Interview vor Monte Carlo

Ricciardo: "Ich bin Sebs neue Herausforderung!"

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„Ich bin hungrig nach Erfolgen“, sagt Daniel Ricciardo (24).

Monte Carlo - Sebastian Vettels Teamkollege Daniel Ricciardo hat gute Chancen auf eine Top-Platzierung in Monaco. Das Interview mit dem Australier.

Die riskanteste Stadtrundfahrt der Welt ist für Sebastian Vettel schon fast die letzte Chance zum Comeback im Formel-1-Titelrennen. In den Häuserschluchten von Monte Carlo könnte der immense Motoren-vorteil der Silberpfeile von Lewis Hamilton und Nico Rosberg eine geringere Rolle spielen. „Hier in Monaco konnte man immer zeigen, wo man als Rennfahrer steht“, sagt Vettel. Auch sein Teamkollege Daniel Ricciardo hat damit gute Chancen auf eine Top-Platzierung. Das Interview mit dem Australier.

Herr Ricciardo, wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf?

Daniel Ricciardo: Ich habe bewiesen, dass ich schnell fahren kann. Ich genieße es im Moment einfach, ein konkurrenzfähiges Auto zu haben. Ich bin hungriger denn je nach Erfolgen, und man weiß ja, ich kann eine Menge essen.

Es muss Sie stolz machen, mit dem dominierenden Piloten der vergangenen Jahre auf Augenhöhe zu sein.

Daniel Ricciardo: Ja schon, aber ich habe lediglich bewiesen, was ich mir selbst immer zugetraut hatte. Und ich weiß auch, dass Seb bald alles aus seinem Auto herausholen wird. Deshalb sollte ich die Kirche lieber im Dorf lassen. Ich habe es auch einfacher: Wenn ich verliere, verliere ich gegen einen vierfachen Weltmeister. Sebastian hat das Fahren nicht verlernt. Das Auto, das wir dieses Jahr fahren, ist wegen des neuen Reglements ein völlig anderes als die Wagen, die er bisher gewohnt war. Um sich darauf optimal einzustellen, braucht man viele Kilometer. Er aber hat viel Pech gehabt und kam nicht richtig zum Fahren. Die Saison ist noch viel zu früh, um irgendwelche Rückschlüsse zu ziehen.

