Gestohlene Spiele zurückholen!

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Claudia Pechstein setzt sich aufs Rad.

München - Claudia Pechstein gibt Gas. Diesmal heizt sie nicht über die Eis-, sondern über die Radbahn. In ihrer tz-Experten-Kolumne spricht die 39-Jährige über ihre Beweggründe.

Es ist mein voller Ernst! Nächste Woche starte ich bei den deutschen Bahnradmeisterschaften in Berlin. Schon im Vorfeld ist das Geschrei groß, Bundestrainer und Funktionäre des Radsportverbandes sprechen mir die nötigen Grundlagen und Fähigkeiten ab.

Ich kann über solche Reaktionen nur staunen und schmunzeln. Ich weiß natürlich selbst, dass ich nach 20 Trainingseinheiten auf der Bahn keine Bäume ausreißen werde. Wie schlecht müsste es um den Bahnradsport bestellt sein, wenn eine 39-jährige Quereinsteigerin bei ihrem ersten Wettkampf auf zwei Rädern vorne mitfahren könnte?

Aber darum geht es mir doch auch gar nicht. Ich möchte neue Trainingsreize setzen, die Wettkampfhärte in einer neuen Sportart kennenlernen und zeigen, dass ich auch auf dem Rad eine gute Athletin bin.

Seit Jahrzehnten strampele ich im Sommer durch die Berge. Früher im bulgarischen Rilagebirge, dann im schweizerischen Pontresina, jetzt im italienischen Livigno. Ich weiß, was es heißt, hinauf auf 2000 Meter zu keuchen. Bei der deutschen Meisterschaft werde ich mein Hauptaugenmerk auf die 3000 Meter Verfolgung legen und einfach mal drauflosfahren.

Wenn ich das Gefühl habe, mit intensivem Training die Lücke zur Spitze verkleinern zu können, werde ich weiter Gas geben. Denn mein Ziel heißt Olympia.

Spätestens in Sotchi 2014 will ich mir auf dem Eis die gestohlenen Spiele von Vancouver zurückholen. Aber ich wäre ja schön blöd, wenn ich eine Chance auf die Sommerspiele in London 2012 einfach so verstreichen lassen würde...

Claudia Pechstein

Quelle: tz

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