Sir Alex wird 70: Gentleman und "british bulldog"

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Der Sir wird 70. Jahre alt. Und will sich von seiner Mannschaft zum Neujahr beschenken lassen.

Manchester - Vom Werkzeugmacher und Kneipenwirt zum erfolgreichsten Teammanager in der Geschichte des englischen Fußballs: Sir Alex Ferguson wird 70.

Die Frage, wo und wie er Festtage oder seinen Urlaub verbringt, hört Alex Ferguson in etwa so gerne wie ein Tatverdächtiger die nach seinem Alibi. Einen Journalisten, der ihn zum Saisonende 2006 fragte, ob er seinen freien Sommer bei der WM in Deutschland verbringen wolle, raunzte er einst an: „Das geht Dich einen Scheißdreck an! Ich frag Dich ja auch nicht, ob Du immer noch in diesen Schwulenbars abhängst.“

So wird es die Reporter auf der Insel erleichtern, dass sie den Teammanager von Manchester United dieser Tage nicht fragen müssen, was er an seinem 70. Geburtstag am Samstag vor hat. Er wird da sein, wo er seit 25 Jahren ist: Bei seinen Red Devils, genauer: auf der Bank im Old Trafford, dessen Nordtribüne seinen Namen trägt, und wo ManUnited just an diesem Tag die Blackburn Rovers empfängt. Für Ferguson gibt es an diesem Tag wohl keinen schöneren Ort - und keinen, den er für weniger geeignet hält.

Sir Alex Ferguson: Seine besten Sprüche

Seit 1986 ist Alex Ferguson in Diensten von Manchester United - und war in dieser Zeit für viele Sprüche gut. Klicken Sie sich durch. © Getty
„Ich will Liverpool von ihrem verdammten Ast zu hauen.“ (Bei seinem Amtsantritt 1986 über den damaligen Rekordmeister) © Getty
„Am Ende dieses Spiels wird der Europacup nur sechs Fuß von Euch entfernt stehen - und ihr werdet ihn nicht einmal anfassen dürfen. Und viele von Euch werden nie mehr so nah rankommen. Wagt es ja nicht, hier nachher reinzukommen, ohne alles gegeben zu haben.“ (Aus Fergusons Halbzeitansprache im Endspiel der Champions League 1999 gegen Bayern München) © Getty
„Ich kann es nicht glauben, ich kann es nicht glauben! Fußball, verdammte Hölle!“ (Nach dem Last-Minute-Sieg gegen die Bayern in Barcelona) © Getty
„Flickt ihn verdammt nochmal zusammen!“ (Ferguson zu einem Physio, nachdem er David Beckham einen Schuh an den Kopf gekickt hatte. Beckham erlitt bei der Attacke eine Platzwunde über dem Auge) © Getty
„Das hält die F***** von den Medien draußen.“ (Über das neue Trainingszentrum) © Getty
„Wenn mir ein Italiener sagt, dass das auf dem Teller Pasta ist, schaue ich unter der Soße nach, um sicher zu gehen. Die sind die Erfinder der Vernebelungstaktik.“ © Getty
„Wenn er auch nur einen Inch größer wäre, wäre er der beste Innenverteidiger Englands. Sein Vater ist 6 Fuß, 2 Inches groß - ich checke mal den Milchmann.“ (Über Gary Neville) © Getty
„Er hat mich Boss und Großer Mann genannt, als wir nach dem Hinspiel unseren Drink nahmen. Es würde aber helfen, wenn seine Huldigungen von einem guten Glas Wein begleitet werden würden. Was er mir gab, war Lack-Entferner.“ (Über Jose Mourinho) © Getty
„Manchmal hat man eben einen lauten Nachbarn. Daran kann man nichts ändern, die werden halt immer laut sein. Was willst du machen? Du kannst nur deinen Fernseher anschalten und ihn etwas lauter machen.“ (Über Manchester City) © Getty
„Pippo Inzaghi wurde im Abseits geboren.“ © Getty
„Er könnte in einem leeren Haus einen Streit anfangen.“ (Über Dennis Wise) © Getty
„Er bekommt eine Umarmung und einen Kuss von mir. Vielleicht sogar zwei.“ (Über Teammanager-Kollege Sam Allardyce) © Getty
„Sie glauben doch nicht etwa, dass wir mit dieser Bande einen Vertrag schließen? Denen würde ich nicht einmal einen Virus verkaufen.“ (Über das Interesse von Real Madrid an Cristiano Ronaldo) © Getty
„Ich habe Calderons große Aussage gelesen, wonach die Sklaverei vor vielen, vielen Jahren abgeschafft worden sei. Ob die das Franco erklärt haben? Jesus Christus! (Über Ramon Calderon, Präsident von Real Madrid, ebenfalls im Zuge des Ronaldo-Transfers) © Getty
„Die haben echt Eier, kann ich Ihnen sagen.“ (Über die Glazers, Besitzer von Manchester United) © Getty
„Ich mache sicher keinen auf Bobby Robson und bin noch mit 70 Manager. Es geht darum zu wissen, wann es gut ist.“ (Im Oktober 2008) © Getty
„Wahrscheinlich reiten wir irgendwann gemeinsam in den Sonnenuntergang.“ (Über seinen Lieblingsfeind Arsene Wenger vom FC Arsenal) © Getty
„Ich bin so ein verdammt talentierter Kerl. Vielleicht fange ich an zu malen, oder sowas.“ (Auf die Frage, was er nach seinem Abschied vom Fußball tun werde) © Getty
„Es ist völlig egal, wer geht. Der Name von Manchester United wird ewig bleiben.“ © Getty
„Es ist völlig egal, wer geht. Der Name von Manchester United wird ewig bleiben.“ © Getty
„Das geht Dich einen Scheißdreck an! Ich frag Dich ja auch nicht, ob Du immer noch in diesen Schwulenbars abhängst.“ (Zu einem Journalisten, der ihn fragte, ob er vorhabe, im Sommer 2006 zur WM nach Deutschland zu reisen) © Getty
„Sie sollten nicht versuchen, in das Gehirn eines Verrückten zu schauen.“ (Über sich selbst) © Getty
„Ja, das können Sie - indem Sie sich ins Knie ficken und sterben.“ (Zum Sportchef des Daily Mirror auf die Frage, ob dieser etwas tun könne, um das Verhältnis des Blattes zu Ferguson zu normalisieren) © Getty

