Prognonsens 2018

Die etwas andere Vorschau auf das Sportjahr 2018

Ist Jogi Löw in den Gedanken zu sehr beim FC Bayern? Das könnte eine erfolgreiche WM gefährden...
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Ist Jogi Löw in den Gedanken zu sehr beim FC Bayern? Das könnte eine erfolgreiche WM gefährden...

Heiko Herrlich ist ein Fall für die Skispringer, der FC Bayern schlittert in eine handfeste Krise und bei der WM läuft es auch nicht so wie geplant: Ein nicht ganz ernst gemeinter Jahresausblick.

Olympia, Fußball- und Trampolin-WM - das Sportjahr 2018 wird ein aufregendes. Schaffen Bundestrainer Jogi Löw und seine Weltmeister bei der WM in Russland die Titelverteidigung? Findet der FC Bayern einen Nachfolger für Trainer Jupp Heynckes und der TSV 1860 einen gemeinsamen Sinn des Daseins? Existenzielle Fragen. Die tz kennt die Antworten. Wie im vergangenen Jahr durfte sich Ludwig Krammer über die Feiertage mit der verlagseigenen Glaskugel beschäftigen. Die exklusiven Ergebnisse gibt’s wie immer bierernst und mit ohne Gewähr. Viel Vergnügen!

Januar: Fabulöser Erfolg für die deutsche Skisprung-Equipe: Richard Freitag gewinnt nicht nur die Vierschanzen-Tournee, er stellt mit vier ersten Plätzen auch die ewige Bestmarke von Sven Hannawald ein. Dass sich die Reporter hinterher trotzdem kaum um den historischen Unterfranken kümmern, liegt an der eigentlichen Sensation des Wettbewerbs: Bundestrainer Werner Schuster hat kurzfristig noch eine Wildcard für einen Quereinsteiger aus Leverkusen bekommen, der mit seinem „unglaublichen Gefühl für kleinste Luftbewegungen“ (ARD-Experte Dieter Thoma) nur knapp das Stockerl verpasst. „Mit dem Herrlich Heiko ist auch bei Olympia zu rechnen“, freut sich Schuster.

Februar 2018: Helene Fischer tröstet sich mit Superbowl-Halbzeit-Show

Februar: Die neutrale Mannschaft Russlands eilt bei den Winterspielen in Pyeongchang von Sieg zu Sieg, dem Rest der ungedopten Welt bleiben nur der Herrlich Heiko (Doppel-Gold), ein paar Biathlon-Taler und der eine oder andere Podestplatz beim Bergabfahren. Überraschenderweise ist Felix Neureuther doch noch fit geworden, er kann zumindest als Telefon-TV-Experte teilnehmen. An die gelegentlichen Bäuerchen von Tochter Matilda gewöhnen sich die Wintersport-Fans schnell. Zum geflügelten Wort wird der tägliche Gruß: „Servus Felix! Bye bye Kreuzband!“ Die Spastelruther Katzen sichern sich die Rechte an der musikalischen Verwurstung, Helene Fischer tröstet sich mit einem Halbzeit-Auftritt beim Superbowl in Minneapolis.

„Flieger“ Heiko Herrlich: „Mit dem ist auch bei Olympia zu rechnen“, freut sich Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster.

März: Der Münchner Fußball steckt in der Krise. Beim FC Bellheim gibt es nach dem 0:1 in Freiburg erste Pfiffe gegen Jupp Heynckes. Uli Hoeneß kontert mit einer spontanen Umfrage beim Fanklub „Stern des Niederrheins“. Ergebnis: 100 Prozent pro Jupp! Gegen Besiktas Istanbul gelingt dem FCB der Einzug ins Viertelfinale der Champions-League, während Real Madrid an Paris-Katar scheitert. Und in der Königsklasse der Herzen? Dort ist der TSV 1860 nach Niederlagen gegen Illertissen, Seligenporten und Ingolstadt II in Sorge. Erst recht, als Hasan Ismaik seinen Profilnamen bei Facebook in „Stay 4ever“ ändert. 

April: Die Formel-1-Saison startet in Melbourne mit einer Massenkarambolage. Bitter: RTL-Experte Nico Rosberg verplappert sich bei einer zu kurzen Werbeunterbrechung. Der Startcrash war inszeniert, um die Einschaltquoten aufzupäppeln. Die Welle der Empörung ist groß, Kai Ebel droht (erfolglos) mit Rücktritt. Erste Rückkehrrufe nach Bernie Ecclestone werden laut.

Mai 2018: HSV II wartet in der Relegation auf die Löwen

Mai: Der TSV 1860 hat’s doch noch geschafft! Durch ein Tor des im Winter aus Brasilien zurückgeholten Ribamar beim 1:0 gegen Bayern II ziehen die Löwen in die Aufstiegs-Relegation ein. Als Gegner wird ihnen der HSV II zugelost - ein Glück! Aufgrund der bevorstehenden Privatinsolvenz von Investor Kühne ziehen die Hamburger kurzfristig zurück und ebnen den Blauen den Weg in die Dritte Liga. Ismaik reagiert mit einem fröhlichen Facebook-Post: „The club is for sale!“ Gerhard Mey gefällt das. Beim Rekordmeister ist es nach dem Halbfinal-Aus gegen Manchester City am Ende zumindest das Double geworden. „So können wir den Jupp doch nicht gehen lassen!“, startet Uli Hoeneß auf dem Rathausbalkon seine Marienplatz-Umfrage. 1.251 Fans stimmen für „Weitermachen“, 59 für „Aufhören“. Der Rest (22.867) entscheidet sich für „Weiß nicht“. Hoeneß bricht die Feier ab, tags darauf klingelt bei Jogi Löw das Handy. Acht Sekunden, neun… „Hallöle, isch da der Mario Adorf?“, meldet sich der Noch-Bundestrainer. „Keine Scherze, halt dich bereit“, zischt’s ihm entgegen.

