Platz vier statt Platz zwei

Formel 1: Mega-Ausraster von Leclerc im Ferrari-Funk - Vettel überrascht mit Gänsehaut-Antwort

Die Formel 1 hatte in der Türkei ungewohnte Spannung im Gepäck. Am Ende war Sebastian Vettels Ferrari-Kollege Charles Leclerc der Unglücksrabe.

  • Formel 1: Das Rennen in der Türkei war bis zur Ziellinie ungemein spannend.
  • Charles Leclerc war am Ende der große Verlierer in der Königsklasse.
  • Der Ferrari-Kollege von Sebastian Vettel feuerte unmittelbar danach etliche Flüche ab. Auf der PK gab es dann tröstende Worte.
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Update vom 16. November, 14.35 Uhr: Charles Leclerc war nach seinem verlorenen dritten Platz nicht zu bändigen und fluchte aufgewühlt in den Teamfunk (siehe Video unten). Sebastian Vettel hätte danach durchaus den Finger in die Wunde legen können - es wäre nicht das erste Mal, dass ein Formel-1-Fahrer seinem Teamkollegen einen Spruch drückt.

Dass das bei Ferrari Ende 2020 nicht passieren wird, war fast klar. Vettel und Leclerc verstehen sich inzwischen gut, der Deutsche ist bei Fahrern und Fans wegen seiner ehrlichen und positiven Art sehr beliebt, zudem gilt er mittlerweile als wahrer Gentleman. Deshalb hatte er für den Monegassen ausschließlich positive Worte parat.

Formel 1: Charles Leclerc nach Türkei-Rennen stocksauer - Reaktion von Sebastian Vettel ist bemerkenswert

Vettel sagte nach dem Rennen bei der Pressekonferenz, dass er sich an sich selbst erinnert fühlt. „Er ist viel jünger, er ist sehr schnell. Ich hatte noch nicht Gelegenheit, mit ihm zu sprechen. Aber ich werde ihm sagen, dass dieses Podium für ihn irrelevant ist. Er hat noch so viele Jahre vor sich, da wird er noch so oft aufs Podium fahren. Da bin ich mir sicher.“ Natürlich sei es „gut, dass er sich ärgert, denn er hat einen Fehler gemacht und das Podium verloren. Aber wie gesagt: Wenn man das große Ganze sieht, spielt das für ihn keine Rolle“.

Und Vettel weiter: „Ich bin reif genug dafür, dass ich nicht zulasse, dass wegen so etwas Reibung entsteht, die dann zwischen uns steht. Ich freue mich über alles, was er erreicht und noch erreichen wird, denn er ist ein guter Junge.“ Nach einer solchen Saison solche Worte zu finden, verdient Respekt. Weniger positiv äußerte sich unterdessen ein Ex-Ferrari-Star über Vettel.

Formel 1: Charles Leclerc flippt bei Türkei-Rennen total aus

Erstmeldung vom 16. November, 10.11 Uhr: Istanbul - Früher war das häufig so in der Formel 1. Unerwarteter Pole-Sitter, turbulenter Start, etliche Wechsel an der Spitze, Spannung bis zur letzten Kurve. Das Rennen in Istanbul hat richtig Spaß gemacht - auch wenn es am Ende das Ergebnis gab, mit dem vor dem Wochenende jeder gerechnet hatte: Lewis Hamilton gewinnt und wird Weltmeister.

Davon war nach dem Qualifying am Samstag aber definitiv nicht auszugehen. Der Mercedes-Pilot wurde nur Sechster, die beste Zeit im türkischen Regen fuhr Lance Stroll im Racing Point. Und der Kanadier führte das Feld am Sonntag auch lange an. Danach leistete sich der künftige Kollege von Sebastian Vettel aber mehrere Fehler und wurde auf Platz neun durchgereicht.

Dahinter drehte sich auch Max Verstappen mehrmals. Plötzlich wollte keiner mehr gewinnen! Aber dann kam eben Hamilton. Durch cleveres Reifenmanagement kam er mit einem Boxenstopp aus und fuhr als erster über die Ziellinie.

Formel 1: Herzschlag-Finale in der Türkei - mit unerwarteter Beteiligung

Dahinter wurde es auf den letzten Kilometern nochmal richtig spannend. Sebastian Vettel und Charles Leclerc fuhren die Lücke zu Sergio Perez zu. Ja, Vettel und Leclerc! Im Ferrari! Zumindest für Vettel waren das komplett ungewohnte Sphären. Und am Ende wurde er belohnt. Leclerc wollte Perez noch abfangen und sich auf Platz zwei schieben. Aber das Manöver war zu riskant, Leclerc wurde abgedrängt - und plötzlich hatte Vettel freie Bahn für Platz drei. Beinahe hätte der Deutsche dann auch noch den Mexikaner geknackt, aber im Schlussspurt fehlten ihm ein paar Meter. Trotzdem war der dritte Platz das beste Saisonergebnis.

Und Leclerc? Der Monegasse wollte die Chance auf Platz zwei nutzen und musste sich dann mit Platz vier begnügen. Daraufhin rastete er komplett aus. Im Teamfunk schimpfte er wie ein Rohrspatz. Innerhalb von 20 Sekunden feuerte Leclerc sieben Flüche ab - verständlich.

Formel 1: Charles Leclerc wird in der Türkei nur Vierter - und flippt im Teamfunk komplett aus

Im Video zu seinen Funksprüchen sah man plötzlich nur noch Sternchen für die Schimpfwörter und hörte nur noch Pieptöne. Die Glückwünsche aus der Boxengasse wollte der 23-jährige Formel-1-Pilot nicht annehmen. „Nein, ich habe einen *** Job abgeliefert! Ich habe einen *** Job gemacht! Ich habe einen *** Job gemacht! Ich habe einen *** Job gemacht, so ist es! Ich habe einen *** Job gemacht! Es tut mir so leid für das ganze Team. Ich bin so *** dumm! Wie in Baku!“ Gleichzeitig schlug er sich selbst gegen den Helm und auf das Lenkrad.

Danach fasste sich Leclerc ein wenig und gratulierte Vettel. „Glückwünsche an Seb. Er verdient es. Es war kein leichtes Jahr für ihn.“ Doch dann legte er nochmal los: „Auch wenn ich so *** unzufrieden mit mir bin - er hat es gut gemacht und ich hoffe, er genießt es.“

Das Video war auf dem offiziellen Instagram-Kanal der Formel 1 am Montagvormittag schon mehr als 1,5 Millionen Mal angesehen worden. Die Fans sprachen Leclerc in den Kommentaren Mut zu - und sind sich sicher, dass er aus diesem Fehler lernen wird. (akl)

Rubriklistenbild: © Yong Teck Lim/AP/dpa

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