Bei Debakel in Silverstone

Sebastian Vettel im freien Fall: Ferrari-Pilot fetzt sich am Bordfunk heftig mit seiner Box - „Ihr habt das vermasselt“

Im freien Fall: Ferrari-Pilot Sebastian Vettel.
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Im freien Fall: Ferrari-Pilot Sebastian Vettel.

In Silverstone treten die Differenzen zwischen Sebastian Vettel und der Scuderia Ferrari offen ans Licht. Valtteri Bottas teilt gegen Mercedes aus. Die Stimmen zum zweiten GP in Großbritannien.

Vettels Krise bei Ferrari verschärft sich - wird er absichtlich benachteiligt? Teamchef Binotto macht klare Ansage

Update vom 16. August 2020: Bei Sebastian Vettel und Ferrari herrscht nach wie vor Krise. Nun sieht sich der Rennstall sogar Sabotage-Vorwürfen ausgesetzt. Was ist dran an diesen Gerüchten?

München/Silverstone - Es war die nächste Demütigung für Ferrari-Pilot Sebastian Vettel - Platz zwölf beim zweiten Grand Prix binnen einer Woche in Silverstone! Beim Sieg von Max Verstappen (Red Bull) fuhr der viermalige Formel-1-Weltmeister ganz weit hinterher, inklusive Fahrfehler beim Start.

Seinen Frust ließ der 33-jährige Deutsche - der in der Fahrer-WM weit zurück fällt - schon während des Rennens über Bordfunk am eigenen Team aus*. Auch der Drittplatzierte Valtteri Bottas (Mercedes) hat wenig schmeichelhafte Worte für seinen Rennstall übrig. Verstappen und Charles Leclerc (Ferrari) feiern dagegen. Wir haben die Stimmen zum Rennen von Sky zusammengefasst:

Sebastian Vettel (Ferrari): Formel-1-Weltmeister wettert gegen eigenes Team

... über Bordfunk gegen die eigene Box wegen einer angeblich falschen Strategie: „Wir stecken genau so im Verkehr, wie wir das eigentlich nicht wollten. Das haben wir heute Morgen besprochen. Ihr wisst, dass ihr das vermasselt habt.“

Vielleicht wird Vettel ja bald von Lukas Podolski ersetzt? Der Fußball-Star gab sein Debüt im Rennwagen.

Valtteri Bottas (Mercedes): Formel-1-Pilot kritisiert in Silverstone eigene Box

... über das Rennen in Silverstone: „Absolut frustrierend. Von der Pole zu starten und auf Platz drei anzukommen, ist nicht ideal. Als Team haben wir an irgendeinem Punkt was verschlafen, dass Max (Verstappen, d. Red.) vor uns kommen konnte. Am Ende, als ich versucht habe, zu pushen, hatte ich eine Riesen-Blasenbildung an den Reifen. Der Reifen ist überhitzt und hat angefangen zu kochen. Man spürt in den Kurven, dass das Auto schwammiger wird. Heute ist sehr enttäuschend.“

Toto Wolff (Teamchef Mercedes): „Wir werden das Auto in den Simulator stecken“

... über die Probleme und die Kritik von Bottas: „Das war nicht die Strategie heute. Wir hatten ein Auto, das zu langsam war. Wenn es zu heiß ist, verlieren wir den Abstand, nicht nur zu den Top-Teams, sondern auch zum Mittelfeld. Wir werden lernen. Wir werden das Auto in den Simulator stecken. Ich bin sehr gespannt und aufgeregt, wie wir das am Freitag in Barcelona hinbekommen. Es gibt erste Meinungen, warum das so gelaufen ist. Wenn es zu heiß ist, kommt der Reifen übers Betriebsfenster. Wenn es zu heiß ist, machen wir den Reifen platt.“

Lewis Hamilton (Mercedes): Formel-1-Weltmeister moniert in Silverstone die Reifen

... über das Rennen: „Eine Riesen-Herausforderung. Ein großer Glückwunsch an das Red-Bull-Team und an Max. Wir hatten nicht erwartet, dass wir an den Reifen solch eine Blasenbildung haben würden. ich habe wirklich gepusht, um die Jungs vor mir aufzuholen.“

... über die Probleme bei Hitze mit den Reifen: „Wir arbeiten sehr hart daran. Wir hatten das Problem schon mal, den Reifenplatzer letztes Wochenende. Wir haben hier den höchsten Reifendruck überhaupt, und irgendwann gibt es dann die Blasenprobleme. Ich habe mich nur noch ums Reifenmanagement gekümmert, der Reifen hat am Ende gehalten, aber ich hatte wirklich Befürchtungen, dass er platzen könnte.“

Silverstone-Sieger Max Verstappen (Red Bull): „Es war ein perfekter Tag“

... über das Rennen und seinen Sieg in Silverstone: „Ich hatte das so nicht erwartet. Mit den Reifen sah es ganz gut aus, die Frage war, wie Mercedes mit den harten Reifen umgeht. Es ist natürlich super, hier zu siegen. Es war ein perfekter Tag, ich bin glücklich über diesen Sieg.“

... über die Konkurrenzfähigkeit gegenüber Mercedes: „Bisher hatten wir nie die Gelegenheit, ihnen wirklich Druck zu machen. Sie mussten in die Box und dann konnte ich den Druck immer besser ausbauen. Jetzt werden wir in Barcelona sehen, was passiert.“

Nico Hülkenberg (Racing Point): Auch deutscher Formel-1-Pilot hadert mit den Reifen

... über das Rennen als Ersatzfahrer bei Racing Point: „Der zweite Boxenstopp war leider nötig. Wir hatten leider Probleme mit der Bläschenbildung an den Reifen, das hat man am Grip gemerkt, und auch an der Stabilität. Ich bin zufrieden mit dem, was ich geleistet habe.“

Charles Leclerc (Ferrari): Kollege von Sebastian Vettel wundert sich über schnellen Scuderia-Boliden

... über das Rennen und seinen vierten Platz: „Ich bin so glücklich. Für mich fühlt sich das wie ein Sieg an. Auf Platz vier stehen wir momentan nun mal. Im letzten Jahr war das Reifenmanagement mein Problem, heute empfinde ich eine große Zufriedenheit. Jetzt müssen wir erstmal analysieren, warum wir so schnell waren. Um ehrlich zu sein, verstehe ich das nicht ganz. In diesen harten Zeiten muss man das Positive nehmen.“ (pm) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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