Nur Wunder hilft: Hitzfeld und Matthäus vor EM-Aus

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Sie brauechen für ihre Qualifikation zur EURO 2012 jetzt ein Fußball-Wunder: Lothar Matthäus und Ottmar Hitzfeld.

Berlin - Keine Tore, viele Fragen, kaum noch Hoffnung. Das 0:0 im EM-Duell bringt weder Bulgaren noch Schweizer weiter. Die deutschen Trainer Lothar Matthäus und Ottmar Hitzfeld sind jetzt auch als Psychologen gefordert.

Hand in Hand schlenderten sie ins Stadion, nach dem Spiel umarmten sie sich kurz, doch Freude kam weder bei Lothar Matthäus noch Ottmar Hitzfeld auf. Das 0:0 zwischen Bulgarien und der Schweiz fühlte sich für die beiden deutschen Fußball-Trainer wie eine Niederlage an - die EURO 2012 ist in weite Ferne gerückt. Die vom früheren DFB-Kapitän Matthäus trainierten Bulgaren und die Eidgenossen mit Coach Hitzfeld verpassten am Samstag in Sofia den so dringend benötigten Sieg.

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“Heute hat kein Team einen Punkt gewonnen, sondern beide zwei Punkte verloren“, sprach DFB-Rekordnationalspieler Matthäus die bittere Wahrheit aus. “Ich denke, mein Kollege Hitzfeld fühlt das Gleiche wie ich. Dieses Ergebnis hilft keinem weiter“, erklärte der 50-Jährige. Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos. “Gelaufen ist diese Qualifikation noch nicht. Ich glaube daran, dass wir das Wunder noch schaffen können“, sagte Hitzfeld nach der schwachen Darbietung der Eidgenossen. “Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

Hinter Montenegro und dem neuen Tabellenführer England (beide 10 Punkte) rangieren die Schweiz und Bulgarien mit je vier Punkten bei vier noch ausstehenden Spielen auf den Plätzen drei und vier der Gruppe G. Am 4. Juni müssen die Schweizer auf die Insel - bei einer Niederlage in England ist der Ofen aus.

“Jetzt müssen wir versuchen, in England zu gewinnen“, forderte Hitzfeld. “Gegen Spanien gelang uns ja schon einmal ein kleines Wunder“, meinte der 62-Jährige im Rückblick auf den 1:0-Sieg zum WM-Auftakt 2010 gegen den späteren Weltmeister. “Solange man rechnerisch eine Chance hat, muss man alles dafür tun. Wir müssen jetzt halt in England eine Überraschung schaffen.“

Ein nachträgliches Geschenk zum 50. Geburtstag, den Deutschlands Weltenbummler “Loddar“ erst am vergangenen Montag feierte, machten die Bulgaren ihrem Trainer indes nicht. Dabei hatten die stürmisch angreifenden Gastgeber mehr Chancen und hätten die Partie in den ersten 60 Minuten entscheiden müssen. “Es war die beste erste Stunde von Bulgarien unter meiner Leitung“, befand der ehemalige Weltklasse-Kicker, der die Osteuropäer seit dem Herbst 2010 trainiert.

Die Gäste hatten durch Alex Frei nach ihrer einzigen guten Offensivszene nur eine hochprozentige Chance: Doch der frühere Bundesliga-Profi von Borussia Dortmund scheiterte an Bulgariens Torhüter Nikolai Michailow. “Wir sind zu Beginn unter die Räder gekommen“, gab der 31-Jährige zu. Freis Fazit klang nicht gerade wie ein Aufruf zur Aufholjagd: “Im Nachhinein denke ich, dass dieses Spiel keinen Sieger verdient hatte.“

Von Ralf Jarkowski, dpa

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