So sehr sich Sir Alexander Chapman Ferguson nach dem Beifall des Publikums sehnt, so wenig kann er mit öffentlicher Huldigung umgehen. Als ihn der Klub im November zum 25. Jubiläum mit dem „Alex Ferguson Stand“ überraschte, sagte er, sein Assistent, der von all dem gewusst hatte, sei „gefeuert“. Ein rauer Scherz, wie Ferguson sie gerne macht und wie sie der gelernte Werkzeugmacher in seiner Jugend häufig hörte.

Er ist im Glasgower Arbeiterviertel Govan geboren, einer ungemütlichen, vom Schiffsbau geprägten Gegend, die ihre besten Tage längst gesehen hatte, als der junge Ferguson hier aufwuchs. Hier hat er gelernt, dass Verschlagenheit mitunter weiter hilft als Gutmütigkeit, und dass man nicht jedem trauen darf. Hier ist der Ursprung zu finden für seine berüchtigten „Hairdryer“, der Tobsuchtsanfälle, mit denen er selbst Stars wie David Beckham rund machte.

Wer verstehen will, wie Ferguson bei Pressekonferenzen oder im Umgang mit Spielern mal als Gentleman, mal als kampfbereite „british bulldog“ auftritt, muss diese Wurzeln kennen. In Govan erwarb Ferguson Qualitäten, die dem jungen Alex auf der Straße genauso halfen wie dem Stürmer Ferguson auf dem Platz. Dort war er bald wegen seines intensiven Körpereinsatzes als „The elbow“ bekannt. Seine Ellbogen haben ihn bis an die Schwelle der Nationalmannschaft gebracht, später machten sie ihn zum erfolgreichsten Trainer der Insel.

Dass es soweit kommen könnte, war in den 1970er Jahren noch nicht absehbar. Nach seiner Spielerkarriere machte Ferguson erstmal einen Pub auf, „Fergie's“ hieß die Kneipe in Glasgow. Doch seinen Job als Wirt gab er bald auf. Obwohl er bei East Stirlingshire, seinem ersten Klub, einige Schwierigkeiten hatte - zu Beginn fehlte ihm gar ein Torwart - hatte er seine wahre Profession im Trainerberuf gefunden. Und Ferguson machte es von Anfang an auf seine Art. „Ich hatte nie zuvor in meinem Leben vor jemandem Angst, aber Ferguson war vom Start weg ein furchteinflößender Bastard“, sagte einer seiner ersten Spieler.

Screenshots aus PES 2012

Screenshots aus PES 2012 von Konami. Keine Altersbeschränkung. PES 2012 erscheint am 29. September für PlayStation3, Xbox 360 und Windows PC, die Versionen für PSP und PlayStation2 folgen am 27. Oktober sowie für Wii am 3. November. © Konami
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Über St. Mirren, den FC Aberdeen und die schottische Auswahl kam er 1986 zu United, und es ist schwer zu sagen, wann Ferguson in all diesen Jahren zu der Legende wurde, als die er heute weltweit verehrt wird. Es gibt bei ihm nicht diesen einen Moment wie etwa bei Uwe Seeler, als der das Angebot von Inter Mailand ablehnte, oder bei Franz Beckenbauer das einsame Schlendern über den Rasen des Römer Olympiastadions 1990. Vielleicht ist es der Coup im Europacup der Pokalsieger, als er mit Aberdeen im Finale 1983 Real Madrid bezwang, oder das „Treble“ 1999 mit dem dramatischen Champions-League-Endspiel gegen den FC Bayern als Höhepunkt, vielleicht die 19. (Rekord-)Meisterschaft.

Dieser, Fergusons 47. Titel, war jedenfalls für ihn ein ganz besonderer. Er erfüllte damit seinen zu Beginn seiner Amtszeit bei United selbst formulierten Auftrag, den langjährigen Rekordchampion FC Liverpool von seinem „verdammten Ast zu hauen“. Heute thront United in der Baumkrone - dank ihm. Doch weil da unten am Stamm seit einiger Zeit der „vorlaute Nachbar“ (Ferguson) im Kostüm eines milliardenschweren Scheichs mit wuchtigen Axtschlägen versucht, seinen Baum zu fällen, hat Fergsuon auch mit 70 noch eine Mission.

Am Samstag, das hat Ferguson unlängst verkündet, will er Manchester City zumindest für diesen einen, seinen Tag die Spitzenposition der Premier League entreißen; der punktgleiche Rivale spielt am Sonntagnachmittag in Sunderland. „Wenn wir am Neujahrstag oben stehen, bin ich glücklich. Dieses Datum ist für mich immer ein guter Indikator“, sagte er.

sid

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