„Uns fehlt der Killerinstinkt“

Bastian Schweinsteiger will, dass sich die Bayern gegen Stuttgart

Es war ein Duplikat der Vorrunde: Bayern gegen Hoffenheim, es läuft die Nachspielzeit. Weiter Ball in den Strafraum, das Leder landet vor den Füßen von Luca Toni.

Doch wo der italienische Beau im Hinspiel noch traumwandlerisch sicher den 2:1-Siegtreffer erzielte, versagte am Samstag sein Torriecher. Toni ballerte aus spitzem Winkel drüber, Schiri Weiner pfiff ab – und die Meisterchancen der Bayern waren auf ein Minimum gesunken. Eine symbolische Szene für das 2:2 gegen Hoffenheim. Trotz zahlreicher Chancen wurde der Sieg verschenkt.

Das schmeckte Bastian Schweinsteiger überhaupt nicht. Der Urbayer vermisst die einst so typische FCB-Effektivität. „Uns fehlt der Killerinstinkt, den wir mal hatten“, kritisierte der Nationalspieler angefressen nach dem Unentschieden: „Wir müssen den Gegner töten. Gegen Leverkusen haben wir es richtig gemacht, aber das hat uns jetzt gefehlt.“ Speziell jene letzte Minute gegen Hoffenheim sprach der Nationalspieler an: „Das war ein kleines Déjà-vu-Erlebnis zum Hinspiel. Es wäre natürlich sehr schön gewesen, wenn Luca den Ball reingemacht hätte.“

Aber im entscheidenden Moment versagten den Bayern vor dem Tor die Nerven. Und bei Schweini merkte man so richtig, wie ihn der Niederschlag im Titelkampf schmerzte. „Wir dürfen uns nicht solche Fehler wie am Samstag erlauben. Wir müssen die Chancen vorne eiskalt nutzen, nicht so“, haderte Schweinsteiger mit dem Sturm-Schicksal. Genauso sah es Uli Hoeneß. „Wir haben es versäumt, unsere Chancen zu machen“, erklärte der Manager und schimpfte: „Wir hatten hundert Tausendprozentige…“

So bekommen die Bayern in einer Saison voller Enttäuschungen doch noch ihr Finale – wenn auch wahrscheinlich nur um die direkte Champions-League-Qualifikation. Vor der Partie gegen Stuttgart versucht Schweinsteiger seine Kollegen wachzurütteln. „Wir müssen uns direkt für die Champions League qualifizieren. Wir sind der FC Bayern. Wir müssen uns den Arsch aufreißen!“, appelliert der 24-Jährige an seine Kollegen: „Es geht um sehr viel: Prestige, viel Geld. Es geht einfach um viel für den ganzen Klub – das muss nächsten Samstag jedem von uns bewusst sein.“

Gegen Stuttgart müssen Toni, Poldi & Co. zu alter Form finden. Denn auf der Gegenseite steht einer, der vor dem Kasten keine Gnade kennt: TORero Mario Gomez. Dass die Bayern am Nationalstürmer interessiert sind, ist kein Geheimnis. Trifft er gegen die Bayern, könnte er jedoch zugleich dafür sorgen, dass den Roten wichtige Einnahmen (und somit das Geld für einen Transfer seiner eigenen Person?) fehlen. Gomez traf in der laufenden Spielzeit bereits 23 Mal – öfter als Luca Toni (14 Tore) und Podolski (6) zusammen.

Hartnäckig halten sich im Umfeld des Vereins Gerüchte, dass sich unter Trainer van Gaal im Sturm noch etwas tun könnte. „Wir haben die letzten beiden Spiele viele Chancen ausgelassen. Das ist natürlich ein Manko“, stellte auch Jupp Heynckes am Samstag fest. Louis van Gaal verfolgte die Partie gegen Hoffenheim in seiner Villa in Portugal – und zog möglicherweise bereits erste Schlüsse für die neue Saison…

Tobias Altschäffl

Quelle: tz

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