Vettel: "Ich bin ein Idiot"

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Untröstlich: Sebastian Vettel.

Nach dem bittersten Moment seiner noch kurzen Formel-1-Karriere war Sebastian Vettel untröstlich.

 “Ich bin ein Idiot! Es tut mir leid für das Team und für Robert“, sagte der 21 Jahre alte Red-Bull-Pilot. Dem jüngsten Grand-Prix-Sieger war nach dem Großen Preis von Australien anzusehen, wie unglücklich er über den Unfall mit Robert Kubica war.

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Vier Runden vor dem Ende des Grand Prix in Melbourne stieß er mit dem BMW-Sauber des Polen zusammen, als dieser ihn überholen wollte. Statt des zweiten oder dritten Platzes im ersten Rennen für seinen neuen Rennstall stand Vettel im Albert Park mit leeren Händen da. “Meine Reifen haben so stark abgebaut. Ich konnte nicht mehr gegen ihn kämpfen. Beim Unfall hatte ich keinen Platz mehr, ich konnte nirgendwo mehr hin“, beschrieb Vettel die Szene.

Rekordweltmeister und Ferrari-Berater Michael Schumacher sah das ähnlich: “Er war auf der Innenseite und konnte sich da nicht in Luft auflösen.“ Vettel hatte beim Boxenstopp zuvor weiche Pneus aufziehen lassen müssen - und war damit hoffnungslos gegen den heranrauschenden Kubica mit seinen harten Reifen unterlegen. “Was für eine Enttäuschung! Ich hätte eine gute Chance gehabt, das Rennen zu gewinnen, denn Jenson Button und Sebastian Vettel fuhren auf den weicheren Gummimischungen. Ich denke, dass Sebastian ein wenig zu optimistisch war“, klagte der Pole.

BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen meinte: “Wir hatten eine perfekte Strategie.“ “Das war ein normaler Rennunfall“, verteidigte Vettels Teamchef Christian Horner seinen neuen Chefpiloten und lobte ihn. “Sebastian ist bis dahin ein brillantes Rennen gefahren.“ Beim Zusammentreffen im Fahrerlager mit Theissen gab es für Vettel nach einem kurzen Gespräch einen versöhnlichen Klaps von seinem ehemaligen Vorgesetzten auf den Hinterkopf. “Haken wir das ab unter Lerneffekt“, sagte Theissen.

Zu allem Überfluss bestraften die Rennkommissare Vettel und sein Team auch noch. Sie sahen die Schuld am Unfall bei dem “Jung-Bullen“. In der Startaufstellung für das Rennen in der kommenden Woche in Malaysia wird er zehn Plätze nach hinten strafversetzt. Weil sich Vettel in der Safety-Car-Phase mit seinem demolierten Wagen auf nur noch drei Rädern ins Ziel retten wollte, gab es noch einen Strafzettel von 50 000 Dollar. Letztlich konnte das Vettel auch egal sein. Er war schon bestraft genug. Hinter den dominierenden Brawn GP mit Sieger Jenson Button und dem am Ende Zweiten Rubens Barrichello hatten er und Red Bull sich als “the best of the rest“ präsentiert. “Unser Auto ist schnell, das gibt Mut und Hoffnung“, sagte er.

Die spektakuläre Szene ließ die Ergebnisse seiner Landsleute fast in den Hintergrund drängen. Nach der Strafversetzung des ursprünglich auf Platz drei geführten Toyota-Fahrers Jarno Trulli rutschte dessen Teamkollege Timo Glock auf Rang vier vor, Williams-Fahrer Nico Rosberg wurde Sechster. Hinter Adrian Sutil im Force India musste sich Nick Heidfeld im BMW-Sauber mit Rang zehn zufriedengeben. Für den 31 Jahre alten Senior im deutschen Fahrer-Quintett war das Rennen nach einer unverschuldeten Kollision nach dem Start so gut wie gelaufen. Mit seinem beschädigten Auto konnte er das Rennen immerhin zu Ende fahren: “Aber am Ende ist das nicht viel wert, wen interessiert das schon, ob man Elfter oder 13. wird.“

dpa

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