1. hallo-muenchen-de
  2. Sport
  3. Fußball

Berti Vogts: Ein Tor wäre ein Erfolg

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Berti Vogts
“Der erste Treffer jetzt ausgerechnet gegen einen Top-Gegner wie Deutschland würde der Mannschaft noch mehr Power geben. Doch ein Tor gegen Deutschland, das ist wie ein erstrangiger Lottogewinn“, betonte Vogts. © dpa

Baku - Die sprudelnden Ölquellen bescheren Aserbaidschan einen rasanten Aufschwung, abseits des “Schwarzen Goldes“ geht es für Berti Vogts auf dem Fußballplatz weniger ertragreich voran.

“Hier gilt es, eine Mission zu erfüllen, bei der die Nationalmannschaft in vier, fünf Jahren in etwa europäische Ansprüche erfüllen kann“, betonte der deutsche Europameister-Coach von 1996 vor dem Premieren- Duell am Mittwoch (18 Uhr/ARD) in Baku. Nach den Stationen in Schottland und Nigeria will Vogts nun die Auswahl der ehemaligen Sowjetrepublik, die in der FIFA-Weltrangliste auf Rang 137 zwischen Äthiopien und Neukaledonien geführt wird, in Schwung bringen.

Knapp ein Jahr vor der Fußball-WM: 22 Fakten zum Durchklicken

foto

Das Verteidigen hat der einstige “Terrier“ den Kickern der Kaukasus-Republik bei nur fünf Gegentoren in fünf Spielen schon beigebracht, aber auf das erste Tor muss der Fußball-Zwerg in der für ihn aussichtslosen WM-Qualifikation für Südafrika 2010 warten. “Der erste Treffer jetzt ausgerechnet gegen einen Top-Gegner wie Deutschland würde der Mannschaft noch mehr Power geben. Doch ein Tor gegen Deutschland, das ist wie ein erstrangiger Lottogewinn“, betonte Vogts, der bei der erwarteten Abwehrschlacht auf Torhüter Kamran Agajew verzichten muss.

Seit über einem Jahr arbeitet der 62-Jährige in dem Land, das etwas größer ist als Österreich und rund acht Millionen Einwohner hat. “Wenn wir in Baku knapp und beim Rückspiel nicht zu hoch verlieren, sind wir sehr zufrieden“, erklärte der 96-malige Nationalspieler, der sich im Land mit Währungsreserven von 17,3 Milliarden US-Dollar wohlfühlt. Torwarttrainer Uli Stein schwärmte im “kicker“ regelrecht von der Millionenstadt Baku. “Eine Stadt im Aufbruch mit tollen Häusern im venezianischen Stil.“ Geschätzt wird die Arbeit der deutschen Delegation - dazu gehören noch Assistent Olaf Janßen und die medizinische Abteilung - zudem. “Seit Berti Vogts Nationaltrainer ist, haben wir einen Riesenschritt nach vorne gemacht“, sagte Verbandspräsident Rovnag Abdullajew in der ARD.

Die Anerkennung dürfte Vogts, der in seiner DFB-Zeit trotz seiner Erfolge nie wirklich von Fußball-Deutschland geliebt wurde, gut tun. Knapp 20 Jahre war er als Trainer beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) tätig. Erst für die U 21, von 1990 bis 1998 dann als Bundestrainer. “Dem deutschen Fußball habe ich alles zu verdanken“, betonte der Weltmeister von 1974 auf der Internetseite des DFB.

Wie schon als Coach der schottischen Auswahl trifft er nun wieder einmal auf die Nationalelf der Heimat - ein Sieg gelang dem fünfmaligen deutschen Meister noch nicht. “Schottland war damals ein ganz anderes Kaliber als jetzt Aserbaidschan. Diesmal geht es darum, von Deutschland zu lernen“, sagte Vogts und verteilte brav Lob für die DFB-Elf - auch über das WM-Qualifikationsspiel hinaus. “Sie wird ohne Wenn und Aber Gruppensieger und ist in meinen Augen zudem einer der großen Anwärter auf den WM-Titel.“

Während des Spielbetriebs ist Vogts rund drei Wochen pro Monat am Kaspischen Meer vor Ort. “In Sachen Professionalität haben wir hier Neuland betreten. Bei den Clubs wird nur eine knappe Stunde am Tag trainiert. Wenn ich hier bin, habe ich die Spieler von Montag bis Donnerstag zu jeweils zwei Trainingseinheiten zusammen“, schilderte der zweimalige UEFA-Cup-Gewinner. In dem islamisch geprägten Land könnte sich die bis Ende 2009 vereinbarte Amtszeit des einstigen “Bundes-Berti“ sogar verlängern. “Natürlich wird es Gespräche über eine Vertragsverlängerung geben“, so Vogts. Als Voraussetzung für die weitere Arbeit müsste allerdings gewährleistet sein, “dass mindestens vier einheimische Spieler in jedem Erstliga-Team spielen müssen.“

Doch das rund 4,5 Flugstunden entfernte Aserbaidschan ist kein Muss für den Fußball-Fachmann, für den auch eine Rückkehr in die Bundesliga denkbar ist. “Vielleicht nicht als Trainer, sondern als Technischer Direktor. Ich könnte mir auch vorstellen, dem DFB als Berater zu helfen“, sagte der ehemalige Leverkusener Coach.

dpa

Auch interessant

Kommentare