"Heißer als Satans Fußnägel"

Neue Ära der Silberpfeile beginnt in der Hölle

Formel 1
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Von links: Toto Wolff, Lewis Hamilton, Nico Rosberg, Ross Brawn

München - Für Mercedes bricht eine neue Ära an. Mit Toto Wolff in der Verantwortung und Lewis Hamilton im Cockpit wollen die Silberpfeile wieder auf Titeljagd gehen.

Die neue Ära der Silberpfeile beginnt in der Hölle. Denkt zumindest Lewis Hamilton, der neue Star im Mercedes-Cockpit. „Heißer als Satans Fußnägel“ sei es in Melbourne, twitterte der Engländer bei 36 Grad Celsius „Down Under“, wo am Sonntag (7.00 Uhr MEZ/RTL und Sky) mit dem Großen Preis von Australien nicht nur die Formel-1-Saison 2013 eingeläutet wird, sondern auch ein Neuanfang der Marke mit dem Stern.

Vorbei sind die Zeiten von Rekordweltmeister Michael Schumacher und Motorsportchef Norbert Haug, willkommen Lewis Hamilton und Toto Wolff. Mit dem britischen Ex-Weltmeister und dem österreichischen Geschäftsmann soll der Erfolg in Stuttgart, Brackley und Brixworth Einzug halten. Dafür hat mabn auch Niki Lauda als Aufsichtsratschef verpflichtet, der wie Wolff gleich Anteilseigner wurde.

Entsprechend groß sind die Erwartungen an ein Team, das in drei Jahren mit Schumacher im Cockpit nur einen Sieg einfuhr - durch Nico Rosberg 2012 in Shanghai. „Fehler kann ich mir nicht erlauben. Wir sind geholt worden, um das Team zu drehen, und wenn wir es nicht drehen, dann sind wir weg“, sagte Wolff im ORF.

Die kostspielige Verpflichtung von Hamilton, der Schätzungen zufolge zwischen 20 und 25 Millionen Euro verdient, war eigentlich in erster Linie als Vorgriff auf das Jahr 2014 gedacht, wenn sich mit der Einführung der Turbo-Motoren die Kräfteverhältnisse in der Königsklasse deutlich verschieben könnten. Viele Experten sehen Mercedes bei der Entwicklung deutlich vor der Konkurrenz.

Bei den wegen der Kälte und des Regens wenig aussagekräftigen Wintertests in Jerez und Barcelona deutete der neue Silberpfeil trotzdem an, dass vielleicht schon in diesem Jahr wieder mit ihm zu rechnen ist. Die Bestzeiten von Hamilton und Rosberg auf dem Circuit de Catalunya verblüfften die anderen Teams doch augenscheinlich.

Zwar erklärte Wolff: „Erst im Qualifying am Samstag wird jedes Team seine Karten auf den Tisch legen, und erst dann werden wir den ersten Hinweis erhalten, wie unsere Performance einzuordnen ist.“ Doch Mercedes war nicht nur schnell, sondern spulte nach einem holprigen Start in Jerez regelmäßig auch die meisten Runden ohne Komplikationen ab.

Grund genug für verhaltenen Optimismus bei Hamilton: „Wir sollten auf dem Boden bleiben. Trotzdem bin ich überzeugt davon, dass wir im Laufe der Saison mindestens einmal gewinnen können. Ich weiß nur nicht, wann.“

Auch Schumacher sieht sein Ex-Team auf einem guten Weg. Der Kerpener, der keine offizielle Funktion übernehmen wird und vor allem „die Daumen drückt“, hofft, „dass wir die Früchte der Arbeit aus den vergangenen Jahren bald ernten können. Schon im vergangenen Jahr waren wir Anfang des Jahres ganz gut dabei, haben aber dann das Potenzial übers Jahr hinweg nicht halten oder gar ausbauen können. Ich hoffe, dass dies mit der verbesserten Infrastruktur mit mehr Ingenieuren in dieser Saison eher möglich sein wird.“

Helfen könnte den Silberpfeilen in Zukunft auch der Hamilton-Vertraute Paddy Lowe, der nach seiner Absetzung als Technischer Direktor bei McLaren 2014 zu Mercedes kommen soll und dort vielleicht die Nachfolge von Teamchef Ross Brawn antreten könnte.

Der Umbruch bei Mercedes ist also noch lange nicht abgeschlossen, aber zur Überraschung vieler Experten befinden sich die Silberpfeile schon auf dem richtigen Weg. „Ich bin mir sicher, dass wir Erfolg haben werden“, sagte Rosberg dem SID. Mercedes könnte ein ganz heißer Geheimtipp in dieser Saison werden - vielleicht sogar schon in der Hölle von Melbourne.

sid

Die Formel 1 2013: Alle Fahrer und ihre Autos

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