Glock war unser Bester – auf Platz elf!

Doppelsieg für Ferrari in Magny-Cours - Deutsches Debakel

Felipe Massa nimmt den Siegerschluck.
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Felipe Massa nimmt den Siegerschluck.

Magny-Cours - Mon dieu! Was war denn da los? Beim Grand Prix von Frankreich hat’s kein einziger Deutscher in die Punkte geschafft.

Der Beste war Toyota-Fahrer Timo Glock – auf Platz elf. Die weiteren Ergebnisse: einfach nur frustrierend. Sebastian Vettel Zwölfter, Nick Heidfeld im BMW-Sauber auf 13. Nico Rosberg, der wegen des Boxen-Vorfalls von Kanada zehn Startplätze nach hinten versetzt wurde, kam im Williams nicht über Rang 16 hinaus. Und Adrian Sutil landete auf Rang 19, wurde also Letzter. Ein deutsches Debakel! Null Punkte für Schwarz-Rot-Gold: Das hatte es in dieser Saison bisher nur einmal gegeben. In Barcelona, vor zwei Monaten.

Jubeln dürfen dagegen die Italiener – weil Ferrari auf einmal wieder voll bei der Musik ist. Doppelsieg! Felipe Massa gewann. Kimi Räikkönen kam als Zweiter ins Ziel, obwohl er den Auspuff verlor und ihm in der Folge auch Teile der Karosserie wegschmolzen beziehungsweise abbrachen.

Und nochmal Forza Italia im Herzen Frankreichs: Jarno Trulli schaffte als Dritter das bisher beste Saisonergebnis für Toyota. Hinter dem starken Heikki Kovalainen im McLaren-Mercedes kam Montréal-Gewinner Robert Kubica im BMW-Sauber auf Rang fünf. Der Pole verlor seine WM-Führung, an der Spitze liegt jetzt Massa.

Heidfeld wollte nach dem Rennen nichts beschönigen. „Wir waren zu langsam. Wir hatten erwartet, dass wir hier schlechter aussehen als in Kanada. Dass es aber so schwer werden würde, das hatten wir nicht gedacht.“ Aber trotzdem kein Grund zur Panik: „Das ist erst das achte Rennen, und davor waren wir gut dabei. Ich hoffe, das hier ist nur ein Ausrutscher.“

Allerdings: Heidfeld war im Qualifying mal wieder langsamer als Teamkollege Kubica. BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen sagte über Quick Nick: „Wir sind intensiv dabei, ihm zu helfen. Ich hoffe, dass er seinen Aufwärtstrend beibehält und sich in den nächsten Rennen aus dem Tief arbeitet.“

Tief – das ist auch das Stichwort für Nico Rosberg und Williams. Da ist momentan einfach der Wurm drin. Rosberg schüttelt den Kopf: „Es ist komisch, wenn man von Monaco und Kanada kommt, wo es wirklich gut lief. Es ist brutal, wenn man zunächst ganz vorn lag und dann plötzlich ganz hinten steht.“ Und was genau ist das Problem? Nico: „Es liegt an der Aerodynamik, das spüre ich vor allem in den langsamen Kurven sehr stark. An meinem Auto ist irgendwas verkehrt. Ich hatte keine Chance, vorbeizukommen.“ Jetzt denkt Rosberg schon an das nächste Rennen in zwei Wochen in England – und das sind keine schönen Gedanken: „Das Problem ist, dass Silverstone eine ähnliche Strecke ist. Da wird es nicht viel anders laufen als hier…“

Der große Verlierer des Tages war aber trotzdem ein Anderer: Lewis Hamilton. Nach einer Strafenserie blieb der Vizeweltmeister im zweiten Silberpfeil als Zehnter zum zweiten Mal hintereinander erneut ohne Punkte und fiel in der WM-Wertung zurück. Hamilton war wegen seines Auffahrunfalls in der Boxengasse in Montréal für den Frankreich-Grand-Prix von vornherein um zehn Startplätze strafversetzt worden. Nach einem Überholmanöver gegen Vettel wurde er dann auch noch von den Rennkommissaren mit einer Durchfahrtstrafe belegt, weil er sich angeblich einen unerlaubten Vorteil verschafft habe. Damit war für den 23-Jährigen das Rennen erledigt, nur Platz zehn kam raus. Aber immerhin sorgte ja sein Teamkollege Kovalainen, der wegen Behinderung in der Qualifikation fünf Startplätze verloren hatte, sorgte immerhin für Trost im silbernen Lager.

Quelle: tz

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