Franz sieht schwarz für die Champions League

"Wir müssen nachlegen!"

Franz Beckenbauer schaut nachdenklich in die Zukunft.
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Franz Beckenbauer schaut nachdenklich in die Zukunft.

Sie hatten den Kopf schon in der Schlinge – doch dann verhinderte der FC Bayern doch noch den totalen Fehlstart.

1:1 in Dortmund, dazu mit zehn Mann – das wollte sich Uli Hoeneß von niemandem schlechtreden lassen. „Sollen wir hier einfach 3:0 gewinnen?“, fauchte der Manager nach dem Schlusspfiff: „Mit der Art und Weise, wie wir nach dem Rückstand gespielt haben, können wir hochzufrieden sein.“ Hoeneß verteidigte das hart erkämpfte Remis. Und dennoch: Die Fakten sprechen gegen Bayern und Jürgen Klinsmann. Der schlechteste Saisonstart seit neun Jahren, Tabellenplatz zehn. Spielerische Entwicklung Fehlanzeige, dazu präsentierte sich die Abwehr wieder wie ein Hühnerhaufen.

„Ich habe vor drei Wochen gesagt, dass ich einen holprigen Start erwarte“, schränkt selbst Hoeneß ein: „Den haben wir jetzt. Aber mit holprig sein ist es bald vorbei.“ Optimismus, den Franz Beckenbauer nicht teilt. Besonders die Abwehr treibt den Kaiser zur Weißglut. Jetzt fordert er sogar – gegen alle Beteuerungen des Vorstands – Verstärkungen: „Wir müssen was für die Defensive tun.“

In der Halbzeit machte Beckenbauer bei Premiere seinem Ärger richtig Luft. „Wir machen immer wieder die alten Fehler. Abwehrfehler, Stellungsfehler – das zieht sich schon über Jahre“, grollte der Bayern-Präsident über den „schlampigen“ Defensivverbund. Problemzone Abwehr. International sieht Beckenbauer schwarz – und fordert, in der Defensive nachzulegen. „Das kann man sich nicht leisten, wenn man sich so wie wir international positionieren will.“

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Weder die Innenverteidigung noch Christian Lell konnten in Dortmund überzeugen, einzig Philipp Lahm erreichte Normalform. Daniel van Buyten selbstkritisch zur tz: „Franz hat schon recht. Die Abwehrarbeit ist noch nicht optimal, wir haben viel zu viele Lücken.“ Daran seien jedoch nicht nur die Abwehrspieler schuld. „Die Laufwege werden bei uns nicht gemacht, frische Gegner machen uns Probleme. Wenn wir so spielen, haben wir gegen jede Mannschaft Probleme.“

Ein Vorbild für die Bayern: Ausgerechnet Dortmunds Youngster-Abwehr mit dem aus München ausgeliehenen Mats Hummels (19). „Toni und Klose hatten nicht einen Millimeter Spielraum. So muss das laufen“, schwärmt Beckenbauer – und ohrfeigt damit die international erfahrene Bayern-Abwehr.

Erst in der zweiten Hälfte standen Lucio, van Buyten & Co. etwas besser. Um aufzuwachen benötigte es aber ein richtiges Donnerwetter in der Kabine. „Der Trainer hat ein bisschen lautere Töne gewählt, härter zu uns gesprochen“, verrät van Buyten: „Er hat gesagt: Es gibt was zu drehen!“ Und tatsächlich: Die Bayern fighteten sich in Dortmund zu zehnt zu einem Punkt, obwohl es in der ersten Halbzeit nach dem totalen Fehlstart für Klinsi aussah. „Daran habe ich während des Spiels nicht gedacht. Ich hatte sicher keine Panik“, erzählte Uli Hoeneß nach dem Spiel der tz: „Wir brauchen uns nicht verrückt machen zu lassen. Es interessiert mich nicht, was von außen gesagt wird und wenn vom Fehlstart die Rede ist.“

Nach dem Ausgleich von Borowski (74.) „hätte es zum Schluss sogar noch mehr sein können“, meint Christian Lell: „Wir haben Druck gemacht. Das war eine gute Leistung und ein Riesenschritt nach vorne.“ Trotzdem warten die Bayern weiter auf den ersten Dreier. Gegen Berlin müssen am Sonntag unbedingt drei Punkte her. Denn der Blick auf die Tabelle ist für die Stars höchst ungewöhnlich. „Zwei von sechs Punkten sind natürlich nicht gut“, stellt Bastian Schweinsteiger klar: „Das ist nicht Bayern-like.“ Wohl wahr.

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Quelle: tz

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