Der Oldenburg-Star im Interview

Rickey Paulding: "Wir wollen das erste Team sein, das die Bayern schlägt"

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Rickey Paulding

Die FCB-Baskets sind in der Liga nach wie vor ungeschlagen. Die EWE Baskets wollen das ändern. Rickey Paulding, der Star der Norddeutschen, erklärt im Interview, wie das funktionieren soll.

Oldenburg - In der laufenden Spielzeit sind die Basketballer des FC Bayern noch immer ungeschlagen. Donnerstag Abend (18.30 Uhr) soll der 20. Ligaerfolg her. Ein Top-Team hat da aber etwas dagegen. Die EWE Baskets Oldenburg – derzeit auf Tabellenrang zwei – wollen die Serie der Münchner unterbrechen. Die tz sprach mit dem Mann, der seit Jahren wie kein anderer für den Oldenburger Basketball steht: Rickey Paulding. Seit 2007 spielt er für die Norddeutschen und hat eine ganze Stadt hinter sich.

Herr Paulding, am Donnerstag treffen Sie auf die seit 19 Spielen ungeschlagenen Bayern. Was macht Sie zuversichtlich, diese Serie zu beenden?

Paulding: Eine Garantie gibt es natürlich nie. Aber ich glaube an mein Team. Wir haben eine Gruppe von starken Spielern, die alle an einem Strang ziehen und befinden uns nicht zu Unrecht auf dem zweiten Tabellenplatz. Ich würde sagen: Es wird nicht leicht, aber die Chancen stehen gut.

Ist die Motivation gegen den amtierenden Meister noch einmal höher?

Paulding: Wir wollen natürlich jeden schlagen. Allerdings ist es schon so, dass man gegen den Meister alle Kräfte mobilisiert. Wir wollen das erste Team sein, das die Bayern in dieser Saison schlägt.

Was sind die Schlüssel zum Sieg?

Paulding: Wir müssen über 40 Minuten unsere beste Leistung abliefern und uns zu hundert Prozent an unseren Gameplan halten. Wie genau der ausschaut, kann ich natürlich nicht verraten. Aber wir werden bestens vorbereitet sein. Hinzu kommt, dass wir unsere Fans im Rücken haben. Das wird uns zusätzliche Kraft geben.

Anders als München nehmen Sie in dieser Saison an keinem europäischen Wettbewerb teil. Ist das ein Vorteil oder ein Nachteil?

Paulding: Ich sehe es als Vorteil. Wir haben mehr Zeit, uns zu regenerieren, mögliche Verletzungen zu kompensieren und uns auf die bevorstehenden Spiele vorzubereiten.

Sie sind mittlerweile seit fast 12 Jahren bei Oldenburg und gelten als einer der loyalsten Spieler der Liga.

Paulding (lacht): Das ist natürlich schön. Aber ich würde das nie selbst von mir behaupten. Mich macht es einfach unglaublich dankbar, dass ich schon so lange die Möglichkeit habe, für Oldenburg zu spielen. Meiner Familie und ich fühlen uns unglaublich wohl hier. Oldenburg, Deutschland ist längst eine zweite Heimat geworden. Meine Kinder leben hier bereits länger, als sie in den USA gelebt haben.

Es heißt, Sie hissen in den Sommermonaten in ihrem Garten in den USA sogar eine Flagge mit dem Oldenburger Wappen.

Paulding (lacht): Das ist richtig. Ich habe die Flagge von einem guten Freund geschenkt bekommen, und bei uns in der Nachbarschaft ist es üblich, auf diese Weise seine favorisierten Teams zu unterstützen. Also weht bei mir das Wappen der Stadt Oldenburg.

Kam schon der eine oder andere Nachbar vorbei, um einmal nachzufragen, was das bedeutet?

Paulding: In der Tat! Mittlerweile wissen aber fast alle, wo Oldenburg liegt und warum uns die Stadt so am Herzen liegt.

Sie haben auch ein spezielles Lieblingsgericht aus dem Oldenburger Raum.

Paulding: Genau, Grünkohl. Meine Frau und ich essen den gern ganz traditionell mit Kartoffeln, Würsten und Fleisch. So, wie es hier üblich ist.

Können Sie sich vorstellen, jemals woanders zu spielen?

Paulding: Momentan? Nein. Wie gesagt, Deutschland ist unser zweites Zuhause. Aber man weiß nie, was passiert.

Gibt es etwas, das mittlerweile – wenn man so will – typisch Deutsch an Ihnen ist?

Paulding (lacht): Ja. Meine Familie und ich haben es uns angewohnt, viel mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, oder viele Strecken einfach zu Fuß zurückzulegen. In den USA ist so etwas eher unüblich. Dort fährt man meistens überall hin mit dem Auto.

Interview: Lena Meyer

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