Wie viel Schumi steckt in diesem Sieg?

Ferraris Erfolg in Malaysia

Wieviel Schumi steckt im Erfolg Ferraris in Malaysia?
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Wieviel Schumi steckt im Erfolg Ferraris in Malaysia?

Dieser Mann ist der umtriebigste Vollgas-Rentner der Welt. Michael Schumacher, bekanntermaßen ja im Motorsport-Ruhestand, hat in der vergangenen Woche gleich zwei Rennen gewonnen.

Eins selber als Pilot, eins durch seine Tipps als Ratgeber. Seinen eigenen Erfolg holte er bei einem Geheim-Auftritt bei einem Motorrad-Rennen in Ungarn. Da war er bester Hobby-Fahrer. Den anderen Triumph machte Ferrari-Star Kimi Räikkönen beim Großen Preis von Malaysia klar. In demjenigen Auto, das Schumi getestet und mitentwickelt hat. Mit demjenigen Motor, für dessen hervorragendes Ansprechverhalten Schumi mitverantwortlich ist.

Die Frage nach Malaysia: Wie viel Schumi steckt in diesem Sieg?Fakt ist: Schumacher hat die Ruhe bewahrt, als Ferrari in Australien einen Katastrophen-Start hinlegte. Skepsis wurde laut – aber Schumi blieb ruhig. Er analysierte: „Ein Rückschlag für uns, dieser Saisonauftakt, aber unser Team ist ja bekannt dafür, dass es daraus Stärke und Zusammenhalt holt. Nächste Woche kann das alles schon wieder ganz anders aussehen…“ Zusammen mit den Mechanikern stellte er fest, dass nur ein Kleinteil die Motorprobleme in Melbourne verursacht hatte. Diesmal hielten die Triebwerke.

Schumacher ist derweil schon wieder mit einer neuen Aufgabe beschäftigt. Auch das 2009er Auto entwickelt er mit. Er soll die ersten Testfahrten bestreiten, er soll an der Verbesserung arbeiten. Ferrari werkelt bereits an dem neuen Boliden – die Frage ist bloß, wer in der kommenden Saison auch wirklich drinsitzen wird… Italienische Journalisten schwören Stein und Bein, dass Felipe Massa heuer seine letzte Ferrari-Saison fährt – obwohl er eigentlich einen Vertrag bis 2010 hat. Der Grund: Diesen Vertrag hat Jean Todt gemacht. Der ist jetzt in den Vorruhestand getreten, sitzt nur noch im Aufsichtsrat bei Ferrari. Und Präsident Luca di Montezemolo ist Alonso-Fan…

Massa wird wohl kaum noch in das Zukunftsprogramm eingegliedert werden, scheint dem Druck von außen nicht mehr gewachsen zu sein. Sein langjähriger Teamchef Peter Sauber glaubt: „Wenn es nicht gut für ihn läuft, verliert Massa schnell die Konzentration.“

Und danach ist Trübsalblasen angesagt. So wie in Malaysia, wo Massa wegen eines Drehers ausschied. Nach dem Rennen saß der Brasilianer mit langem Gesicht in der Lobby des Panpacific-Hotels. Seine Ehefrau hielt ihm die Hand. Nach dem zweiten Nuller in Folge ist Massa das Lachen vergangen. Er sagt traurig: „Ich weiß nicht, was in Malaysia passiert ist. Das Auto fühlte sich komisch an, und dann drehte ich mich von der Strecke.“ Ein technischer Defekt? „Nein“, schließt ein Ferrari-Sprecher rigoros aus, „das Auto war in Ordnung.“

Die Verbalklatsche aus dem eigenen Lager macht Massa das Leben nicht leichter. Seine Tage bei Ferrari scheinen gezählt – auch wenn er immer wieder auf seinen Vertrag hinweist. Seine Frau wurde sogar vor der TV-Kamera ausfallend. „Alles Schwachsinn“, machte Frau Massa den kritischen Fragesteller an.

Laut Niki Lauda gibt’s jetzt nur ein Mittel für Massa, um aus dem Teufelskreis bei Ferrari rauszukommen: „Er muss in Bahrain gewinnen, ganz einfach.” Vielleicht auch mit der indirekten Hilfe Schumis.

Quelle: tz

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