Schweini: Das war was für Techniker

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Bastian Schweinsteiger (r.) spielte gegen Russland groß auf.

Moskau - Er war der erste Held, der im Luschniki-Stadion die Kabine verließ: Bayern-Star Bastian Schweinsteiger. Er überzeugte im rechten Mittelfeld gegen Russland.

Er kämpfte – und freundete sich sogar mit dem viel diskutierten russischen Untergrund an. Was wurde im Vorfeld nicht über den Kunstrasen diskutiert. Eine Stunde vor Anpfiff wurde das schnelle Grün sogar extra noch einmal gewässert – für Schweini war es wie gemacht. „Der Platz hier ist schon weicher und der Kunstrasen ist deutlich länger. Aber für mich war es leichter, darauf zu spielen, weil halt kein Ball verspringt“, erklärte der Mittelfeldmann nach dem Moskauer Meisterstück. Der Kunstrasen – das optimale Spielfeld für Schweinsteiger. Ein Belag für Ballkünstler! Schweinsteiger: „Der Platz ist eben – das ist dann einfacher für die Techniker.“

Trotzdem freut er sich, wenn er bald wieder über Naturrasen sprinten darf. „Der Kunstrasen sollte nicht in Deutschland eingeführt werden“,sagte Schweini – die einfach Begründung: „Das würde der Rücken nicht aushalten.“ Muskeln und Gelenke wurden in Moskau extrem beansprucht. Während der 90 Minuten – und auch später, in der Party-Nacht…

„Wir sind glücklich, dass wir uns qualifiziert haben. Wir haben das Spiel mit sehr viel Leidenschaft bestritten, taktisch auch sehr gut gespielt – besonders in der ersten Halbzeit“, freute sich Schweini: „Natürlich wurde es in der zweiten Halbzeit nach der Gelb-Roten Karte schwieriger, aber in großen Spielen sind wir immer da.“ Überhaupt: Die Bayern glänzten im Moskauer Hexenkessel: Philipp Lahm machte die linke Seite dicht und setzte Impulse nach vorne, Schweini ackerte und dribbelte, Klose traf zum Sieg. Einzig Mario Gomez konnte bei seinem Kurzeinsatz nicht entscheidend eingreifen. „Natürlich hatten die Russen die eine oder andere Möglichkeit. Aber wir haben uns immer dazwischengestellt und gewehrt“, erklärte Schweinsteiger: Jogis Jungs kämpften sich durchs Stahlbad nach Südafrika – auf seine Bayern-Stars konnte sich der Bundestrainer im wichtigsten Spiel des Jahres verlassen.

ta

Deutschland siegt in Russland: Bilder & Einzelkritik

Geschafft! Deutschland fliegt nach Südafrika! Hier sehen Sie die Bilder vom 1:0-Quali-Sieg in Russland. © AP
Diese Herrschaften gilt es zu schlagen. © AP
Der Kunstrasen macht sich bemerkbar. © dpa
Jogi Löw dirigiert. © dpa
Auf dem Platz geht es heftig zur Sache. © AP
Die Trainer Guus Hiddink und Joachim Löw schauen genau hin. © AP
Polit-Prominenz auf der Tribüne: Präsident Dmitry Medvedev in der Mitte, daneben Vladimir Putin (l.) und Viktor Zubkov © AP
Die Russen langen insbesondere bei Michael Ballack ordentlich hin. © AP
Die Folge: Der Kapitän muss behandelt werden. Er kann aber weitermachen. © dpa
Jerome Boateng (l.) feierte in diesem wichtigen Match sein Länderspiel-Debüt © dpa
Youngster Mesut Özil ist erneut im Team. © AP
Tor! © AP
Und das kam so: Doppelpass Özil-Podolski, der Kölner gibt nach innen zu Klose, der stolpert den Ball im Fallen ins Netz. © dpa
Der Jubel ist groß. © dpa
Ein guter Moment ... © dpa
... für einen herrlichen Klose-Salto © AP
Der Rest des Jubels ... © AP
... fällt weniger akrobatisch aus. © AP
Aber nicht minder frenetisch. © AP
Unten rechts der Torschütze © AP
Der russische Keeper hingegen ist bedient. © AP
Boateng allerdings erwischt keinen gelungenen Einstand. © AP
Wegen wiederholten Foulspiels sieht der Rechtsverteidiger Gelb-Rot. © AP
Die Deutschen zittern vor Jogi Löws Augen die Führung über die Zeit. Des öfteren muss Keeper René Adler mit Glanzparaden die Null halten. © dpa
Doch dann ist Schluss. Die Qualifikation ist perfekt. Deutschland fährt nach Südafrika! © Getty
Wer überzeugte, wer enttäuschte? Die Einzelkritik © Getty
Adler: Der Rückhalt! Paraden am Fließband. Verhinderte super das 0:1 gegen Bystrow (30.). Auch Arschawin scheiterte zweimal an ihm (53./55.). Glanztat gegen Semschow (74.). So hält ein WM-Torwart. © Getty
Boateng: Löw zeigte Mut, brachte den Neuling hinten rechts. Der HSV-Youngster begann mutig, auch mit Vorstößen. Hatte mit Bystrow dann große Probleme - Gelb-Rot nach zwei Foul-Grätschen. Bitter. © Getty
Mertesacker: Musste als Abwehrchef Schwerstarbeit verrichten. Nicht immer souverän. Haute aber mehrmals energisch dazwischen. © Getty
Westermann: Hatte einige Mühe mit Kerschakow, kam manchmal zu spät. Stark im Luftkampf. Ein energischer Vorstoß mit Linksschuss (20.). © Getty
Lahm: Beim Rücktransfer auf die linke Seite defensiv stark gebunden. Ein Vorstoß, Haken nach innen, aber der Ball ging knapp vorbei (52.) © Getty
Ballack: Vorbildlicher Kapitän, präsenter Kämpfer, viel unterwegs. Leitete das 1:0 mit Pass auf Özil ein. Pech beim Kopfball (75.) und bei einem Distanzschuss (87.). © Getty
Rolfes: Rechtfertigte den Vorzug vor Hitzlsperger als Mann neben Ballack. Aufmerksam, deckungstreu, gab alles für die Mannschaft. © Getty
Schweinsteiger: Ackerte mit nach hinten. Viel Ballbesitz, kurbelte das Spiel oft mit an und feuerte auch einige Distanzschüsse ab. © Getty
Özil: Ein Künstler auch auf Kunstrasen: Überragend seine Vorarbeit bei Kloses 1:0. Spielstark, gefährlich, toller Lattenschuss (58.). © Getty
Podolski: Suchte den Abschluss, beteiligt am 1:0. Problem als linker Mittelfeldmann bleiben seine Abwehrschwächen. Tauchte immer mehr ab. © Getty
Klose: Arbeitete als einzige Spitze extrem viel fürs Team und belohnte sich mit dem energischen Einsatz beim Tor. Sein 7. Treffer in der WM-Qualifikation bedeutete das Ticket nach Südafrika. © Getty
Friedrich: Kam nach Boatengs Platzverweis als rechter Verteidiger. Wollte Sieg mitretten. Großes Glück, dass Schiedsrichter bei Foul an Bystrow (88.) nicht auf Elfer entschied. © Getty
Trochowski: Kam kurz vor Schluss für Podolski. Ein taktischer Wechsel. © Getty
Gomez: Kam ebenfalls noch kurz vor dem Ende. Für Klose. Zeitgewinn. © Getty

Quelle: tz

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