54 Jahre, 6 Gegner, 0 Problem

René Weller kann und mag vom Boxen nicht lassen.
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René Weller kann und mag vom Boxen nicht lassen.

Laubach - René Weller kann’s nicht lassen. Mit 54 Jahren ist er immer noch „der schöne René“. Der Ex-Europameister vermöbelt die Gegner nach wie vor in seiner aufreizend kurzen Boxer-Hose.

„Es stärkt mein Selbstvertrauen, den anderen was aufs Maul zu hauen! Das ist mein Lebensmotto“, prahlt Weller. Und diesem Spruch bleibt er treu. Am 25. Juli nimmt er es im hessischen Laubach gleich mit sechs Gegnern auf – einer nach dem anderen, alle Klassen bis zum Schwergewicht. Offiziell seien das nur Sparrings-Kämpfe, erklärt Weller. Weil das sonst gar nicht erlaubt wäre.

Sechs gegen einen: Ist das nicht unfair? Selbst Mike Tyson hat solche Angebote ausgeschlagen. Und der gilt als härtester Boxer einer ganzen Ära. Kein Problem für den schönen René. Sieben Mal habe er in den letzten beiden Jahren gegen mehrere Boxer gekämpft. Kleinere Hallen mit etwa 3.000 Zuschauern habe er gut voll bekommen.

„Das hat immer supergut geklappt“, freut sich der Ex-Champ. Er weiß: „Kämpfer mit Meistertiteln können mir gefährlich werden, Namenlose nicht.“ Auch die 64 Kilogramm (Halbweltergewicht), mit denen er vielen Kontrahenten gnadenlos unterlegen ist – kein Problem! „Ich bin stark und mache als einer der wenigen Boxer Krafttraining.“

Die meiste Zeit wohnt Weller, der viereinhalb Jahre wegen Kokainhandels, Hehlerei, Anstiftung zur Urkundenfälschung und unerlaubten Waffenbesitzes im Knast saß, auf Gran Canaria. In seinem Garten hängen zwei Sandsäcke. An denen stärkt er täglich sein Selbstvertrauen, wenn kein Gegner in Schlagweite ist. Außerdem gibt er Trainingsstunden. Daher wisse Weller, wo er steht. Weit über den Durchschnittsboxern, die am 25. Juli Schläge beziehen sollen. Doch die Gegner sind bis in die Handschuhspitzen motiviert. „Die denken sich: Da steht der Weller, dem hau ich jetzt eins auf die Birne!“, sagt der ehemalige Held.

Nur eines geht in seinem Alter nicht mehr: „Mit einer deutschen Lizenz kann ich nicht mehr telefonieren…ähh…boxen“, erzählt Weller. Deswegen hat er sich eine polnische besorgt. „Damit kann ich boxen bis ich gestorben bin!“ Bis dahin will der Linksausleger getreu seinem Motto ordentlich austeilen. Aber nur zum Spaß, wird er nicht müde zu betonen. „Ich mache das nicht aus Geldnot. Ich darf, ich muss nicht trainieren“, schwört er.

Wie lange Weller noch boxt? Keine Ahnung. Aber wie George Foreman, Axel Schulz und Henry Maske nochmal bei zwölf Runden Opa-Boxen im Fernsehen so richtig abkassieren? „Das würde ich nie machen. So doof bin ich nicht. Wer um die WM boxt, muss jung und hungrig sein“, erklärt Weller. Sich selbst vergleicht er nicht mit aktuellen Größen. Lieber mit einer anderen Legende: „Ich bin der Beckenbauer des Boxens. Ich habe wie er ein Riesentalent. Wenn er mit Jungen spielt, ist er besser als sie.“ Für den kommenden Kampf wagt der „Box-Kaiser“ nur eine vorsichtige Prognose: „Das Blut wird nicht mehr bis nach München spritzen.“

Quelle: tz

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