Pleite gegen Charkow

Bayers B-Elf verspielt Gruppensieg

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Bayers Carlinhos (L) mit Charkows Fininho.

Leverkusen - Pleite für Bayers B-Elf: Die Leverkusener haben bei Metalist Charkow das Endspiel um den Gruppensieg in der Europa League verloren.

Mit seinen Jung-Spunden hat Bayer Leverkusen bei Metalist Charkow das Endspiel um den Gruppensieg in der Europa League verloren. Durch die 0:2 (0:0)-Niederlage in der Ukraine haben die Leverkusener keine Chance mehr auf die Spitzenposition in der Gruppe K, sind aber auch von Platz zwei nicht mehr zu verdrängen. Leverkusen muss damit in der Zwischenrunde Mitte Februar im Rückspiel auswärts antreten - fraglos ein Handicap. Das letzte Gruppenspiel gegen Rosenborg Trondheim am Nikolaus-Tag im heimischen Stadion ist bedeutungslos geworden.

Nach nur 38 Sekunden in der zweiten Halbzeit bezwang der Argentinier Cristaldo am Donnerstag vor 38 000 Zuschauern im Metalist-Stadion die Leverkusener Abwehr, die auf der europäischen Fußball-Bühne zuvor 412 Minuten ohne Gegentor geblieben war. Mit einem technischen Kabinettstückchen sorgte der Brasilianer Cleiton in der 85. Minute dann für die Entscheidung. Es waren die ersten Tore gegen Bayer im laufenden Europa-League-Wettbewerb.

„Wir haben uns gut verkauft. Was die junge Mannschaft auswärts gegen ein Klasseteam geleistet hat, war in Ordnung. Alle jungen Spieler haben ihre Sache vernünftig gemacht, insbesondere Dominik Kohr hat es sehr gut gemacht. Wir als Verein waren gut beraten, dass sie diese Erfahrung sammeln konnten. Es war eine sehr gute Möglichkeit, um die jungen Spieler an das internationale Niveau heranzuführen“, sagte Trainer Sascha Lewandowski.

Lewandowski und sein Kollege Sami Hyypiä hatten ihr Team nach dem 2:0-Sieg in der Bundesliga gegen Schalke fast komplett umgekrempelt. Gonzalo Castro, André Schürrle, Stefan Kießling, Ömer Toprak, Hamime Hosogaj, Lars Bender und Simon Rolfes waren nicht dabei. Lediglich Schürrle werde geschont, alle anderen seien mehr oder weniger angeschlagen, meinte Lewandowski. So standen unter anderem Kolja Pusch, Dominik Kohr und Tobias Steffen, die sonst für die U 23 auflaufen, in der Startformation.

Nach einer Viertelstunde wurden die Bayer-Junioren keck. Der 18-jährige Brasilianer Carlinhos (19.) vergab die erste Chance knapp. Etwas später hatte der etabilierte Renato Augusto die Führung auf dem Fuß. Wenige Minuten vor der Pause traf Junior Fernandes nach einer feinen Kombination mit Renato Augusto sogar die Latte - es war der sechste Aluminium-Treffer der Bayer-Elf im laufenden Europa-League-Wettbewerb. „Wären wir in Führung gegangen, hätte uns das ideal in die Karten gespielt„, sagte Lewandowski.

