German Wunderkind: So war Nowitzki mit 19

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Dirk Nowitzki 1998

Dallas - Ein schlaksiger Riese, verloren in der großen, weiten Welt. Wir sehen Dirk Nowitzki, 19-jährig, wie er gerade in Dallas angekommen ist.

In jener Stadt, die seine Heimat werden soll – und die sich doch so offensichtlich fremd anfühlt. „Das alles ist so weit weg“, sagt Dirk, als er in einem Geländewagen durch die Stadt chauffiert wird. Er denkt an Deutschland, an Bayern, an Würzburg.

Wir schreiben das Jahr 1998. Nowitzki ist gerade in die NBA geholt worden, in die beste Liga der Welt. Er wird für die Dallas Mavericks spielen, unter Trainer Don Nelson. Der Coach sagt: „Dirk selber weiß noch gar nicht, dass er hier mal eine Hauptrolle spielen wird – aber das wird er schon noch merken.“ Und: „Ich habe Dirks Eltern versprochen, dass ich sein Ersatzvater sein werde.“ Ursprünglich hätte Dirk ja für Milwaukee spielen sollen – aber die Bucks gaben ihn im Rahmen eines größeren Tauschgeschäfts ab. Heute gilt das in den USA als einer der dümmsten Transfers aller Zeiten. Sports Illustrated schreibt von „Transfer-Murks erster Güte“.

Dirk Nowitzkis erster NBA-Titel: Bilder vom Spiel und der Feier danach

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Dirk Nowitzkis erster NBA-Titel - Bilder vom Spiel und der Party danach © ap
Dirk Nowitzkis erster NBA-Titel - Bilder vom Spiel und der Party danach © ap
Dirk Nowitzkis erster NBA-Titel - Bilder vom Spiel und der Party danach © ap
Dirk Nowitzkis erster NBA-Titel - Bilder vom Spiel und der Party danach © ap
Dirk Nowitzkis erster NBA-Titel - Bilder vom Spiel und der Party danach © ap
Dirk Nowitzkis erster NBA-Titel - Bilder vom Spiel und der Party danach © ap
Dirk Nowitzkis erster NBA-Titel - Bilder vom Spiel und der Party danach © ap
Dirk Nowitzkis erster NBA-Titel - Bilder vom Spiel und der Party danach © ap
Dirk Nowitzkis erster NBA-Titel - Bilder vom Spiel und der Party danach © ap
Dirk Nowitzkis erster NBA-Titel - Bilder vom Spiel und der Party danach © ap
Dirk Nowitzkis erster NBA-Titel - Bilder vom Spiel und der Party danach © ap
Dirk Nowitzkis erster NBA-Titel - Bilder vom Spiel und der Party danach © ap
Dirk Nowitzkis erster NBA-Titel - Bilder vom Spiel und der Party danach © ap

Gut, Nowitzki schlug in Dallas nicht gleich ein, das muss man zugeben. In seiner allerersten Partie (gegen Seattle mit dem Deutschen Detlef ­Schrempf) versemmelte Nowitzki gleich mal alle fünf Versuche aus dem Feld. Im Saisonschnitt kam er auf gut acht Punkte pro Spiel, auch das war nicht direkt der Hammer. Die Spielerbeobachter sahen sich bestätigt. Sie hatten Nowitzki nicht wirklich auf der Rechnung gehabt. Für sie war das bloß irgend so ein komischer Europäer, der zwar werfen konnte – aber sonst auch nichts.

Dirk war das egal, der war einfach nur überwältigt. In einem seiner ersten Interviews als NBA-Spieler sagte er: „Jetzt stehe ich gegen Leute auf dem Feld, die ich bisher nur aus dem Fernsehen kenne. Das ist gigantisch.“ Wobei Dirk selber auch zum Giganten reifte. Über die Jahre sollte sich rausstellen, dass der komische Europäer doch ein bissl mehr konnte als bloß werfen. Ja, dass er einer der komplettesten Spieler aller Zeiten werden sollte. Jahr für Jahr steigerte er sich, bald nannten sie ihn German Wunderkind. Sportlich passte alles, menschlich lebte Dirk sich ein. Der Kanadier Steve Nash wurde zum guten Spezl, was praktisch war: „Ich habe Dirk gezeigt, wie man eine Telefonrechnung bezahlt, wie man einen Scheck ausstellt.“

Apropos Schecks: Es hätte da ja auch andere mögliche Arbeitgeber gegeben, andere Klubs. Aber Nowitzki wollte nicht weg aus Dallas. Dirk: „Es hätte sich irgendwie nicht richtig angefühlt, mit einer anderen Mannschaft zu gewinnen. Ich bin glücklich, weil ich mich richtig entschieden habe.“ Tatsache.