Formel 1: Das sind die Fahrer der Saison 2014

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Diese 22 Fahrer werden in der Formel-1-Saison 2014 an den Start gehen. Neben einigen Fahrerwechseln dürfte für die Fans die Neuerung bei den Startnummern interessant sein: Jeder Fahrer hat für seine weitere Karriere eine feste Startnummer gewählt. © dpa
Titelverteidiger Sebastian Vettel (26) peilt nach seinem souveränen Triumph 2013 auch 2014 den Titel an. Es wäre der fünfte in Folge. Die Wahl des Heppenheimers bezüglich der Startnummer fiel auf die Nummer 5, doch aufgrund seines Weltmeistertitels 2013 startet er diese Saison natürlich mit der 1. © picture alliance / dpa
Daniel Ricciardo fuhr in den vergangenen zwei Jahren beim kleinen Bruder von Red Bull, bei Toro Rosso. Nach dem Ausscheiden des Australiers Mark Webber übernimmt nun dessen 24-jähriger Landsmann den Platz neben Sebastian Vettel. Er startet mit der Nummer 3. © picture alliance / dpa
Fernando Alsonso (32), der 2012 und 2013 Vize-Weltmeister hinter Vettel wurde, startet mittlerweile im fünften Jahr für den italienischen Traditionsrennstall Ferrari. Ab sofort prangt auf seinem Renner seine persönliche Glückszahl 14. Der Spanier war bereits 2005 und 2006 Weltmeister. © picture alliance / dpa
Der Finne Kimi Räikkönen (34), wegen seiner kühlen Art auch "Iceman" genannt, startet nach einem kurzen Rally-Intermezzo und zwei Jahren im Cockpit von Lotus nun wieder mit der Startnummer 7 für Ferrari. © picture alliance / dpa
Nico Rosberg, der zweite Deutsche im Fahrerfeld, startet seit 2010 für Mercedes. Der Wiesbadener geht mit seinen 28 Jahren in seine mittlerweile zehnte Saison und gehört somit zum festen Inventar der Formel 1. Er wählte die Nummer 6, mit der sein Vater Keke Rosberg 1982 Weltmeister wurde. © picture alliance / dpa
Der 29-jährige Brite Lewis Hamilton, Weltmeister von 2008, startet nach seinem Abgang von McLaren in die zweite Saison mit Mercedes. Er hat die Nummer 44 für seinen Boliden gewählt. © picture alliance / dpa
Sein Landsmann Jenson Button steht vor seiner 15. Saison als Formel 1 Fahrer und fährt seit 2010 für das britische McLaren-Team. Er wählte die Nummer 22, mit der der 34-Jährige 2009 Weltmeister wurde. © picture alliance / dpa
Der 21-jährige Däne Kevin Magnussen ist eines der neuen Gesichter in der Formel 1 und wird das zweite Cockpit bei McLaren besetzen. Er fährt mit der Nummer 20. © picture alliance / dpa
Romain Grosjean (27, Frankreich) haftet aufgrund seiner risikoreichen und teilweise rücksichtslosen Fahrweise das Image eines Crash-Piloten an. Auf Youtube gibt es zahlreiche "Grosjean Crash-Compilation-Videos", die seine verschiedenen Unfälle zusammengefasst zeigen. Dennoch beendete er die letzte Saison auf einem ordentlichen siebten Rang. Kommende Saison wird er im Lotus mit der Startnummer 8 ins Rennen gehen. © picture alliance / dpa
Der Venezolaner Pastor Maldonado (28) wechselt 2014 vom Williams ins Lotus Cockpit und ersetzt dort Kimi Räikkönen. Er landete 2013 in der Fahrerwertung auf Rang 18. Er wählte die eigentlich als Unglückszahl bekannte 13 als seine persönliche Startnummer. © picture alliance / dpa
Adrian Sutil, der von 2008 bis 2011 sowie 2013 für Force India fuhr, wechselte trotz seines bis Ende 2014 datierten Vertrags innerhalb der Formel 1 zu Sauber. Der 31-jährige Deutsche wurde 13. in der letztjährigen Fahrerwertung und geht 2014 mit der höchsten Startnummer (99) ins Rennen. © picture alliance / dpa
Der Mexikaner Esteban Gutiérrez (22) debütierte 2013 in der Formel 1 und landete in der Fahrerwertung auf Platz 16. Er wird oft mit modischem Nasenpflaster gesichtet und startet in seiner zweiten Saison im Sauber-Cockpit mit der Nummer 21. © picture alliance / dpa
Der vierte Deutsche im Fahrerfeld ist Nico Hülkenberg (26). Er kehrt 2014 zu seinem alten Rennstall Force India zurück, für den er bereits 2011 als Testfahrer und 2012 als Stammfahrer aktiv war. Er wurde 2013 im Sauber Zehnter in der Fahrerwertung, fährt nun mit der Nummer 27. © picture alliance / dpa
Nach zwei Jahren bei Sauber und einer Saison bei McLaren wechselte der Mexikaner Sergio Perez (23) nun zu Force India und wird Teamkollege von Nico Hülkenberg. Landete 2013 auf dem 13. Platz der Fahrerwertung. Seine neue Startnummer ist die 11. © picture alliance / dpa
Der langjährige Ferraripilot Felipe Massa (32) wechselt zur neuen Saison zu Williams und bildet dort mit Valtteri Bottas das Fahrerduo. Entschied sich für die 19 als Startnummer. © picture alliance / dpa
Der letztjährige Formel-1-Debütant Valtteri Bottas (24) landete 2013 auf dem 17. Rang der Fahrerwertung. Der zweite Finne neben Kimi Räikkönen startet im Williams mit der Startnummer 77. © picture alliance / dpa
Jean-Eric Vergne (23) fährt seit 2012 für Toro Rosso und belegte 2013 den 15. Platz in der Fahrerwertung. Der Franzose startet ab sofort mit der Nummer 25. © picture alliance / dpa
Der 19-jährige Russe Daniil Kwjat war bei Toro Rosso bereits 2013 aktiv, jedoch nur als Testfahrer. Nach seinem parallelen Titelgewinn 2013 in der GP3-Serie bekam er für 2014 ein Cockpit in der Formel 1. Er startet mit der Nummer 26. © picture alliance / dpa
Der Japaner Kamui Kobayashi fuhr bereits von 2010 bis 2012 für Sauber in der Formel 1. Nach einem einjährigen Gastspiel in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft fährt der 27-jährige nun für das Team Caterham. Entschied sich für die 10. © picture alliance / dpa
Der Schwede Marcus Ericsson (l.) startet zum ersten Mal in der Formel 1 und bildet mit Kamui Kobayashi das Fahrerduo des Caterham-Teams. Als Startnummer hat der 23-jährige die Nummer 9 gewählt. © picture alliance / dpa
Jules Bianchi (24) fuhr in seiner Debütsaison nicht in die Punkteränge, darf sich aber dennoch ein weiteres Jahr im Cockpit von Marussia, das 2014 mit Ferrari-Motoren antritt, versuchen. Der Franzose startet mit der Nummer 17. © picture alliance / dpa
Der US-Amerikaner Max Chilton (22) holte wie sein Teamkollege Bianchi 2013 zwar keinen Punkt, fuhr jedoch alle Rennen zu Ende. Landete auf dem 23. Rang der Fahrerwertung und bildet mit Bianchi erneut das Fahrerduo für Marussia. Der Brite startet ab sofort mit der Nummer 4. © picture alliance / dpa
Wie gut geht Vettel mit der Herausforderung Ricciardo um?