Wurfgeschosse in Stadien: Bierbecher, Sellerie, eine Katze und Dildos

1.4.2011: Beim Spiel St. Pauli gegen den FC Schalke 04 wurde Schiedsrichter-Assistent Thorsten Schiffner von einem Bierbecher getroffen. Das Spiel wurde abgebrochen. Hier sehen Sie weitere Geschosse, die auf Spielfelder jeglicher Sportarten geworfen wurden. Einige davon sind sehr skurril - aber gefährlich sind die meisten allemal. Also: Bitte nicht nachmachen! © Getty
Thorsten Schiffner war nicht der erste Schiedsrichter-Assistent, der von einem Becher getroffen wurde. 2006 streckte Kai Voss beim DFB-Pokal-Spiel zwischen Stuttgarter Kickers und Hertha BSC ein Bierbecher nieder. © getty
Deutschlands Torhüter bei der Weltmeisterschaft 1974 wurde von einem Gymnasiasten 1971 mit einem Messer beworfen. Er wurde aber - zum Glück - nicht getroffen. © dpa
Ein Motorroller im Stadion (hier mit Uli Hoeneß am Steuer) ist schon ungewöhnlich. Erst recht beim Mailänder Derby 2001: Dort versuchten Stadionbesucher einen Roller von der Tribüne zu werfen. © getty
Frank Baumann (M.) erwischte es während eines Bundesligaspiels. Er wurde im November 2008 von einem Handy-Akku getroffen. © getty
Im Carling-Cup-Finale 2007 zwischen dem FC Chelsea und dem FC Arsenal flog Sellerie von den Rängen. Arsenals Fabregas kann es nicht verstehen. Die Fans des FC Chelsea sangen bei fast jedem Spiel ein nicht jugendfreies Lied, in dem auch das Gemüse vorkommt. © getty
Beim UEFA-Cup-Spiel zwischen NEC Nijmegen und dem HSV traf Schiedsrichter Darko Ceferin ein undefiniertes Wurfgeschoss am Kopf. Das Spiel musste unterbrochen werden. © getty
Anders Frisk wurde beim Champions-League-Spiel zwischen AS Rom und Dynamo Kiew von einem Wurfgeschoss getroffen und musste mit einer Platzwunde vom Platz. © getty
Oliver Kahn traf am 12. April 2000 in Freiburg ein Golfball. Blutüberströmt musste er von Uli Hoeneß zurückgehalten werden, da er völlig außer sich war. © ap
FC Liverpool - AFC Sunderland im Oktober 2009: Ein großer roter Strandball wurde aufs Spielfeld geworfen. Dort landete er im Liverpooler Strafraum, wo der Ball einen Schuss unhaltbar für José Reina abfälschte. Das Spiel endete 0:1.  © getty
Halbfinale UEFA-Cup: Hamburger SV gegen Werder Bremen: Stand 1:2 für Bremen. Diese Papierkugel lenkte einen Ball entscheidend zur Ecke ab, die prompt das 1:3 für die Werderaner brachte. Trotz des Anschlusstreffers drei Minuten vor Schluss schied Hamburg aus. © dpa
Auch Toilettenpapier fliegt regelmäßig auf den Rasen. Hier beim Spiel FC Bayern gegen den 1. FC Nürnberg. Raphael Schäfer, Torhüter des "Clubs", zeigte sich aber unbeeindruckt. © getty
Im Carling-Cup-Halbfinale gegen den Ortsrivalen ManU wurde Craig Bellamy 2010 von einer Münze am Kopf getroffen. Eine heranfliegende Bierflasche flog knapp an ihm vorbei. © getty
Mailänder Derby 2005: Im Champions-League-Viertelfinale wurde AC Milans Torhüter Dida von Leuchtraketen getroffen und sank zu Boden. Das Spiel wurde abgebrochen. © dpa
Neben Leuchtraketen und einer Rumflasche warfen Zuschauer 2006 auch eine Katze auf das Spielfeld: Geschehen beim Derby zwischen Real Betis und FC Sevilla. © dpa
Viele Ratten wurden bei den Florida Panthers ab 1992 aufs Spielfeld geworfen. Grund: Scott Mellanby tötete eine Ratte in der Kabine mit dem Stock und traf danach zwei Mal. 1996 wurde diese Sitte verboten. © dpa
Super-League-Spiel zwischen Luzern und Basel am 7.November 2010: Fans des FC Basel warfen Tennisbälle auf das Spielfeld. Damit sollte gegen die frühe Anstoßzeit der Partie protestiert werden, welche auf Druck des Schweizer Fernsehens und wegen des Finals der Swiss Indoors in Basel vorverlegt wurde. © dpa
Ein Schweinekopf flog im Camp Nou beim "Clasico" zwischen Real Madrid und FC Barcelona aufs Spielfeld. Damit wollten die Fans von Barca ihre Meinung zum Wechsel von Luis Figo von Barcelona zu Real zeigen. © dpa
Stadionsitze sind, besonders in Südamerika, beliebte Wurfgeschosse. Allerdings auch in Europa kommt es vor, dass Sitze aufs Spielfeld fliegen, so auch 2000 beim Spiel Sevilla gegen Atletico Madrid. © dpa
Paul hatte Glück, in einem Aquarium zu leben. In der NHL wurden bei Siegen der Detroit Red Wings Tintenfische regelmäßig aufs Eis geworfen. Das hatte Tradition, da 1952 ein Besitzer eines Fischlokals immer ein Oktopus aufs Feld warf, der für die Play-offs einen Sieg bescheren sollte. Das schwerste Tier wog 25 Kilo. © dpa
Zahlreiche Dildos flogen im Oktober 2008 im Spiel zwischen AIK Stockholm gegen Leksand aufs Eis. Die Fans des Stockholmer Eishockey-Klubs zeigten damit ihren Unmut über Jan Huokko, der sich zum Jahresanfang einen Sexskandal leistete. © dpa

Mit Schwung kamen die Hausherren aus der Kabine. Der Brasilianer Fininho spielte aus der eigenen Hälfte in den Lauf von Cristaldo, der Leno keine Chance ließ. „Durch den Nackenschlag zum 0:1 musste Charkow nicht aufmachen, sonst hätten wir unsere Räume bekommen und sicherlich hier etwas mitgenommen. So aber haben uns die Möglichkeiten gefehlt“, sagte Lewandowski. Auch die Einwechslung von Bayer-Toptorjäger Kießling (78. Minute) brachte nichts. Das Tor erzielten die Hausherren. Sie haben nun vor dem letzten Gruppenspiel drei Punkte Vorsprung vor Leverkusen und den direkten Vergleich gewonnen.

dpa

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