Juni: Die GroKo ist geschmiedet, Deutschland hat wieder eine Regierung. Doch in den Talkshows sitzen nur fassungslose (Ex-)Fußballer. Das Undenkbare ist eingetreten: Der Weltmeister ist nach drei Remis gegen Mexiko, Schweden und Südkorea  in der Vorrunde ausgeschieden. „All Time Löw“, witzelt die taz über den Zurückgetretenen, die Bild stellt die Frage der Fragen: „Hat Hoeneß Jogi verrückt gemacht?“ Nach dreieinhalb Tagen bricht Löw sein Schweigen. Klar sei es im Nachhinein „nicht die allerglücklichste Entscheidung“ gewesen, neben Mario Götze und Marco Reus auch noch „den Lukas“ (Podolski) zu nominieren. Trotzdem habe er das Votum der Fans nicht übergehen wollen. In Dortmund und Köln seien die Umfrageergebnisse „ein-deu-tig“ gewesen. Uli Hoeneß’ Blick schweift durch den Pressesaal der Allianz Arena: „Alle Fragen beantwortet? Dann können wir ja jetzt mit der Vorstellung beginnen.“

Lässt Uli Hoeneß seinen Lieblingstrainer Jupp Heynckes gehen?

Juli: Italien kann wieder lachen. Der 3:2-Sieg der Schweden im WM-Finale gegen Polen rehabilitiert die Azzurri für ihre Schmach in den Qualifikations-Playoffs. Kapitän Zlatan Ibrahimovic trifft dreimal, sein Gegenüber Robert Lewandowski nur zweimal. Viel Aufbauarbeit für Löw, der nach zähem Ringen immerhin seinen Wunschspieler Toni Kroos („oder nix!“) bekommen hat. „125 Millionen Euro ist am Ende des Tages keine Unsumme mehr“, verrät Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bei  FCB.tv und platziert einen launigen Wortwitz: „Auch beim FC Bayern denken wir groß.“

August: Bernie Ecclestone (87) ist zurück in der Formel 1! Boxenluder Kai Ebel nimmt den Ex-und-nun-wieder-Boss bei der Präsentation in Silverstone in die Mangel („Do you know the Great Bellheim?“) und wundert sich über das goldgerahmte 1860-Wappen auf Ecclestones Hemdkragen. „My new love“, flüstert Bernie und formt eine Art Lächeln. Der Obststandl-Didi, seit Juli neuer Mediendirektor der Löwen, verspricht auf Nachfrage eine baldige Klubmitteilung. „Jetz lasst’s mi erst amoi schaung, wia ma den oidn Hanswurscht schreibt.“

Jahresende: Jupp Heynckes darf zurück auf seinen Bauernhof

September: Während Lewis Hamilton den nächsten Titel einfährt, blickt die Formel-1-Welt nach Giesing. Nicht Mey hat die Löwen gekauft, sondern tatsächlich Mr. „Äcklstone“ (1860-Pressemitteilung). Die Präsentation des Briten im Grünwalder Stadion bringt den Verkehr am Mittleren Ring zum Erliegen. Als Ecclestone über die Stadionlautsprecher den von der Stadt genehmigten Bau einer Löwen-Arena im Inneren des Candidbergs ausruft („We go to the bottom!“), liegen sich 1860-Ultras und ARGE-Fans weinend in den Armen.

Oktober: Heiko Herrlich mischt die Trampolin-WM in Sankt Petersburg auf, in der Bundesliga grüßt Bayer Leverkusen mit Neu-Trainer Jupp Heynckes ungeschlagen von der Tabellenspitze. Derweil sind die Jogibayern auch zum Wiesn-Kehraus noch in der Findungsphase. „Fußball ist Tagesgeschäft“, bemerkt Karl-Heinz Rummenigge nach dem 1:2 bei Aufsteiger Jahn Regensburg. Sportdirektor Hasan Salihamidzic beschwichtigt: „Aaach, eine ganz normale Phrase war das. Ich kenn mich da aus!“

November: Da der Candidberg bereits zur Aushöhlung vorbereitet wird, müssen die Löwen ihre Heimspiele im Olympiastadion austragen. Die Stimmung ist besser als erwartet, die Luft nicht. „Wir müssen mit dem Bernie noch mal reden, ob’s die Autorennen in der Halbzeit unbedingt braucht“, sagt Präsident Robert Reisinger.

Dezember: Jupp Heynckes zieht sich nach der Rückkehr von Heiko Herrlich auf seinen Bauernhof zurück und studiert die Feinheiten der Anrufblockade. Die Löwen stoßen im Candidberg auf Öl und bekommen Ärger mit Ex-Investor Ismaik, der  auf die Förderrechte pocht. Währenddessen arbeitet Löw nach Siegen gegen Kiel und Nürnberg weiter an der Verjüngung des FCB. Einem Bericht zufolge will er Jürgen Klinsmann fürs Tagesgeschäft holen. Rummenigge lädt Hoeneß zum vorweihnachtlichen Videoabend. „Kennst du ‚Ein Mann sieht rot‘?“

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