tz

Was er beim Freiwurf singt: So tickt Dirk Nowitzki

Dirk Nowitzki ist weltweit einer der bekanntesten deutschen Sportler. Wir präsentieren Wissenswertes über den NBA-Superstar, das Sie überraschen könnten... © picture alliance / dpa
Sein ganzer Name lautet Dirk Werner Nowitzki. © picture alliance / dpa
Nowitzki ist eine absolute Identifikationsfigur in Dallas, seiner zweiten Heimat nach Würzburg. Er hatte im Laufe der Jahre verschiedene Spitznamen, unter anderem German Wunderkind, Dirkules, Dirk Diggler oder Dunking Deutschman. © picture alliance / dpa
Nowitzkis Schwester Silke arbeitete fürs Liga-Fernsehen NBA TV. © picture alliance / dpa
Als Dirk Nowitzki zu den Dallas Mavericks kam, war seine Abwehrarbeit alles andere als meisterlich. Deswegen strichen spitzfindige Fans kurzerhand das D für Defense aus seinem Vornamen und nannten ihn frech "Irk". © picture-alliance / dpa/dpaweb
Im Urlaub legt sich Nowitzki nicht auf die faule Haut, sondern rackert mit seinem Mentor Holger Geschwindner in einer Turnhalle in Rattelsdorf nahe Bamberg. © picture alliance / dpa
Nowitzki wurde in den USA 1997 ein Begriff. Beim Nike Hoop Summit, bei dem eine NBA-Auswahl gegen eine Horde europäischer Talente antrat, dunkte der junge Deutsche über NBA-Legende Charles Barkley. Dieser fragte in der anschließenden Pressekonferenz nach Nowitzkis Namen und empfahl ihm, in die USA zu kommen. © picture alliance / dpa
Individuell am Höhepunkt: 2007 bekam Nowitzki den MVP-Award und wurde praktisch zum besten Spieler der Welt ernannt. © picture-alliance/ dpa
In den ersten Jahren seiner NBA-Karriere war der kanadische Aufbauspieler Steve Nash Nowitzkis bester Kumpel. Beide wurden später unabhängig voneinander zum MVP ernannt, dem wertvollsten Spieler. © picture alliance / dpa
Dirk Nowitzki hätte möglicherweise auch als Tennisspieler Karriere machen können. In seiner Jugend zählte er zu den größten deutschen Talenten. Dann legte er den Schläger zur Seite und konzentrierte sich voll auf Basketball. © picture alliance / dpa
Beim US-Volkssport Baseball macht Nowitzki eher eine mittelprächtige Figur, aber Basketball liegt ihm in den Genen: Nowitzkis Mutter Helga spielte einst für die deutsche Basketball-Nationalmannschaft, sein Vater Jörg war Handballer. © picture alliance / dpa
Der einzige gebürtige Deutsche, der außer Nowitzki jemals den großen Durchbruch in der NBA schaffte, war Detlef Schrempf (l.). Im Vergleich zu Schrempf war es Nowitzki stets ein Anliegen, die deutsche Nationalmannschaft selbst nach der antrengenden NBA-Saison bei wichtigen Turnieren zu vertreten. © AFP
Logische Konsequenz: Nowitzki durfte bei Olympia 2008 in Peking die deutsche Flagge tragen. © picture-alliance/ dpa
Nowitzki und die Haarpracht: Im Laufe der Jahre trug er so ziemlich alles vom Stoppellook über die Boygroup-Gelfrisur bis hin... © picture-alliance/ dpa
... zur Langhaar-Matte. Als er mal besonders lange nicht beim Friseur war, verkleideten sich einige Fans mit Wischmob auf dem Kopf als Nowitzki. © picture alliance / dpa
Nowitzki wurde beim NBA-Draft von den Milwaukee Bucks ausgewählt, für die er aber nie spielen sollte, weil er sofort zu den Dallas Mavericks weitertransferiert wurde. Dort trägt er bis heute die Nummer 41. © picture alliance / dpa
Nowitzki spielt in seiner Freizeit Saxophon und Gitarre. Entsprechende Videos kursieren im Internet. © picture alliance / dpa
2009 erlitt Nowitzki emotional Schiffbruch, als die Beziehung zu seiner Verlobten Crystal Taylor platzte. Sie führte ein kriminelles Doppelleben und musste ins Gefängnis. © picture-alliance/ dpa
Mittlerweile hat Nowitzki eine neue Liebe gefunden. Im Sommer 2012 gaben sich der Basketballer und die Schwedin Jessica Olsson in der Karibik das Ja-Wort. © picture alliance / dpa
Nowitzki ist bekannt für seine Bescheidenheit. In den ersten Jahren seiner NBA-Karriere leistete er sich als Multimillionär nicht mehr als eine Wohnung und einen geräumigen Gebrauchtwagen, in dem seine Körpergröße keine Probleme darstellte.  © picture alliance / dpa
Dirk Nowitzki singt beim Freiwurf "Looking for Freedom" von David Hasselhoff. Natürlich nicht voller Inbrunst, sonder nur ganz leise, um sich besser konzentrieren zu können. © picture alliance / dpa

Quelle: tz

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