Dorfclub Hoffenheim schafft Fußball-Märchen - Augsburg steigt nicht ab

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Der Hoffenheimer Obasi Chinedu (l) bejubelt mit seinem Teamkollegen Sejad Salihovic seinen Trefer zum 3:0. Salihovic erzielte zuvor das 2:0. Hoffenheim gewann die Partie mit 5:0 und ist damit dritter Bundesliga-Aufsteiger.

München - 1899 Hoffenheim ist der dritte Aufsteiger in die Fußball-Bundesliga. Freude auch beim FC Augsburg: Mit Holger Fach als drittem Trainer erzitterte er sich mit einem 1:1 gegen Jena den Klassenerhalt.

Grenzenloser Jubel in Hoffenheim und Lautern, Trauer in Mainz und Offenbach: Dorfclub 1899 Hoffenheim hat sein Fußball-Märchen zu einem traumhaften Ende gebracht und den Durchmarsch von der Regionalliga in die Bundesliga geschafft. Das Sensationsteam von Trainer Ralf Rangnick fertigte am Sonntag am letzten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga die SpVgg Greuther Fürth mit 5:0 ab und sicherte sich damit den dritten Aufstiegsplatz hinter Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln. “Jetzt sind wir erst einmal nur glücklich. In der Bundesliga wird es aber schwer genug für uns“, sagte Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp.

Weiter im Unterhaus muss der FSV Mainz 05 bleiben, der die direkte Rückkehr in die Beletage des deutschen Fußballs verpasste. Tränen der Trauer gab es auch bei Kickers Offenbach, das den bitteren Gang in die Drittklassigkeit antreten muss. Auf den letzten Drücker rettete sich dagegen der 1. FC Kaiserslautern vor dem Absturz und bewahrte eine ganze Region vor tiefer Depression.

Party pur herrschte in der gerade einmal 3300 Einwohner zählenden Gemeinde in der Nähe von Heidelberg, als am Sonntag nach 3060 Zweitliga-Minuten der Traum Bundesliga Wirklichkeit wurde. “Das ist wunderbar, nach einer Saison mit Höhen und Tiefen hat es die Mannschaft verdient“, jubelte Offensivspieler Francisco Copado. “Ich hatte einen optimistischen Zeitplan, aber dass wir das in zwei Jahren schaffen, hätte ich nicht gedacht“, gestand Erfolgscoach Rangnick, bei dem Erinnerungen wach wurden: 1999 hatte er den Durchmarsch des SSV Ulm 1846 eingeleitet. Bayern-Präsident Franz Beckenbauer sah dem künftigen Duell in der kleinsten Gemeinde der Bundesliga-Historie schon mit gemischten Gefühlen entgegen: “Das wird sicherlich eine gewöhnungsbedürftige Begegnung werden.“

Katerstimmung statt Karneval herrschte in Mainz, wo sich das Wunder von 2004 nicht wiederholte, als die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp am letzten Spieltag bei zuvor zwei Punkten Rückstand das Bundesliga-Ticket buchen konnte. Gegen den FC St. Pauli gab es den erhofften klaren 5:1-Sieg, das Hoffen auf den Patzer von Hoffenheim war aber vergeblich. Damit ist auch die Trennung der Erfolgsehe zwischen den Rheinhessen und Klopp perfekt. “Ich habe keinen Zugriff auf meine Gefühle“, sagte der Erfolgscoach, der nach 18 langen Jahren in Mainz mit den Tränen kämpfte. Lange Gesichter gab es beim SC Freiburg, der 0:2 gegen SV Wehen Wiesbaden verlor.

Lauterns Hoffnungen auf die Rettung in letzter Minute wurden erhört: Gegen die schon als Aufsteiger feststehenden Kölner sorgten vor 48 500 Zuschauern Josh Simpson und Marcel Ziemer per Doppelpack für die späte 3:0-Erlösung, mit der die Pfälzer zehn Jahre nach ihrem letzten Meistertitel den Sturz in die Drittklassigkeit verhinderten. Dafür traf es am letzten Spieltag Offenbach: Die Hessen verloren den Abstiegskrimi beim VfL Osnabrück mit 0:3. Dagegen konnten die Niedersachsen nach den Toren von Jan Schanda (36.), Mathias Surmann (57.) und Thomas Reichenberger (70.) jubeln. Ende gut, alles gut hieß es auch beim FC Augsburg, der sich mit Holger Fach als drittem Trainer der Saison beim 1:1 gegen Jena den Klassenerhalt erzitterte. Nur dank des besseren Torverhältnisses im Vergleich zu Offenbach bleiben die Schwaben drin.

Nach den “Chaos-Tagen“ beim TSV 1860 München war auf dem Platz beim 1:1 bei Erzgebirge Aue fast nur Langeweile angesagt. Gladbach verabschiedete sich mit dem 3:2 bei Absteiger Paderborn als Meister aus dem Unterhaus, Alemannia Aachen unterlag TuS Koblenz 1:3.

Quelle: DPA

Quelle: tz

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