Kaiser glaubt an Siegesserie

„Wir können die Wende schaffen!“

Kaiser Franz: Die Abwehr bereitet ihm Kopfzerbrechen
+
Kaiser Franz: Die Abwehr bereitet ihm Kopfzerbrechen

Nein, am Dienstagabend wurde Uli Hoeneß von niemandem zu den Dusel-Bayern befragt. Die Fans lagen sich nach der 3:0-Gala gegen Florenz in den Armen. „Man merkt, dass die Mannschaft langsam zusammenwächst. Über weite Strecken war das schon sehr, sehr gut“, freute sich der Manager.

Und auch Jürgen Klinsmann konnte nach dem zweiten Champions-League-Erfolg endlich strahlen: „Der Sieg war sehr, sehr wichtig und gibt uns Auftrieb. So müssen wir weitermachen.“ Aber Vorsicht, Bayern! Denn das Ergebnis, vor allem das „zu null“, verschleiert die nach wie vor deutlich vorhandenen Defensivprobleme.

Glanzvoller Sieg des FC Bayern über Florenz: Die Einzelkritik und die Bilder des Spiels

Fotostrecke

Lesen Sie auch:

Kaiser: "Schweini ist wie verwandelt"

Forza Klinsi!

Zumindest in der Abwehr waren die Roten auch gegen Florenz wieder die Dusel-Bayern. Franz Beckenbauer nach dem Spiel zur tz: „Souveränität schaut anders aus. Florenz hätte zwei, drei, wenn nicht sogar vier Tore schießen können.“ Dennoch sieht der Kaiser einen klaren Aufwärtstrend. „Der Sieg gegen Florenz wird sicher weiter Selbstvertrauen geben“, erklärt Beckenbauer mit Blick auf die nächsten Wochen: „Wir können jetzt die Wende schaffen.“

Zwei Siege in Folge, zweimal zu null. Zumindest in der Champions League stehen die Klinsmänner auf der Sonnenseite. „Es ist wichtig, dass wir das Heft jetzt selbst in der Hand halten. Das ist eine wunderbare Ausgangssituation“, erklärte Uli Hoeneß mit Blick auf die Konstellation in der Gruppe F. Wohl wahr: Sieben Punkte nach drei Spielen hieven die Bayern schon fast ins Achtelfinale. 1:0 beim KSC, 3:0 gegen Florenz – die Wende zum Guten?

„Uli Hoeneß hat ja gesagt: Vier Siege müssen her, dann geht’s wieder“, meint Beckenbauer, „und das ist auch möglich, wenn man sich die nächsten Gegner anschaut: Wolfsburg daheim, dann in Frankfurt, daheim gegen Bielefeld und das Rückspiel in Florenz.“ Das neue Erfolgsgeheimnis: Die alte Formation. Mit 4-4-2-System und neun Spielern aus Ottmar Hitzfelds Stammelf kehren die Bayern in die Erfolgsspur zurück. Ist Beckenbauer froh, dass die Zeit der Experimente nun vorbei ist? „Ja, aber grundsätzlich ist es gut, wenn man wechselt. Denn es sind noch so viele Partien, wo du die Spieler brauchst, die jetzt noch draußen sitzen. Deswegen musst du ihnen Spielpraxis geben.“ Aber der Kaiser übt auch Kritik an Klinsmanns Personal-Rochaden: „Auf der anderen Seite macht es wenig Sinn, in einer instabilen Zeit – und so eine haben wir im Moment – zu rotieren.“ So kommt Beckenbauer zu dem Schluss, dass es „besser gewesen wäre, die Mannschaft erst zu beruhigen und dann zu rotieren. Aber gut, es ist ja noch nicht zu spät.“ Klinsmanns Ziel nach zwei Siegen in Folge: „Es ist wichtig, den Rhythmus zu halten und von Spiel zu Spiel zu wachsen.“ Die Spieler plädieren dafür, bei der gleichen Formation zu bleiben. „Wir sollten dieses System nun beibehalten“, erklärt Abwehrrecke Lucio, „das Gefühl und die Sicherheit sind wieder da.“

Die Spieler der Saison: Sechs Bayern unter den Top Ten

Fotostrecke

Davon war im Abwehrbereich gegen Florenz jedoch herzlich wenig zu spüren. Das ist der Kritikpunkt, dem Klinsi und seine Elf weiter ausgesetzt sind. In der Defensive herrschte eher Schläfrigkeit denn Sicherheit. „Die Fehler in der Defensive dürfen nicht passieren. Das ganze Verhalten ist nicht so, wie wir es uns vorstellen“, kritisiert Philipp Lahm offen den Defensivverbund. Auch Klinsmann weiß um die Problematik. „Florenz hatte die Möglichkeit zum ein oder anderen Tor. Da müssen wir den Hebel ansetzen. Das Spiel hätte auch 3:2 ausgehen können“, gab Klinsi zu, wollte sich den Optimismus aber nicht nehmen lassen: „Wir hoffen, dass es von Mal zu Mal besser wird. Ich hatte aber nie Angst, dass es schiefgeht.“

Ganz so hoffnungsfroh ist Beckenbauer da nicht. „Die Mannschaft war in vielen Situationen zu nachlässig, zu sorglos“, erklärte der 63-Jährige gegenüber der tz – und legte danach so richtig los: „Man kann die Fehler, die diese Abwehr macht, nicht so schnell beheben. Florenz hatte am Dienstag so viele Chancen, da muss man sich Gedanken machen. Jürgen muss daran arbeiten, sonst werden wir noch viele böse Überraschungen erleben.“ Entsteht möglicherweise wieder die Problematik, dass das Team in Bundesliga und Champions League zwei Gesichter zeigt? „Nein, wir haben keine zwei Gesichter. Wir sind auch in der Bundesliga stark“, widerspricht Luca Toni: „Die Ergebnisse kommen jetzt. Wir sind die stärkste Mannschaft der Liga.“

Der Auftritt gegen Florenz macht zumindest im Spiel nach vorne viel Hoffnung. Die Bayern waren hellwach. So blieb am Dienstagabend nur noch eine Frage: Braucht Klinsi tatsächlich mehr Schlaf, wie von Hoeneß empfohlen? Kommentar Beckenbauer: „Auf mich macht er auch so einen sehr ruhigen und ausgeschlafenen Eindruck…“

ta, jj

Quelle: tz

Auch interessant:

Meistgelesen

Torrekord und jetzt Servus? Erster Verein fragt offenbar bei Lewandowski an
Torrekord und jetzt Servus? Erster Verein fragt offenbar bei Lewandowski an
Nach Klose und Gerland: Der nächste Co-Trainer geht offenbar! Nagelsmann setzt Umbruch weiter fort
Nach Klose und Gerland: Der nächste Co-Trainer geht offenbar! Nagelsmann setzt Umbruch weiter fort
Hansi Flick und sein Power-Plan: FC Bayern hat plötzlich einen neuen Trumpf in der Hinterhand
Hansi Flick und sein Power-Plan: FC Bayern hat plötzlich einen neuen Trumpf in der Hinterhand
FC Bayern im Quarantäne-Trainingslager: Stars nehmen Familien mit - DFL reagiert sofort
FC Bayern im Quarantäne-Trainingslager: Stars nehmen Familien mit - DFL reagiert sofort

Kommentare