Fehlstart im Aston Martin

Schumacher platzt wegen Vettel der Kragen: „Er kriegt eine Menge Geld dafür ...“

Sebastian Vettel wird von Ralf Schumacher kritisiert.
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Sebastian Vettel wird von Ralf Schumacher kritisiert.

Sebastian Vettel erlebte im Aston Martin zum Start der Formel 1 eine Enttäuschung. Ralf Schumacher kritisiert seine Einstellung und fordert eine Steigerung.

München - In diesem Jahr sollte alles besser werden. Nach einer Katastrophen-Saison im Ferrari ging Sebastian Vettel im neuen Aston Martin mit Vorfreude und Euphorie an den Start. Doch zum Auftakt der Formel 1 in Bahrain erlebte der viermalige Weltmeister das nächste Desaster. Nach einem völlig verpatzten Wochenende leistete sich Vettel im Rennen eine Kollision und landete auf dem vorletzten 15. Rang - einzig Mick Schumacher war noch langsamer.

„Ich fühle mich nicht zu Hause im Auto, viele Dinge kämpfen da gegen mich, so dass ich mich nicht aufs Fahren konzentrieren kann“, jammerte Vettel über seine neue Begleiterin „Honey Rider“. Es waren Worte, die man häufig in der letzten Saison zu hören bekam und die eigentlich der Vergangenheit angehören sollten. Diese Haltung stößt nun auch Ralf Schumacher sauer auf. Der Ex-Fahrer könne Vettels Frust nach diesem „alles andere als perfektem Wochenende“ zwar verstehen, forderte im AvD Motor & Sport Magazin beim Sender Sport1 aber eine positivere Herangehensweise des Heppenheimers.

Formel 1: Ralf Schumacher hat kein Verständnis für Sebastian Vettel

„Das Wehleidige muss aufhören, dass er das Auto nicht fühlt. Das Leben ist kein Ponyhof, er muss jetzt Gas geben, es nützt nichts“, meinte der 45-jährige Bruder von Michael Schumacher. Sein gut gemeinter Rat an Vettel: „‘Ich fühle mich nicht wohl, das Auto lenkt anders‘ - das interessiert keinen Menschen, wir reden von der Formel 1. Er kriegt eine Menge Geld dafür, er ist Weltmeister. Auf jeden Fall muss er mal schneller sein als sein Teamkollege. Sein Ziel muss sein, seinen Teamkollegen zu putzen. Der Rest kommt von allein.“

Für die nächsten Rennen gibt Schumacher eine einfache Marschroute aus: „Der Druck von außen ist immens, das muss er abschalten. Wichtig ist ein normales Wochenende, mit einem ordentlichen Qualifying, schneller zu sein als der Teamkollege und niemandem hinten reinzufahren.“ Große Sprünge erwartet er von Vettel und Aston Martin in dieser Saison aber nicht mehr.

Formel 1: Ralf Schumacher liefert Erklärung für Vettels Fehlstart

Doch Ralf Schumacher nimmt Vettel auch in Schutz. Vettels Teamkollege Lance Stroll, dessen Vater der Teambesitzer ist, fährt bereits seit zwei Jahren im Team und habe deshalb einen Vorteil. „Man darf nicht unterschätzen, dass Stroll schon seit mehreren Jahren in dem Team ist und das Konzept kennt. Bei Aston Martin ist das Problem, dass - wenn er (Sebastian Vettel, Anm. d. Red.) Änderungen vornimmt - das Team nicht die Möglichkeit hat, alles direkt zu verstehen. Es tut mir leid für Sebastian. Das ist ein Riesenproblem und das wird dauern“, sagte Schumacher.

„Man kann aus einer Kuh keinen Tiger machen von heute auf morgen. Aus dem Aston Martin wird dieses Jahr kein Sieger-Auto mehr. Aston Martin hat eine Entwicklung durchgemacht. Jetzt haben sie wieder ein neues Konzept. Dieses Konzept funktioniert nicht richtig, weil es vielleicht im Detail nicht selbst erarbeitet wurde.“ Eine Leistungssteigerung erwartet Schumacher aber trotz alledem. „Mit dem Auto ist nicht viel möglich, aber man kann damit in die Punkte fahren.“ Ein konkurrierender Teamchef streute zuletzt noch mehr Salz in die Wunde. Jetzt liegt es an Vettel, es beim nächsten Grand Prix besser zu machen und seine Kritiker verstummen zu lassen. (ck)

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