1. FC Nürnberg hofft: "Gott hat uns noch eine Chance gegeben"

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Stürmer Jan Koller und der 1. FC Nürnberg hoffen auf ihre letzte Chance.

Nürnberg - Die Rechnung ist einfach, die Hoffnung in Nürnberg groß, die Aussicht auf ein Happy-End aber eher gering.

Nach dem 0:1 (0:0) von Berlin hängt der Klassenverbleib für den 1. FC Nürnberg beim Saison-Finale der Fußball-Bundesliga am kommenden Samstag am seidenen Faden. Nürnberg hilft im ausverkauften Stadion gegen die noch auf den zweiten Tabellenplatz hinter Meister Bayern schielende Schalke-Elf nur ein Sieg. Bielefeld, zwei Punkte vor den Franken auf dem rettenden 15. Tabellenplatz, darf gleichzeitig in Stuttgart nicht gewinnen. Bei einem Remis der Arminia wären beide Konkurrenten punktgleich - dann spräche das Torverhältnis für den “Club“. “Gott hat uns noch eine Chance gegeben“, sagte Stürmer Angelos Charisteas dank der Dortmunder Schützenhilfe in Bielefeld.

“Jetzt haben wir gegen Schalke ein echtes Endspiel. Ich bin von unserem Klassenerhalt überzeugt“, sagte Nürnbergs Trainer Thomas von Heesen und machte sich nach der etwas unglücklichen Niederlage im Olympiastadion knapp ein Jahr nach dem Pokal-Triumph gegen Stuttgart an gleicher Stelle Mut. Nach zwei freien Tagen steigt der “Club“ von Dienstag an in die Vorbereitung auf das Entscheidungsspiel ein. Am Mittwoch reist die Mannschaft ins Trainingslager nach Herzogenaurach und bereitet sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor. “Wir wollen die Aufgabe in aller Ruhe und mit voller Konzentration angehen und so die Voraussetzung schaffen, Schalke am Samstag zu bezwingen“, sagte Sportdirektor Martin Bader, der mit der Unterstützung von 47 000 Fans rechnen kann.

In Berlin hatte Torhüter Daniel Klewer, der beim Siegtreffer von Raffael (74.) machtlos war, die Anzeigetafel immer im Blick und fuhr emotional Achterbahn. Nach der zwischenzeitlichen Führung der Bielefelder beim 2:2 gegen Dortmund war der “Club“ zwischenzeitlich abgestiegen: “Es war ein Gefühlschaos. Wir waren schon raus. Dann wurde uns doch noch einmal die Chance gegeben, nächsten Samstag in einem wahnsinnigen Spiel drei Punkte zu holen.“

Vor allem mit Schiedsrichter Babak Rafati haderten die Nürnberger in Berlin. In der 30. Minute nahm Herthas Abwehr-Organisator Josip Simunic im Strafraum die Hand zur Hilfe, zehn Minuten vor Spielende foulte der Kroate den Nürnberger Angreifer Angelos Charisteas. “Das war eine Rote Karte“, beklagte sich der Grieche. Beide Male sah der Unparteiische aus Hannover keinen Grund einzugreifen. “Zwei hundertprozentige Elfmeter“, beurteilte von Heesen die heiklen Situationen. “Ein Skandal“, schimpfte Charisteas. Allerdings konnten sich auch die Franken über einen ausbleibenden Elfmeter-Pfiff freuen, als Raffael vor dem Simunic-Foul im Strafraum gefoult wurde.

Der Brasilianer war der Matchwinner für die Herthaner, die ihren dritten Sieg in Serie feierten und ihre Fans nach vielen Enttäuschungen während der Saison mit dem gelungenen Abschied wenigstens ein bisschen versöhnten. Raffael reichten in einem Spiel ohne viele Höhepunkte sein viertes Saisontor, um zum kleinen Helden zu werden.

“Das war ein brisantes Spiel für uns. Aufgrund der Spielstände in den anderen Stadien, die immer angezeigt wurden, war es für meine Spieler nicht leicht, sich auf unser Spiel zu fokussieren. Trotzdem hätten wir in Führung gehen müssen, weil nach dem Handspiel von Simunic der Elfmeter unfassbar nicht gegeben worden ist. Es war ein Punkt drin“, zog von Heesen Bilanz.

Quelle: DPA

Quelle: tz

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