Teuber & Sacher: Triumph unter Tränen

Doppelgold für Bayern!

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Vollgas, sonst nichts. Michael Teuber auf seiner Zeitfahr-Maschine

Peking - Das ist das bayerische Jubel-Double! Der Münchner Radrennfahrer Michael Teuber und sein Penzberger Kollege Wolfgang Sacher haben am Freitag bei den Paralympics jeweils Gold geholt.

Sie setzten sich in unterschiedlichen Schadensklassen im Zeitfahren über 24,8 Kilometer durch – bei knallharten Bedingungen! 33 Grad zeigte das Thermometer. Der teilweise querschnittsgelähmte Teuber schnaufte: „Ich bin gegen alle Empfehlungen immer am Limit gefahren und habe alles aus meinem Körper herausgeholt. Ich wollte unbedingt noch einmal Gold und bin jetzt total ergriffen.“ Bei diesen Worten weinte er Tränen des Glücks.

Auf der Tribüne dabei: Teubers Frau Susanne, seine Tochter Marie-Ann und seine Mutter Anna Maria. Dorthin, zu seiner Familie, führte auch Teubers erster Weg nach dem Sieg. Schnell zur Tribüne, für eine innige Umarmung. Er sagt stolz: „Ich habe gezeigt, dass ein Michael Teuber sich nicht geschlagen gibt und kämpft. Meine Familie war bei allen Rennen anwesend und hat mitgezittert. Jetzt können wir gemeinsam feiern.“ Am Samstag tritt Teuber noch beim Straßenrennen an – allerdings ohne große Hoffnungen: „Durch die Zusammenlegung der Klassen CP3, LC3 und LC4 ohne Zeitgutschrift ist der Nachteil meines Handicaps einfach zu eklatant.“

Teuber kann trotzdem mehr als zufrieden sein mit seiner Paralympics-Bilanz – und einige seiner Kollegen ebenso. Leichtathletin Maria Seifert zum Beispiel. Sie holte Bronze im 100-Meter-Sprint. Ebenfalls Bronze ging an Dorothee Vieth im Straßenrad-Zeitfahren der Frauen. Barbara Weise sicherte sich derweil Silber im Mixed-Zeitfahren.

Und Sacher? Der zweite Gold-Bayer? Er brachte nach seinem Sieg erstmal nicht mehr als ein „Wow“ heraus. Der einarmige Penzberger hatte in seinen vorherigen Wettkämpfen bereits Silber und Bronze geholt – jetzt ist die Edelmetall-Sammlung komplett: „Im Vorfeld habe ich auf eine Medaille spekuliert. Dass es jetzt drei geworden sind und auch noch eine goldene dabei ist – das ist irre.“ Das Zeitfahren ist eh Sachers Lieblingsdisziplin. Seit er im Behindertensport aktiv ist, wurde er zweimal Vizeweltmeister, sammelte vier deutsche und drei bayerische Meistertitel im Kampf gegen die Uhr.

Trotzdem lief’s am Freitag erst mal schlecht. Sacher: „Ich habe nur schwer in den richtigen Rhythmus gefunden. Vor allem in den bergigen Abschnitten hatte ich Probleme.“

Bei der Zwischenzeit lag er prompt zehn Sekunden zurück. Sacher: „Das hat mich wachgerüttelt und ich habe noch einmal richtig Gas gegeben.“ Er riskierte alles, in einigen Kurven fehlte nicht viel, und er wäre gestürzt. Nach der Zieldurchfahrt brach der Bayer erschöpft zusammen: „Ich hatte einfach keine Kraft mehr, ich hatte auf der Strecke alles gegeben.“

Die Belohnung war umso schöner. Sacher fuhr gestern die schnellste Zeit und durfte bei der Siegerehrung ganz oben auf dem Stockerl stehen: „Als die deutsche Nationalhymne gespielt wurde und mir die Goldmedaille um den Hals gehängt wurde, konnte ich mich nicht mehr halten. Ich habe geweint wie ein kleines Kind.“ Was ihm da gelungen ist, wird der Penzberger wohl erst so richtig begreifen, wenn er wieder zu Hause ist.

Kirsten macht sie alle nass!

Ja, und wo bleiben sie jetzt? Als die deutsche Schwimmerin Kirsten Bruhn bei den Paralympics die hundert Meter Brust gewonnen hatte, drehte sie sich um und hielt nach den Konkurrentinnen Ausschau. Kam aber erstmal keine. 15 Sekunden lang dauerte es, bis die Zweitplatzierte, Rachel Lardiere aus Frankreich, anschlug. Kirsten holt Gold – und macht sie alle nass!

Dann das Interview. Bruhn schreit sich die Anspannung von der Seele: „Jaaa, Gold!“ Dann holtsie Luft und meint: „Man muss erstmal zur Ruhe kommen, jetzt ist die Anspannung weg. Man kapiert das erst, wenn man aus dem Wasser rausgestiegen ist und dreimal durchgeatmet hat.“

Dagegen durfte sich Thomas Grimm nur eine Stunde über Gold freuen. Der Berliner schlug über 100 m Brust als Zweiter an, erhielt nach der Disqualifikation des Mexikaners Pedro Rangel bei der Siegerehrung unter Tränen die Goldmedaille. Anschließend gab aber das Internationale Paralympische Kommitee (IPR) dem Protest der Mexikaner statt – Rangel erhielt Gold, Grimm Silber. Richtig bitter war diese Protest-Farce für Niels Grunenberg. Der war eigentlich Vierter, bekam aber Bronze verliehen, um das wieder aberkannt zu bekommen. Wütend feuerte er den Blumenstrauß von der Siegerehrung in den Mülleiner. Karl Quade, der deutsche Chef de Mission, sagte: „Das ist alles schon sehr merkwürdig.“

Quelle: tz

Quelle: tz

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