tz-Experten-Kolumne

Vettel: So fahre ich am Sonntag in Barcelona

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Sebastian Vettel.

München - So richtig kommt Sebastian Vettel in der aktuellen Formel-1-Saison noch nicht in Schwung. In der tz-Experten-Kolumne erklärt er seinen Plan für den Grand Prix in Barcelona.

Sie wollen wissen, wie ich in Barcelona fahre? Los geht’s!

1. Elf-Kurve: Normalerweise ist die Rechtskurve mit anschließendem Linksknick kein großes Problem. Die Kombination ist flüssig, sie ist schnell und macht auch Spaß. Probleme macht sie nur, wenn der Wind plötzlich wechselt. Das kann in Barcelona schnell passieren. Man muss sich vorstellen: Du hast dir rundenlang deinen Bremspunkt auf der Geraden zurechtgelegt. Dann hast du plötzlich Rückenwind, bist deshalb auf der Geraden schneller und bremst zu spät. Dann wird es eng, und du musst am Lenkrad zaubern.

2. Renault-Kurve: Sie zieht sich, sie zieht sich, sie zieht und ist der ultimative Autotest. Warum? Weil du in dieser Endlosrechts alles brauchen kannst, nur nicht eins: Untersteuern. Andererseits: Es ist ein erhebendes Gefühl, wenn dein Auto perfekt reagiert, weil das Grundkonzept der Aerodynamik stimmt. Du lenkst dann einmal ein und fährst volle Lotte durch. Bis zu drei Zehntel kann man in der Renault-Kurve verlieren – oder gewinnen.

3. Campsa-Kurve: Sie macht extrem viel Spaß, weil sie extrem schnell ist. Nur, es darf an dieser Stelle aber auch gar nichts passieren. Denn der Auslauf zur Leitplanke ist nicht sehr groß.

4. La Caixa: Das richtige Timing beim Anbremsen ist entscheidend. Die Straße fällt ab, deshalb ist es nicht gerade einfach. Ruckzuck blockieren die Vorderräder – dann hast du entweder einen Bremsplatten oder stehst im Kiesbett. Wäre ich Zuschauer, würde ich mich vermutlich hierhin stellen.

5. ­Europcar und folgende Schikane: Diese Passage war jahrelang wie verhext für mich. Ich konnte machen, was ich wollte: Langsam reinfahren, schnell rausfahren oder umgekehrt – mein Teamkollege war immer bis zu zwei Zehntel schneller auf diesen wenigen Metern. Meine Jungs ärgerten mich damit, teamintern hieß diese Stelle deshalb „Webber-Schikane“. In der letzten Saison hatte ich plötzlich den Bogen raus und war schneller als er.

Von Sebastian Vettel, Formel-1-Weltmeister

Quelle: tz

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