17-Jährige feiert Überraschungssieg

Lara Gut (m.) freut sich über ihren Sieg.
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Lara Gut (m.) freut sich über ihren Sieg.

St. Moritz - Als der Stern von Lara Gut mit ihrem ersten Erfolg im alpinen Ski-Weltcup hell strahlte, gab es bei den Stars der Szene düstere Mienen.

“Damit hätte ich nie gerechnet, das ist ein unglaubliches Gefühl“, jubelte die 17 Jahre junge Schweizerin am Samstag, nachdem sie beim Super-G in St. Moritz unbekümmert zum Sieg gerauscht war. Die als Mitfavoritin ins Rennen gegangene Partenkirchenerin Maria Riesch haderte da wie die ebenfalls ausgeschiedene Gesamtweltcup-Spitzenreiterin Lindsey Vonn mit ihrem verpatzten Lauf; bei allerdings äußerst widrigen Bedingungen. “Ich bin zu gerade in den Steilhang gefahren. Das war ein Linienfehler“, sagte Riesch. “Ich habe zuviel riskiert, das ärgert mich natürlich.“

Hochkaräter wie Vonn (“Die Kurssetzung war unglücklich“), Riesch und die immerhin noch viertplatzierte Schwedin Anja Pärson (“Es war zuviel Schnee auf der Strecke“) beklagten ihre Leistungen und die Umstände. In der Abfahrt am Sonntag (11.00 Uhr/Eurosport) wollen sie dann wieder ihre Spitzenplatzierungen im Gesamtweltcup bestätigen. “Ich weiß trotzdem, dass ich schnell fahren kann, ich darf jetzt nicht verzagen“, sagte Riesch, die in der Kombination nach ebenfalls verpatztem Super-G dank eines guten Slaloms noch Vierte geworden war. Vonn (USA) führt im Gesamtklassement mit 438 Punkten weiter vor Tanja Poutiainen (Finnland/400) und Riesch (378).

Im Super-G erwischte bei schlechter Sicht und Schneefall lediglich Lara Gut gleich zu Beginn die perfekte Linie. “Mit der Startnummer eins ist es gar nicht so einfach, weil man dann Testfahrerin für alle anderen ist“, sagte Gut, die bereits bei Pärsons Kombinationssieg am Freitag als Fünfte überzeugt hatte. Ungewohnt war für Gut noch das lange Warten als Führende im Zielraum. “Normalerweise bin ich ziemlich locker und denke: 'Ist doch easy.' Aber das Warten ist ganz schön anstrengend“, erzählte die Teenagerin den Pressevertretern wahlweise fließend auf Deutsch, Italienisch oder Französisch. Spanisch und Englisch hätte sie auch antworten können.

Schon vor einem Jahr war Gut, die im Weltcup mit einem Privatteam unterwegs ist, in St. Moritz als Dritte und Fünfte erstmals in die Weltspitze vorgestoßen. Fast sehnsüchtig erhofft sich die Schweiz irgendwann wieder Erfolge wie zu Zeiten der dreimaligen Gesamtweltcup-Gewinnerin Vreni Schneider in den 80er und 90er Jahren - Gut nährt diese Träume. Zur Freude der Eidgenossen trug auch Fabienne Suter bei, die als Zweite vor der Italienerin Nadia Fanchini nach Platz drei in der Kombination erneut aufs Podest fuhr. “Das war ein toller Tag für unser ganzes Team“, betonte Gut nach ihrem insgesamt erst 13. Weltcup-Rennen.

Für den Deutschen Skiverband (DSV) konnte nur die Oberstdorferin Gina Stechert als Elfte ein wenig Schadensbegrenzung betreiben. Viktoria Rebensburg (Kreuth) schied ebenso aus wie die 18-Jährige Nicola Schmid (Oberstdorf) bei ihrem Weltcup-Debüt.

Quelle: DPA

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