Daniel Ricciardo: Er respektiert mich total. Nach dem Rennen in Australien schickte er mir eine Glückwunsch-SMS, weil er schon früher von der Strecke fuhr. Auch nach den Rennen in Bahrain und China, wo es für mich besser lief, gratulierte er mir und sagte: „Gut gemacht!“ Wir reden sehr offen über das Fahrverhalten des Autos und wie wir es gemeinsam besser machen können.

Sie haben eine spezielle Begrüßung. Wenn Sie sich das erste Mal am Rennwochenende sehen, klatschen Sie sich mit den Fäusten ab.

Daniel Ricciardo: So begrüße ich jeden, den ich mag. Das habe ich mit eingeführt und er hat es gerne angenommen. Für Teamkollegen verstehen wir uns extrem gut, die Atmosphäre ist sehr positiv. Was ich meine, ist: Abendessen geht man immer nur mit sehr engen Freunden aus dem Privatbereich. Aber wir frühstücken oft zusammen und das ist für Teamkollegen schon eher außergewöhnlich. Wir haben auch einen ähnlichen Humor. Was ja auch kein Wunder ist. Denn soweit liegen wir im Alter ja auch nicht auseinander.

Das hört sich nach ziemlicher Harmonie an.

Daniel Ricciardo: Ist es auch. Seb tritt nicht auf wie ein vierfacher Weltmeister, der sagen will, wo es lang geht. Im Gegenteil: Ich glaube, er scheint es sogar zu genießen, dass er jetzt in mir eine neue Herausforderung sieht. Es ist nämlich das erste Mal, dass er älter ist als sein Teamkollege. Klar, er will nicht verlieren, ich will es auch nicht. Aber unser interner Wettbewerb läuft auf einer völlig fairen Basis ab.

Interview: Ralf Bach

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