"Ein Albtraum, Betrug!"

Sebastian Preiss und die deutsche Nationalmannschaft am Bode: Gegen Dänemark gab's eine 25:27-Niederlage.
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Sebastian Preiss und die deutsche Nationalmannschaft am Bode: Gegen Dänemark gab's eine 25:27-Niederlage.

Zadar - Johannes Bitter stürmte wutentbrannt auf die Schiedsrichter zu, seine Kollegen starrten fassungslos ins Leere.

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Nach dem 25:27 (14:14) in einem Handball-Krimi gegen Europameister Dänemark hatten die deutschen Weltmeister nicht nur den Glauben an die Gerechtigkeit, sondern auch das Spiel ums das WM-Halbfinale verloren. „Es ist ein Alptraum, was hier mit uns gemacht wird. Davon werde ich in einem Jahr noch träumen“, meinte der Keeper. Er hatte beim Stand von 25:25 in der 58. Minute einen Wurf der Dänen deutlich berührt und ins Aus gelenkt. Der Feldschiedsrichter entschied zunächst auch auf Abwurf, dann wurde jedoch auf Ecke für Dänemark korrigiert. Statt Ballbesitz für Deutschland blieb der Europameister im Angriff und erzielte schließlich den vorentscheidenden Führungstreffer.

Der Bundestrainer blieb zwar äußerlich diesmal gelassen, brodelte aber innerlich: „Was die uns heute gestohlen haben, holen wir uns wieder“, rief Brand seinen Spielern unmittelbar nach dem Spiel zu. Auslöser für die deutsche Verzweiflung und Bitters Wutausbruch waren diesmal die rumänischen Schiedsrichter Constantin Din und Laurentiu Dinu.

Weniger zurückhaltend zeigte sich der verletzte Michael Kraus, von RTL aus Göppingen zugeschaltet: „Ich muss sagen, dass ich froh bin, dass ich nicht vor Ort bin, denn sonst wären wahrscheinlich meine Krücken aufs Spielfeld gefallen. Das grenzt schon fast an Betrug. Ein ganz großes Kompliment an die Jungs; ich bin nur sehr, sehr enttäuscht, dass so ein Spiel wieder über die Schiedsrichter entschieden wird.“

Was genau die beiden falsch gemacht hatten, erklärte Heiner Brand: „Dominik Klein hat zumindest einen, wenn nicht zwei Siebenmeter verdient. Jogi Bitter ist mit der Hand am Ball. Der Feldschiedsrichter sieht dieses auch, im nach hinein bestreitet er das natürlich wie immer in solchen Fällen. Das hätte schon gereicht, um das Spiel nach Hause zu fahren. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass unsere Bank, weil sie darauf hinweist, dass ein Spieler von uns verletzt ist, zwei Minuten dafür bekommt, dann weiß man, wie das hier heute gelaufen ist. Aber ich will nicht von Betrug reden, sonst ermittelt wieder der Weltverband gegen mich…“

Immerhin, aus sportlicher Sicht konnte der Trainer zufrieden sein: Nach dem Ausfall von Kraus, der gegen Norwegen einen Außenbandriss erlitten hatte, führte der 22-jährige Martin Strobel ordentlich Regie. Mit dabei war trotz einer Oberschenkelverhärtung zwar Rückraumriese Pascal Hens, doch der dick bandagierte Hamburger blieb blass und saß ab der 20. Minute nur noch als Antreiber auf der Bank.

Einen starken Tag erwischten Kreisläufer Preiß (sieben Tore) und der für Hens ins Spiel gebrachte Lars Kaufmann (6), die mit ihren Toren immer wieder für Jubel im schwarz-rot-goldenen Fanlager sorgten. Böse erwischt wurden die Deutschen dann aber in der allerletzten Szene vor dem Pausenpfiff, als der Flensburger Lasse Boesen einen einen direkten Freiwurf über die gesamte deutsche Abwehr und Bitter hinweg zum 14:14-Halbzeitstand ins Tor donnerte – vielleicht war das ja schon das böse Omen. Und tatsächlich, den Rest erledigten dann die Schiedsrichter.

Das Wunder blieb leider aus

Das war’s dann mit der Titelverteidigung – die erhoffte Schützenhilfe blieb aus. Polen setzte sich mit 31:30 gegen Norwegen durch und sicherte sich damit Platz zwei in der deutschen Gruppe.

Nur bei einem Unentschieden wäre die Auswahl von Bundestrainer Heiner Brand in die Vorschlussrunde eingezogen. Gruppenerster wurde Dänemark. Deutschland spielt am Donnerstag gegen Ungarn um Platz 5 in Zagreb.

Und auch vorm Fernseher mussten die Deutschen leiden: Ständig stand das Spiel zwischen Polen und Norwegen Spitz auf Knopf, bis Sekunden vor Schluss konnten unsere Jungs vom Wunder träumen. 30:30 stand es, Norwegen hatte den Ball, um den Sieg zu holen, hatten die Skandinavier sogar den Keeper gegen einen zusätzlichen Feldspieler getauscht. Umsonst: Fünf Sekunden vor Schluss der Ballverlust, Polen trifft ins leere Tor.

Quelle: tz

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