Teamkollege von Verstappen steht fest

Formel 1: Hülkenberg zu Red Bull? Entscheidung über begehrtes Cockpit gefallen

Nico Hülkenberg und Sergio Perez.
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Es kann nur einen geben: Nico Hülkenberg (r.) und Sergio Perez verstehen sich blendend, werden aber keine gemeinsame Zukunft in der Formel 1 haben.

Bis nach dem letzten Saisonrennen hat Red Bull gewartet, ehe eine Entscheidung um das zweite Cockpit gefällt wird. Neben Nico Hülkenberg machte sich ein zweiter Routinier Hoffnungen - und letztlich das Rennen.

  • Red Bull Racing hat den Teamkollegen von Max Verstappen für die Saison 2021 verkündet.
  • Statt Alexander Albon greift künftig Sergio Perez bei den Österreichern ins Lenkrad.
  • Für Nico Hülkenberg zerschlägt sich damit die Chance auf ein Cockpit in der Formel 1.

München - Es wäre wohl einfach zu schön gewesen, um wahr zu sein. Nach seinen überzeugenden Auftritten als Feuerwehrmann im Racing-Point-Cockpit hatte Nico Hülkenberg auf eine dauerhafte Rückkehr in die Formel 1 gehofft. Und sich sogar Chancen auf einen Sitz in einem Sieger-Auto ausgerechnet. Doch nun ist klar, dass Red Bull Racing einen Bogen um den Emmericher macht. Stattdessen wird Sergio Perez neuer Teamkollege von Max Verstappen. Das verkündete das Team am Freitagnachmittag.

Der Mexikaner erhält einen Vertrag über eine Saison. Der bisherige zweite Pilot Alexander Albon wird zum Test- und Reserve-Fahrer zurückgestuft, soll wichtige Entwicklungsarbeit im Hinblick auf die neuen Boliden ab 2022 leisten. Somit habe der für Thailand startende Londoner durchaus Chancen auf eine Rückkehr in die erste Riege.

Perez hat also auf den letzten Drücker doch noch ein Cockpit abgegriffen, nachder seinen Platz bei Aston Martin, das aus Racing Point hervorgeht, für Sebastian Vettel räumen muss. In seiner zehnten F1-Saison überzeugte „Checo“ jedoch mit Platz vier in der WM-Wertung - obwohl er wegen seiner Corona-Infektion die beiden Rennen in Großbritannien verpasst hatte und von Hülkenberg vertreten worden war. In Erinnerung bleibt vor allem sein Sieg beim zweiten Lauf in Bahrain, nachdem er das Feld von ganz hinten hatte aufrollen müssen, sowie der zweite Platz beim Regen-Chaos in der Türkei.

Video: Darum hat sich Perez das Cockpit bei Red Bull verdient

Formel 1: Hülkenberg zu Red Bull? Kontrahent Perez hat wohl einen entscheidenden Vorteil

Zudem bringt Perez im Gegensatz zu Hülkenberg eine ordentliche Mitgift ins Team - gerade in dieser Zeit nicht zu unterschätzen. Das mexikanische Telekommunikationsunternehmen Telmex unterstützt seine Laufbahn und dürfte sich entsprechend auch beim Team aus Österreich einbringen. Red Bull Racing würde derweil seinen Weg verlassen, komplett auf junge Piloten zu setzen, die schon während ihrer Zeit in Nachwuchsserien mit Red-Bull-Power angetrieben wurden.

So gingen Vettel, Daniel Ricciardo, Daniil Kwjat, Verstappen, Pierre Gasly und zuletzt Albon allesamt aus dem eigenen Talente-Programm hervor. Sie alle fuhren zunächst für das Schwesterteam, das zunächst Toro Rosso hieß und seit der Saison 2020 als Alpha Tauri am Start steht, ehe Red Bull sie für schnell genug befand, um sie hochzuziehen. Doch für einige von ihnen erwies sich die Bürde des einstigen Serien-Weltmeisters als zu groß. Selbst der in der abgelaufenen Saison in Monza für Alpha Tauri siegreiche Gasly enttäuschte bei den Roten Bullen auf ganzer Linie.

Formel 1: Hülkenberg zu Red Bull? Schwächelnder Albon muss Platz machen

Zuletzt sah Albon allerhöchstens das Heck von Verstappens Renner. Weshalb der Niederländer bei seiner Mercedes-Verfolgungsjagd allein auf weiter Flur war und nie ein wirkliches Duell zwischen die beiden Topteams entbrannte. Daher denkt Red Bull nun offenbar um. Diese Unausgeglichenheit im Leistungsniveau könne sich das Team laut Motorsport-Berater Helmut Marko schlicht nicht leisten, „wenn wir um die WM mitfahren wollen“.

Das Sprachrohr des Teams hatte bereits in mehreren Interviews betont, dass Perez und Hülkenberg genauestens beobachtet würden und die einzigen Optionen seien, sollte Albon gehen müssen. Der Thailänder rutscht anders als einst Kwjat oder Gasly sogar komplett aus dem Fahrerfeld der Königsklasse, weil mit Yuki Tsunoda bereits ein Rookie als zweiter Fahrer von Alpha Tauri bestätigt wurde. Hier war also kein Platz mehr übrig.

Formel 1: Hülkenberg zu Red Bull? Kontrahent Perez hat wohl einen entscheidenden Vorteil

Perez hatte derweil nach seinem Premierensieg betont, dass er auch eine Glückwunschnachricht von Marko bekommen hatte. Der Nordamerikaner muss nun beweisen, dass er auch in einem Top-Auto abliefern kann. 2013 gelang ihm das als Teamkollege von Jenson Button bei McLaren-Mercedes nur bedingt: Obwohl Perez gegenüber dem damals bereits nicht mehr zur allerersten Garde zu zählenden Weltmeister von 2009 in Qualifying-Duellen mit 10:9 die Nase vorn hatte, sammelte der Brite 24 Punkte mehr (73 zu 49).

Nach nur einem Jahr musste der aufstrebende Youngster sein Cockpit für den Dänen Kevin Magnussen räumen - dieser verlässt die Formel 1 nun passenderweise nach seinem Aus bei Haas. Auch dem Skandinavier blieb der ganz große Durchbruch trotz eines zweiten Platzes bei seinem McLaren-Debüt in Australien verwehrt. Von einer Verpflichtung durch Red Bull brauchte Magnussen also nicht zu träumen - anders als Hülkenberg.

War in der Saison 2020 dreimal für Racing Point im Einsatz: Nico Hülkenberg überzeugte als Feuerwehrmann, der zehn WM-Punkte einfuhr.

Formel 1: Hülkenberg zu Red Bull? Emmericher deutet Abschied in andere Rennserie an

Der hatte bereits erklärt, sich aus der Formel 1 verabschieden zu wollen, sollte auch im zweiten Jahr in Folge kein Stamm-Cockpit für ihn herausspringen. Was nun Realität ist. „Ich habe diverse Anfragen aus anderen Rennserien, aber nichts konkretisiert“, verriet „Hülk“ im Autobild-Interview. Für eine weitere Saison als Feuerwehrmann ist er sich dann doch zu schade.

In 179 Grands Prix für Williams, Racing-Point-Vorgänger Force India, Sauber und Renault blieb der 33-Jährige ohne Podestplatz, was einen Negativrekord darstellt. Immerhin stand er einmal auf der Pole Position - in seiner Premierensaison 2010 in Brasilien. (mg)

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