dem Namen Savoy Big Five – und nahm die talentiertesten dunkelhäutigen Spieler darin auf, um ihnen die Chance zu geben, mit ihrem Sport Geld zu verdienen. Nur ein Jahr später nannte er seine Mannschaft in The Harlem Globetrotters um. Und das, obwohl keiner der Teilnehmer aus dem New Yorker Stadtteil Harlem stammte. Saperstein wollte damit auf den afroamerikanischen Hintergrund der Spieler hinweisen – Harlem galt als Stadtteil, in dem weitestgehend dunkelhäutige US-Amerikaner lebten. Das Wort Globetrotters sollte die Weltoffenheit seines Teams vermitteln. Am 7. Februar 1927 fand dann das erste Spiel in Hinckely im Bundesstaat Illinois statt. Die Globetrotters entwickelten sich schnell zu einem der besten Profiteams in den USA, tourten durch die Städte, ohne einer Liga anzugehören. Dabei zeichneten sich die Spieler durch ihre spektakuläre Spielweise aus, gewannen schnell einen Showcharakter. 1950 bekam Nathaniel „Sweetwater“ Clifton als erster dunkelhäutiger Spieler einen NBA-Vertrag.

„Bei all dem Spaß, den wir heute machen, bei all der Leichtigkeit, die wir den Zuschauern vermitteln wollen: Wir behalten unsere Geschichte immer im Hinterkopf“, sagt Moose Weekes. „Wir wissen, woher wir kommen, welchen Weg unsere Vorfahren und Vorgänger zurückgelegt haben. Und es erfüllt uns mit Stolz, diesen weiterführen zu dürfen.“ Die Globetrotters stehen noch immer für Offenheit und Gleichberechtigung. „Bei uns ist jeder willkommen. Uns ist es wichtig, dass die Leute sich die Show ansehen und vielleicht für einige Zeit den Alltag hinter sich lassen können. Dabei ist es ganz egal, welcher Herkunft sie sind. Der Sport und ein Lächeln sind sowieso universelle Sprachen.“

Bei der Frage, was Globetrotter Moose in der Welt verändern wolle, wenn er könnte, wird der 2,07-Meter-Mann ernst: „Wenn es möglich wäre, würde ich alles dafür tun, dass alle Kinder mit denselben Chancen und Möglichkeiten aufwachsen. Es gibt noch viel zu viel Hunger und Unrecht auf der Welt.“ Die Harlem Globetrotters versuchen, ihren Teil dazu beizutragen, um das zu ändern. Sie stellten bereits diverse gemeinnützige Projekte auf die Beine, engagieren sich in Anti-Mobbing-Programmen an Schulen, besuchen Kinderkrankenhäuser. Und sie zaubern ihren Zuschauern täglich mindestens ein Lächeln ins Gesicht. Die eigene Geschichte immer im Hinterkopf. 

Lena Meyer

Tickets für die Harlem Globetrotters in München gibt es via ­www.harlemglobetrotters-deutschtland.de

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