Comeback mit über 40 bei Mercedes

Michael Schumacher: Mercedes-Weggefährten über seinen bittersten Moment - „Das schmerzt noch heute“

Michael Schumacher (r.) mit seinem damaligen Teammanager Ron Meadows im Jahr 2011.
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Michael Schumacher (r.) mit seinem damaligen Teammanager Ron Meadows im Jahr 2011.

Michael Schumacher startete zum Ende seiner Karriere für Mercedes. Zwei Weggefährten erzählten von seinem Einfluss und erinnern sich bis heute an ein tragisches Rennen.

Brackley - Seit die Formel 1 im Jahr 2014 auf Hybridmotoren setzt, ist ein Rennstall dauerhaft an der Spitze. Mercedes konnte siebenmal in Serie den WM-Titel holen und dominiert in der Königsklasse. Teamchef Toto Wolff ist der Strippenzieher hinter dem Erfolg, das Fundament für die heutige Dominanz legten allerdings andere Verantwortliche - gemeinsam mit Michael Schumacher. Zwei von ihnen sprachen nun über Schumis besondere Rolle bei den Silberpfeilen.

Michael Schumacher: Zwei Mercedes-Verantwortliche erinnern an bitteres Schumi-Rennen - „Unsere Herzen waren gebrochen“

Nach drei Jahren Abwesenheit kehrte Schumacher 2010 für Mercedes zurück ins Cockpit und war in dabei bis 2012 an der Entwicklungsarbeit beim Rennstall beteiligt. „Erfolg hat immer viele Väter, und Michael war definitiv daran beteiligt, die Basis für den Erfolg dieses Teams zu legen“, meinte Toto Wolff gegenüber Sport1. Im Formel-1-Podcast „Beyond the Grid“ redeten mit Teammanager Ron Meadows und Strategiechef James Vowles gleich zwei Wegbegleiter bei Mercedes über den Ausnahme-Fahrer.

„Ich weiß noch, wie glücklich ich über seine Pole-Position (beim Rennen in Monaco 2012, Anm. d. Red.) war. Michael hatte eine seiner besten Runden in der Formel 1 gefahren“, erinnert sich Vowles an den damals 43-jährigen Schumacher am Steuer. „Aber unsere Herzen waren gebrochen, denn alle hatten sich so sehr gewünscht, dass Schumacher Erfolg hat. Jedem von uns war klar, wie viel Arbeit Michael in dieses Team investiert hatte, und ein Sieg in Monaco wäre eine angemessene Belohnung gewesen. Und ausgerechnet nach dieser tollen Runde musste er fünf Ränge zurück! Das schmerzt noch heute“, meint Vowles.

Michael Schumacher: Mercedes-Wegbegleiter bedauern eine Sache - „... aber es ist nie passiert“

Die Erinnerung an jenes Rennen ist für die Beteiligten von damals bitter, der siebenfache Weltmeister hatte aufgrund einer Strafe aus dem vorherigen Rennen fünf Startplätze verloren - somit wurde auch nichts aus seiner Pole. „Michael Schumacher hat bei uns nie die Ergebnisse erzielt, welche er verdient hätte“, resümiert Vowles. „Ich wünschte nur, wir hätten ihm diesen einen Sieg schenken können. Oder er hätte den Wagen von 2013 fahren können, mit dem wir dreimal gewinnen konnten und acht Pole-Positions einfuhren“, meint der Ingenieur rückblickend.

Teammanager Ron Meadows war damals auch dabei und findet ebenso emotionale Worte. „Wenn ich daran denke, wie sehr Michael am Aufbau des Teams beteiligt gewesen ist, dann ist mein größtes Bedauern, dass er für uns nie gewonnen hat“, meint der 57-Jährige. „Wir wollten alle, dass er siegt, aber es ist nie passiert. Einige Jahre später hat unsere Siegesserie begonnen, und er ist einer der Gründe dafür, wieso wir noch immer gewinnen. Er hat so viel dazu beigetragen, uns zu einem besseren Rennstall zu machen“, rühmt Meadows die Ferrari-Legende. Ohne Schumi sähe es heute also bei Hamilton und Bottas womöglich ganz anders aus. (ajr)

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